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Jugend und Politik in Bornheim: Pause für das Kinder- und Jugendparlament in Bornheim

Jugend und Politik in Bornheim : Pause für das Kinder- und Jugendparlament in Bornheim

Bornheim ist auf der Suche nach einer neuer Beteiligungsform. Politiker lassen das Gremium für junge Leute per Beschluss ruhen.

„Mit dem Stadtjugendring wird es keine Absetzung geben, bevor klar ist, wie eine neue zielführende Jugendbeteiligung in Bornheim im Anschluss an das Kinder- und Jugendparlaments aussehen mag.“ Dominik Pinsdorf, Vorsitzende des Stadtjugendrings, hatte schon vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag klare Kante gezeigt. Bei den Fraktionen hat dieses Statement zum Vorschlag der Verwaltung, das Kinder- und Jugendparlaments (Kijupa) zum 28. Juni aufzulösen, offenbar Wirkung gezeigt.

In einer interfraktionellen Runde hatte man sich am Montagabend darauf verständigt, das Gremium nicht aufzulösen, sondern ruhend zu stellen. Der Vorschlag, mit dem Sozialdezernentin Alice von Bülow einem ähnlichen Vorstoß des Stadtjugendrings zuvorkam, nahmen die Ausschussmitglieder einstimmig an. Wie berichtet, konnte die Wahl zum Kijupa im November nicht stattfinden, weil es trotz umfangreicher Werbung zu wenige Kandidaten gab. Auch bei früheren Wahlen fand man nur schwierig Kandidaten.

Die Verwaltung schrieb in ihren Sitzungsunterlagen: „Trotz junger Einzelpersönlichkeiten, die mit großem Engagement im Kinder- und Jugendparlament wirkten, erzielte das Gremium nicht die angestrebte Reichweite und konnte der Multiplikatorfunktion als Interessenvertretung einer Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen in Bornheim nicht gerecht werden.“ Nun soll es ein neues Konzept geben. Die Fortführung bestehender Projekte unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen soll weiterhin durch eine Projektgruppe sichergestellt werden, die durch die Verwaltung und den Stadtjugendring begleitet wird. Eine Steuerungsgruppe soll darüber hinaus die politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen sicherstellen und regeln.

Diskussion zur Gestaltung der neuen Gestamtschule

Auf Vorschlag von Lutz Wehrend (CDU) soll die Verwaltung außerdem prüfen, ob sich junge Bornheimer im Zuge einer Projektgruppe an der Gestaltung der neuen Gesamt­schule Merten beteiligen könnten. Mit dem überarbeiteten Beschluss waren Pinsdorf und Vanessa Gittel als Vizevorsitzende des Kijupa zufrieden. Vorab hatte Pinsdorf sich vor allem an von Bülows Aussage gestoßen, dass sie die Auflösung des Jugendparlaments nicht bedaure und damit keine Wertschätzung signalisiert habe. „Als die Wahl im vergangenen Jahr scheiterte, tat mir das natürlich leid. Aber wir müssen einsehen, dass wir neue Wege gehen müssen“, räumte die Dezernentin ein. „Wir hatten nie das Ansinnen, etwas zu verändern, ohne die Akteure zu beteiligen“, versicherte Jugendamtsleiter Maruan Azrak.

Gittel verlas im Ausschuss eine Stellungnahme des NRW-Kinder- und Jugendrates. Bei einer vorschnellen Auflösung bestehe die Gefahr, dass junge Menschen ihre legitime Vertretung verlieren. Deshalb sei ein fließender Übergang in eine andere Form der Beteiligung zu empfehlen, heißt es darin. „Ruhen heißt nicht ausruhen“, sagte Wehrend. Für Markus Hochgartz (Grüne) ist es wichtig, vor allem Projekte weiterzuführen, die von den Akteuren auf den Weg gebracht wurden, etwa der Jugendkunstpreis oder Poetry Slams.