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Alternative Wohnformen in Bornheim: Mehrere Generationen unter einem Dach

Alternative Wohnformen in Bornheim : Mehrere Generationen unter einem Dach

Die Stadtverwaltung soll auf Initiative der Grünen ein Konzept für ein integratives Wohnquartier in Bornheim vorantreiben.

Kardorf, Merten, Hersel – an der Entwicklung von typischen Wohngebieten mit Einzel-, Doppel-, Reihen und Mehrfamilienhäusern besteht in Bornheim derzeit kein Mangel. Nach Ansicht der Bornheimer Grünen-Fraktion fehlt es im Stadtgebiet allerdings an einem Quartier, das jenseits des Standards integratives und generationenübergreifendes Wohnen ermöglicht.

Ein Zusammenleben vom Säugling bis zum Senior, von Familien und anderen Lebensgemeinschaften, von behinderten und nicht behinderten Menschen – diese Idee hatte bereits im Ausschuss für Schule, Soziales und demographischen Wandel parteiübergreifend Anklang gefunden. Ein Jahr nach dem Antrag der Grünen beschloss nun auch der Stadtentwicklungsschuss, dass ein Konzept für ein integratives und generationenübergreifendes Quartier weiterverfolgt werden soll.

Dies soll mit Hilfe einer Untersuchung geschehen, die den demographischen Wandel in Bornheim analysiert. Aus den Daten und Entwicklungslinien sollen dann Bereiche herausgearbeitet werden, für die ein Handlungsbedarf besteht. Eines der Handlungsfelder könnte in der Schaffung eines integrativen und generationsübergreifenden Quartiers liegen.

„Generationenübergreifendes Zusammenleben bildet eine Grundlage für ein besseres Verständnis von Jung und Alt. Eine zukunftsorientierte Kommune muss hier ein Angebot aufweisen, sei es für Wohnraum, Infrastruktur oder bei weiteren vielfältigen kommunalen Aufgaben“, heißt es im Antrag der Grünen vom 24. Mai 2015. Für solche Projekte braucht es einem langen Atem, weiß Grünen-Sprecher Markus Hochgartz, der sich im Stadtentwicklungsausschuss dafür aussprach, weiter am Ball zu bleiben.

Es mangelt an Investoren

Hier sei es nicht nur Sache der Verwaltung, sondern auch der Politik, aktiv zu werden und mit potenziellen Investoren in Kontakt zu treten, die entsprechende Wohnformen in der Umgebung umgesetzt hätten. „Unser Ziel ist es, dass bei Bauprojekten zukünftig auch in diese Richtung gedacht wird“, so Hochgartz.

Der Erste Beigeordnete Manfred Schier konstatierte, dass Investoren, die ein solches Quartier in Bornheim entwickeln wollen, mit offenen Armen empfangen würden. „Es scheitert nicht am Willen der Verwaltung, sondern es mangelt an Investoren, die in Bornheim so etwas umsetzen wollen“, unterstrich Schier.

Weil die Stadt nicht über Flächen zur eigenen Entwicklung eines integrativen und generationenübergreifenden Quartiers verfüge, müsse ein spezialisierter Vorhabenträger gefunden werden. Alle Ausschussmitglieder seien angehalten, sich auf diesem Gebiet umzuhören. Generell ist die Entwicklung eines integrativen und generationenübergreifenden Quartiers auf jeder Wohnbaufläche des Flächennutzungsplans möglich.

Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, bedarf ein solches Projekt keiner speziellen Festsetzung im Bebauungsplan. In einem Angebotsbebauungsplan seien planungsrechtlich Festsetzungen zur Bewohnerstruktur nicht möglich. Gegebenenfalls könne dies nur in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan geregelt werden.

Während Ute Kleinekathöfer (SPD) eine Alternative zu den üblichen Einfamilienhaussiedlungen begrüßte, äußerte sich Holger Lamprichs (CDU) zurückhaltend. „Man muss sich genau anschauen, wie der Markt in diesem Bereich tickt“, sagte er. Zudem müssten passende Flächen mit der entsprechenden Infrastruktur gefunden werden. Hier machte die Bornheimer Stadtverwaltung bereits einige Vorschläge für besonders geeignete Flächen.

Aufgrund der Lagekriterien wie beispielsweise einem 300-Meter- Radius zur Nahversorgung und zur Haltestelle der Stadtbahn beziehungsweise Deutschen Bahn könnten unter anderem Flächen an der Herseler Hubertusstraße, am Walberberger Annograben, an der Bornheimer Kallenbergstraße und Kalkstraße sowie in Waldorf am Guter-Hirt-Pfad und an der Blumenstraße in Betracht gezogen werden.