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Monte Mare: Rheinbacher Schwimmbad wieder geöffnet

Erfolgreicher Probetag für GA-Leser : Monte Mare in Rheinbach bietet wieder Badespaß

Fast vier Monate hatte das Monte Mare in Rheinbach aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Jetzt ist das Bad wieder für Gäste geöffnet. Doch vor allem im Sauna-Bereich gibt es weiter Einschränkungen.

Werner Fuchs wirft die kleine Greta hoch in die Luft. Deren Mutter steht bereit, um die Tochter aufzufangen. Währenddessen rauscht eine Welle nach der anderen heran. Im aufgewühlten Wasser hat die Familie sichtlich Spaß. Und für diesen haben die Bonner keine weite Reise auf sich nehmen müssen. Denn oben beschriebene Szene spielt sich nicht etwa in einer entfernten Meeresbucht ab, sondern im Wellenbad des Monte Mare in Rheinbach.

Nachdem das Bad Mitte März aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus schließen musste, gab es am Dienstag einen Probebetrieb. Ab diesen Mittwoch ist wieder für zahlende Gäste geöffnet. Für den Probetrieb konnten die Gäste wie Familie Fuchs bei einer GA-Verlosung Karten gewinnen. Werner Fuchs zufolge hat sich besonders seine Tochter auf den Badespaß gefreut, der fast vier Monate nicht möglich war. „Sie ist ein Wassernarr und das Wellenbad ein Highlight.“ Dass nun überall Aufkleber zu sehen sind, die auf den einzuhaltenden Mindestabstand von 1,5 Metern hinweisen, stört Fuchs nicht. Das Abstandhalten habe sich bei ihm in den vergangenen Wochen „eingebrannt“.

Zu den ersten Gästen im Spezialbecken für Taucher gehört Familie Kraus aus dem Raum Mettmann. Ulrike und ihr Mann Peter wollen die Gelegenheit unter anderem nutzen, um mit ihrem Sohn die sogenannte Wechselatmung zu üben. Robin ist noch Anfänger, hat die Prüfung für den Tauchschein erst im Frühling absolviert.

Seine Eltern, so erzählen diese, waren vor der Schließung schon oft im Monte Mare, dessen Tauchschule nach eigenen Angaben die größte im deutschsprachigen Raum ist. Zu dritt können sie das Tauchbecken problemlos nutzen. Gruppen dürfen dort nun höchstens aus vier Personen bestehen, bis zur Schließung waren es sechs.

Einschränkungen im Sauna-Bereich

Neben Tauschschule und Freizeitbad ist der dritte große Bereich im Monte Mare die Saunalandschaft. Und dort gibt es die größten Einschränkungen. Zwar gibt es auch für die Becken im Freizeitbad nun Begrenzungen der Gästezahlen, doch fallen diese nicht so drastisch aus wie in der Sauna. Die Teichsauna beispielsweise dürfen nur zwölf Menschen gleichzeitig betreten – und nicht wie früher 60. Corona-gerecht saunieren können nun insgesamt 130 Menschen gleichzeitig.

Den neuen Regeln entsprechend sind alle Saunen mindestens 80 Grad heiß. Dampfbad und Whirlpools bleiben weiter geschlossen. Letztere könnten nur von Personen aus einem Haushalt genutzt werden, ohne den Mindestabstand zu verletzen. Doch lasse sich dies schwer kontrollieren, gibt Betriebsleiter Peer Schwetzler zu bedenken. Anders als im Freizeitbad muss in der Saunalandschaft außerhalb von Schwitzhütte, Wasserbecken, Gastro- und Ruhebereich eine Maske tragen, wer sich dort bewegt.

Jörg Zimmer, im Monte Mare fürs Marketing verantwortlich, bekräftigt bei einem Treffen mit Vertretern von Stadtverwaltung und Medien aus Anlass des Probetrieb, dass kein Weg an der sogenannten AHA-Formel des Robert-Koch-Instituts vorbei führe. AHA steht für Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmasken tragen. Mit der „neuen Normalität“ wolle man Erfahrung sammeln. Besonders zwei Aspekte gäben dem Monte Mare, das bundesweit eine Reihe von Bädern betreibt, Mut für die Wiedereröffnung: zum einen, dass Thema Urlaub in Deutschland, zum anderen, dass Spaß für Kinder und Entspannung für Eltern nicht im Internet gekauft werden könnten.

Dem Betreiber fehlt ein zweistelliger Millionenbetrag

Durch die monatelange Schließung fehlen laut Zimmer Einnahmen im zweistelligen Millionen-Bereich. Bürgermeister Stefan Raetz verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass dem Stadtsäckel in diesem Jahr wohl der erfolgsabhängige Teil der Pacht, die das Monte Mare zahlt, fehlen wird. Auch Gewerbesteuereinahnen fielen wohl geringer aus oder könnten ganz wegfallen.

Indes befand sich der Großteil der 130 Monte-Mare-Mitarbeiter in Rheinbach während der Schließung in Kurzarbeit. Wie Zimmer berichtet, wurden sie in den vergangenen zwei Wochen eigens geschult, um etwaige Fragen von Gästen zu den Corona-Regeln beantworten zu können. Zudem habe man während der längsten Schließung in der Geschichte des Bads eine Reihe von Sanierungsarbeiten vorgenommen, zum Beispiel die Decke über dem Wellenbad gestrichen und im 25-Meter-Becken die Scheinwerfer „auf den neues Stand gebracht“, berichtet Zimmer.