1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Podiumsdiskussion „Frauen und Kirche“: Mehr Verantwortung für Frauen in der katholischen Kirche

Podiumsdiskussion „Frauen und Kirche“ : Mehr Verantwortung für Frauen in der katholischen Kirche

Seit Jahren wird die Rolle der Frau in der katholischen Kirche heiß diskutiert. Am Sonntag leiteten Mitglieder der Kardorfer Jugendkirche “Himmel und Ääd“ eine Podumsdiskussion zu dem Thema, die zeigte: auch intern gibt es unterschiedliche Standpunkte.

Ein Thema, das auch junge Menschen in der katholischen Kirche bewegt, diskutierten am Sonntagabend in der Pfarrkirche St. Joseph mehrere Gläubige. Um „Frauen und Kirche“ drehte sich die Podiumsdiskussion, die die Moderatoren Lea Bungert und Michael Wiewiorra vom Team der Kardorfer Jugendkirche „Himmel un Ääd“ leiteten. Die Themenbereiche waren vielfältig und reichten von Frauen-Ordination über die Gleichberechtigung beider Geschlechter bis hin zu einer Veränderung der Kirchenstruktur.

Seit Jahren ist die Rolle der Frau in der Kirche sowohl intern als auch extern ein heiß diskutiertes Thema. Dabei wird immer wieder die fehlende Teilhabe von Frauen, zuletzt von der Bewegung Maria 2.0, thematisiert. Gedanken dazu machten sich auch die Düsseldorferin Maria Elisabeth Schmidt, Gründerin der Initiative „Herzensgipfel“, die Journalistin und Publizistin Isabelle Lütz aus Merten, die Ordensschwester Katharina Hartleib aus dem Franziskanerinnen Konvent zu Olpe sowie Daniel Sluminisky, Kreis-Dekanats- und Schulseelsorger des Sankt-Joseph-Gymnasiums Rheinbach.

„Ich glaube, dass wir eine Revolution brauchen“

„Ich glaube, dass wir eine Revolution brauchen. Die Kirche muss aktiv werden“, hieß es im einleitenden Statement von Pia Däwes von der Jugendkirche. Einer Ordination von Frauen erteilte Sluminsky eine glatte Absage, denn Johannes Paul II habe 1994 in seiner Enzyklika deutlich gemacht, dass die Kirche „darüber nicht entscheiden darf“.

Isabelle Lütz, die sich seit Jahren in ihrer Kirchengemeinde ehrenamtlich engagiert, kritisierte, dass im Vordergrund der Debatte zu sehr die Priester-Ordination von Frauen stehe, dabei „sollten wir uns wieder auf das konzentrieren, was uns alle eint: das Gebet zu Gott, die Sorge um den Nächsten, die Armen, die Kranken und die zu kurz Gekommenen“. Schmidt – sie hält seit 2013 Seminare und Vorträge zum Thema „Herzensbildung“ –, lehnte ein Frauenpriestertum ab und betonte die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen. „Beide sollten auf ihre jeweils spezifische Art die Liebe des Herzens weitergeben. Was Gott mir in die Wiege gelegt hat, kann ich ausleben. Ich glaube nicht, dass mehr Leute in die Kirche kommen, wenn wir Veränderungen wie in einer Firma durchführen.“

Hartleib wies auf die historische Bedeutung der Frauen in der Kirche hin. Auch in der heutigen Zeit hätten Frauen und alle Getauften „vielfältige Möglichkeiten, sich in der Kirche zu beteiligen“. Das fand auch Sluminisky, denn alle seien zu gleichen Teilen zur Heiligkeit berufen. Daher sei es enttäuschend, dass das zweite Vatikanische Konzil mit seiner Theologie der Laien in Deutschland bisher nicht realisiert worden sei. „Ziel muss es sein, die Menschen mit Kirche in Verbindung zu bringen.“ Um das zu erreichen, so die übereinstimmende Meinung, sei es wichtig, Gespräche zu führen, zuzuhören und kritische Äußerungen ernst zu nehmen.

Lütz setzt darauf, dass Entscheidungsbefugnisse, die nicht sakramental sind, künftig mehr in die Hände von Frauen gelegt werden. „Man muss die Ressourcen ausnutzen, um den Glauben zu verbreiten.“ Auch für Sluminisky ist eine strukturelle Veränderung denkbar. „Wir haben keinen Priestermangel in Deutschland, sondern einen Gläubigenmangel.Wir müssen als Kirche und als Christen die Menschen mehr begleiten.“