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Neu gegründete Jugendkirche der Pfarrgemeinde Kardorf "Himmel un Ääd"

"Himmel un Ääd" : Kardorfer gründen erste Jugendkirche im Rhein-Sieg-Kreis

Unter dem Namen „Himmel un Ääd“ haben Messdienerleiter aus den DKW-Gemeinden Dersdorf, Kardorf und Waldorf das Konzept einer Kirche entwickelt, das Frauen und Männern zwischen 14 und 30 Jahren Raum für Gemeinschaft, Spiritualität, Begegnung, Austausch und Lebensfragen bieten soll.

Eine Kirche von Jugendlichen für Jugendliche: Die neu gegründete Jugendkirche der Pfarrgemeinde Kardorf könnte als Pilotprojekt für den linksrheinischen Rhein-Sieg Kreis gelten. Unter dem Namen „Himmel un Ääd“ haben Messdienerleiter aus den DKW-Gemeinden Dersdorf, Kardorf und Waldorf das Konzept einer Kirche entwickelt, das Frauen und Männern zwischen 14 und 30 Jahren Raum für Gemeinschaft, Spiritualität, Begegnung, Austausch und Lebensfragen bieten soll.

Michael Wiewiorra (24), Alexander Lange (26), Tatiana Mafra (19) und Stefan Berlauer (25) gehören von Anfang an zum HÄT-Team (Himmel un Ääd-Team), einer Gruppe von zehn jungen Leuten zwischen 16 und 26 Jahren, die sich aus der Messdiener-Jugendarbeit kennen. Sie finden eine Kirche für junge Gläubige dringend nötig, denn „nach der Firmung hören viele Jugendliche als Messdiener auf. Da ergab sich für uns die Frage, was wir für diese Jugendlichen als Kirche tun können“, erklärt Alexander.

Die konzeptionell entwickelte Jugendkirche ist in der Pfarrkirche Sankt Joseph schon in der elliptischen Anordnung der Bänke äußerlich sichtbar. Neu ist diese Innenraumgestaltung für die Kardorfer Gläubigen nicht. Denn schon in den vergangenen Jahren war es unter Pfarrer Martin Schlageter üblich, sich bei den Festmessen in der Kar- und Osterwoche gegenüber zu sitzen, um die „Feier der Eucharistie in einer sehr direkten Form mitzuerleben, nachzufühlen und mitzufeiern“. „Diese Sitzordnung haben wir für unsere Jugendmesse im Mai übernommen – mit unglaublichem Erfolg. Und so kam die Überlegung auf, bei der Renovierung der Kirche die Bänke dauerhaft so aufzustellen“, erklärt Wiewiorra.

Einen neuen Altar mit Massivholzplatte samt Altarstein hat der Waldorfer Schreiner Josef Klein der Pfarrkirche für ihre Jugendkirche gestiftet. Er steht – wie auch der Taufstein – im Zentrum zwischen den Gläubigen. Dazu passend im Design steht dahinter ein neuer Ambo. Beide sind versehen mit dem neuen Logo „Kreuz und Fisch“ der Jugendkirche. „Im Schriftzug von Himmel un Ääd haben wir unser Logo quasi entdeckt, das ja auch die Zentralaussage des Christentums ist und schon bei den Urchristen den Glauben symbolisierte. Die Mundartbezeichnung des Konzepts soll unsere Heimatverbundenheit zeigen“, sagen die vier engagierten Messdienerleiter.

Zentraler Gedanke von „Himmel un Ääd“ ist die Begegnung. Es ist – theologisch gedacht – die Begegnung von Himmel und Erde, es begegnen sich in der Architektur der Pfarrkirche Alt und Neu, im Kirchengebäude die Pfarrgemeinde und die Jugendkirche und es begegnen sich junge Menschen, die nach ihren individuellen Vorstellungen spirituell sein können.

Die Ideen künftiger Gottesdienste sind dabei umfassend. Ob Orgel- oder moderne Bandmusik, Diskussionen zu unterschiedlichen theologischen und weltlichen Themen während der Gottesdienste, angeregt durch mediale Impulse zur Meditation – die Palette der Gottesdienstgestaltung ist ausgesprochen vielfältig. „Wir wollen die Tradition der Kirche für die Zukunft erfahrbar machen. Denn junge Menschen sind unterwegs und auf der Suche. Die großen Fragen des Lebens wie Schule, Abitur, Ausbildung, Arbeit, Studium, Klima und Politik wollen wir ansprechen“, betont Tatiana Mafra. „Viele Jugendliche haben in dieser Zeit das Bedürfnis nach Gemeinschaft. Und diesem wollen wir nachkommen und Raum schaffen für die Suche nach Gott“, sagt die 19-Jährige.

Die Jugendkirche, die als Anlauf­ststelle nicht nur für die jungen Leute aus den DKW-Gemeinden, sondern für den gesamten Seelsorgebereich und für die Nachbargemeinden gelten soll, ist in dieser Ausformung einzigartig. Denn in Kardorf stellt ein Jugendliturgiekreis die monatlichen Gottesdienste selbst auf die Beine, denn „wir dürfen als Gemeindemitglieder bis auf die Eucharistie alles machen“, so Wiewiorra.

Die Planungen für das nächste Jahr und die Konzeptentwicklung für die folgenden Jahre sollen bis Ende Dezember in trockenen Tüchern sein. „Unter den Messdienern haben wir eine enge Gemeinschaft miteinander. Das Erlebnis einer solchen Gemeinschaft möchten wir an andere Jugendliche weitergeben“, bringt Wieworra die Zielsetzung des Konzepts auf den Punkt.

Die Eröffnung der Jugendkirche nimmt am Sonntag, 19. Januar, 18 Uhr, Weihbischof Ansgar Puff im Rahmen eines Gottesdienstes zur Firmvorbereitung für Jugendliche des Seelsorgebereichs Vorgebirge vor.