1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Feuerwehr in Bornheim: Martin Brämm: Der Mann fürs Equipment

Feuerwehr in Bornheim : Martin Brämm: Der Mann fürs Equipment

Die Stadt Bornheim soll neben Martin Brämm einen zweiten hauptamtlichen Gerätewart bei der Feuerwehr einstellen, da das Arbeitspensum zu groß ist.

Von den Uniformen über Schläuche, Pumpen und Atemschutzmasken bis hin zu den Fahrzeugen: Martin Brämm sorgt dafür, dass das Equipment der Feuerwehr in einwandfreiem Zustand ist und auch funktioniert, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes brennt. Der 27-Jährige ist der einzige hauptamtliche Gerätewart in Bornheim und hat als Ansprechpartner für die zwölf Löschgruppen im Stadtgebiet alle Hände voll zu tun.

Bald könnte er jedoch Unterstützung erhalten: Einstimmig votierte der Haupt- und Finanzausschuss dafür, einen weiteren Gerätewart zum nächstmöglichen Zeitpunkt einzustellen. Nun muss der Rat am Dienstag noch sein Okay geben.

Wie groß das Arbeitspensum des Gerätewarts ist, der Mitarbeiter des Ordnungsamtes ist, hatte die Verwaltung auf einen Antrag von CDU und FDP hin in einer Vorlage ausgeführt. Auf stolze 3969 Stunden bezifferte sie den planbaren jährlichen Aufwand des Gerätewarts, wobei beispielsweise die Teilnahme an Einsätzen sowie an Fortbildungen nicht eingerechnet sind. „Ich mach's gerne“, sagt Brämm über seine Arbeit, auch wenn er bis vor Weihnachten gut 120 Überstunden angesammelt hatte.

Wenn er und seine Kameraden von ihren komplett ehrenamtlich geleisteten Einsätzen oder Übungen zurückkommen, geht für den Familienvater die Arbeit noch mal richtig los: Kleidung und Geräte müssen gewaschen und getrocknet beziehungsweise gesäubert und desinfiziert werden.

Jedes einzelne Atemschutzgerät muss dazu auseinandergebaut werden. Ein bis eineinhalb Stunden pro Gerät benötige er da, sagt Brämm. Zwar erhält er bei manchen Arbeiten Unterstützung von den ehrenamtlichen Gerätewarten, doch für bestimmte Aufgaben wie eben die Wartung der Atemschutzgeräte oder der nicht ungefährlichen hydraulischen Rettungsgeräte, mit denen die Wehr Unfallopfer aus Fahrzeugen herausschneidet, sind spezielle Ausbildungen erforderlich.

Die könne auch nicht jeder vorweisen, erklärt Ordnungsamtsleiterin Sabine Walter. Und nicht nur nach jedem Gebrauch ist das Equipment wieder auf Vordermann zu bringen: Es gelten auch bestimmte Prüfintervalle, deren Einhaltung der hauptamtliche Gerätewart zudem dokumentieren muss.

Angesichts dieses Aufgabenvolumens regten CDU und FDP an, bei den Haushaltsberatungen im Herbst die Einstellung eines dritten Gerätewarts in Erwägung zu ziehen. Ein entsprechender Antrag fand jedoch unter Verweis auf die finanziellen Konsequenzen keine Mehrheit. Die elf Stimmen von CDU, FDP und Piraten stießen auf ebenfalls elf Gegenstimmen von SPD, Grünen, Linken und UWG. Mit 44 000 Euro hat die Verwaltung die jährlichen Personalkosten angegeben.

„Einen zweiten Gerätewart einzustellen, ist zwar der richtige Weg“, äußert sich FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Koch in einer Pressemitteilung, „mir erschließt sich aber nicht, warum man die künftig zwei Gerätewarte weiterhin mit mehr Arbeit ausstattet als sie zu zweit schaffen können. Das ist inkonsequent und letztlich auch wider besseren Wissens riskant.“

Noch Beratungsbedarf gab es mit Blick auf eine weitere von FDP und CDU angeregte Änderung bezüglich der Brandsicherheitswachen der Feuerwehr. Bisher erhalten die Wehrleute dafür, dass sie bei größeren Veranstaltungen den Brandschutz im Auge haben, lediglich ein Verzehrgeld von 2,50 Euro die Stunde. Die Änderung sieht vor, den Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung von 8,50 Euro je Stunde zu zahlen.

Der Vorschlag, diese freiwilligen Dienste zu entlohnen, die die Feuerwehrleute zusätzlich zu ihren unentgeltlichen Einsätzen und Übungen auch noch leisten, stieß grundsätzlich auf positives Echo bei den Fraktionen. Fragen stellten sich eher mit Blick auf die Höhe der Entschädigung, sodass der Ausschuss das Thema schließlich ohne Votum an den Rat verwies. Dort wird es auch darum gehen, ob gewerbliche Veranstalter diese Kosten selbst tragen, die Stadt die Kosten bei gemeinnützigen Zwecken, etwa für Vereine, aber übernehmen soll.

Bei der Feuerwehr kommen die Pläne der Politik natürlich an. In punkto Brandsicherheitswache weist Wehrsprecher Ulrich Breuer darauf hin, dass Ausrichter im gewerblichen Bereich ja nun mal auch Geld mit ihren Veranstaltungen verdienten und es dann für die Feuerwehrleute, die ihre Zeit unentgeltlich am Wochenende oder bis spät abends opferten, zuweilen „mit dem Idealismus des Ehrenamts schwer zu verbinden“ sei. Da sei ein „Mindestmaß an Anerkennung“ schon wünschenswert.

Der Rat tagt am Dienstag, 26. Januar, ab 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses.