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Parents for Future fahren Staffellauf mit dem Fahrrad von Dresden nach Belgien

Von Dresden nach Belgien : Parents for Future machen Zwischenstopp in Bornheim

Unter dem Motto „Paris goes Brussels“ fahren Teilnehmer von Parents for Future seit November von Dresden nach Belgien. Nun machten sie einen Zwischenstopp in Bornheim.

Ein Staffellauf mit dem Fahrrad fürs Klima: Unter dem Motto „Paris goes Brussels“ rollt eine Zweiraddemo von Parents for Future durchs Land, die am Sonntag einen kurzen Zwischenstopp auf dem Bornheimer Peter-Fryns-Platz einlegte. Schon am 26. November war die ungewöhnliche Aktion in Dresden gestartet, ihr Ziel ist der EU-Summit in der belgischen Hauptstadt am Donnerstag, 10. Dezember.

Mit ihrer Aktion wollen die „Parents“ den in Brüssel tagenden Europarat, der dort die konkreten Klimaziele für die Europäische Union bis 2030 verabschieden wird, noch einmal vehement an die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 erinnern. Darin enthalten ist auch die Aufforderung, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

An den 14 Zwischenstopps wechseln immer wieder die mitradelnden Klimaaktivisten. Dort sowie am Rande einiger Teilstrecken der rund 1000 Kilometer langen Strecke bauen die Radler als Symbol des Vertragsorts für die Klimaziele einen selbstgebastelten, knapp zwei Meter hohen Eiffelturm auf. „Das Schöne hierbei ist, dass wir uns im wahrsten Sinne des Wortes auf den Weg gemacht haben“, freute sich in Bornheim Angela Austermann, die die Kundgebung im Vorgebirge organisiert hat. Zusammen mit Katharina Schneider hatte sie zuvor bereits die „Parents“-Ortsgruppe Weilerswist, Swisttal, Bornheim gegründet.

Bornheims und Swistals Oberste unterstützen die Aktion

Bei der Etappe von Bonn bis Köln trat auch die zehnjährige Liora kräftig in die Pedale. Sie sei gerne für solch eine gute Sache unterwegs, sagte ihr Vater Malte Kleinwort. „Die Politiker haben immer noch nicht kapiert, dass Klimaschutz einzuhalten ist“, betonte er. Kleinwort von den Bonner „Parents“ machte noch einmal deutlich, dass „wir eine Verkehrswende, Energiewende und Agrarwende brauchen. Das geht nicht mit einer Schönwetterpolitik.“

Das konnte Bornheims Bürgermeister Christoph Becker nur unterstreichen. Er forderte mehr Taten, denn „gegen den Temperaturanstieg gibt es keinen Impfstoff. Bornheim und die Klimaregion Rhein/Voreifel haben einiges getan, aber bisher reicht es nicht“. Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner kritisierte in dem Zusammenhang, dass der Bau des Radweges zwischen Metternich und Heimerzheim zu lange gedauert habe. Deshalb fände sie es gut, dass sich solche eine Truppe auf den Weg gemacht hat.

Kritische Worte für einen bisher fehlenden Radweg zwischen Bonn und Köln fand der Bornheimer Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs, Stefan Wicht. Auch die Realisierung der geplanten Rheinspange als Verbindung zwischen der A59 und der A555 hält Wicht für unnötig. „Der Güterverkehr gehört von der Straße auf die Schiene. Der öffentliche Personennahverkehr muss so ausgebaut werden, dass er schnell, zuverlässig und sauber ist. Außerdem zeigt Corona, dass Heimarbeit eine echte Alternative ist“, sagte er.

Dass jeder Einzelne mit der Änderung des eigenen Verhaltens bereits viel für Umwelt und Klima tun kann, steht für „Parent“ Austermann außer Frage. So habe ihre Ortsgruppe einen Einkaufsflyer für nachhaltiges Einkaufen in der Region herausgebracht. Tipps mit Geschäften für nachhaltige Mode würden 2021 veröffentlicht.