Deutsch-polnische Freundschaft Neues Leben für die Partnerschaft mit Zawiercie

Bornheim · Die Partnerschaft zwischen Bornheim und Zawiercie ist in den vergangenen Jahren etwas eingeschlafen. Der deutsch-polnische Partnerschaftsverein will sie zu neuem Leben erwecken.

 Fest der Nationen und Kulturen 2019: Beim Konzert des Chors halten Corinna Fuhs aus Bornheim und Leopold Stawarz aus Zawiercie die deutsche und die polnische Flagge.

Fest der Nationen und Kulturen 2019: Beim Konzert des Chors halten Corinna Fuhs aus Bornheim und Leopold Stawarz aus Zawiercie die deutsche und die polnische Flagge.

Foto: privat

Der 45 Mitglieder starke Verein Städtepartnerschaft Bornheim - Zawiercie e.V. trifft sich am Mittwoch, 28. Februar, um 18 Uhr in der Stadtbibliothek zur Mitgliederversammlung. Auch, um für die deutsch-polnische Partnerschaft zu werben, neue Mitglieder zu gewinnen und künftige Projekte zu besprechen.

Es begann mit einem einfachen Schüleraustausch der Europaschule: Vor 13 Jahren wurde die Zusammenarbeit zwischen Bornheim und der polnischen Industriestadt Zawiercie unterschrieben. Der damalige Bürgermeister Wolfgang Henseler gründete mit seinen beiden Stellvertretern im Jahr 2015 den Partnerschaftsverein.

Austausch auf Vereinsebene

Mit engen Kontakten nach Polen und der Organisation und Finanzierung des Austauschs möchte der Verein die Partnerschaft unterstützen und „in die Bürgerschaft hineintragen“. So sieht der aktuelle Vorsitzende Frank Krüger seine Arbeit. Und bis heute wird die Partnerschaft gepflegt: Im Sommer 2023 Jahres konnte die Bornheimer Musikschule anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens mit Gästen aus Zawiercie musizieren.

Krüger und Henseler wollten ihre Vorstandsämter schon länger niederlegen. Doch 2022 fanden sich keine Nachfolger und sie blieben im Amt. Dies soll sich bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch ändern. „Wir möchten den Verein von jemandem weitertragen lassen“, so Krüger, „der dieser Partnerschaft auch gerecht werden kann“. Einen festen Kandidaten hat er zwar noch nicht, aber er hofft bei der Versammlung in der Stadtbücherei Bornheim, neue Mitglieder für den Vorstand zu begeistern.

Neues Leben für den Verein

Aktuell zählt der Verein 45 Mitglieder – das wollen sie nun ändern. Die Mitgliederversammlung wurde deshalb bewusst öffentlich ausgerufen. Auch bei ihren Bekannten trommeln die Mitglieder fleißig die Werbetrommel. Die potenziellen neuen Mitglieder sollen dem Verein neues Leben einhauchen. Denn mit der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine ist die Partnerschaft lange Zeit eingeschlafen. „Aber das Konzert letztes Jahr hat uns aus dem Schlaf gerissen“, sagt Krüger.

Für ihn ist die Städtepartnerschaft vorbildlich für Europa. Deshalb möchte Krüger auch die Zukunftspläne des Vereins bei der Mitgliederversammlung besprechen. Er schlägt vor, die Zahl der Austausche auf Vereinbsebene zu erhöhen. Aktuell sind es ein bis zwei jährlich. Denn den Verein sieht er als finanziell solide aufgestellt, womit weitere Aktivitäten möglich seien.

Gemeinsame Konzerte

Erst 2019 stand die Partnerstadt Zawiercie im Mittelpunkt des Festes der Nationen und Kulturen. 2017 hieß Bornheim 130 Polen für gemeinsame Konzerte willkommen. „Es ist spannend, wie schnell verschiedene Kulturen über Musik zusammenkommen können“, findet Krüger. Deshalb laufe viel auf musikalischer Ebene. Im engen Kontakt steht er dafür mit dem ehemaligen Stadtoberhaupt Leopold Stawarz, der heute selbst den Chor „Capella Vartiensis“ in Zawiercie leitet.

Mit „Poldi“, wie Krüger ihn nennt, hat er auch damals die Städtepartnerschaft in der polnischen Stadt unterschrieben, eines seiner persönlichen Highlights. Mit seiner Freundschaft zu Stawarz ist Frank Krüger aber nicht der einzige. „Es ist immer rührend zu sehen, wie intensiv der Kontakt im Verein geworden ist“, so Krüger, „nicht selten fließen auch mal Tränen beim Abschied.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
„Ich bin süchtig nach Kunst“
Bornheimer Künstler feiert Jubiläum „Ich bin süchtig nach Kunst“
Aus dem Ressort