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Peta will Fuchsjagd in Bornheim verbieten

Tierschutz : Peta will Fuchsjagd in Bornheim verbieten

Eine Bonner Studentenverbindung will in Bornheim-Sechtem Füchse jagen. Die Tierrechtsorganisation Peta hat damit ein Problem und fordert ein Verbot der Jagd auf die Tiere.

Jäger und Tierschützer sind meist unterschiedlicher Meinung. So auch, wenn es um den Fuchs geht. Stein des Anstoßes ist in diesem Fall eine für den 18. Januar geplante Fuchsjagd der Bonner Studentenverbindung Hubertia und Halle zu Bonn, die sich direkt an studierende Jäger richtet. Die Tierrechtsorganisation Peta ist von der Idee jedoch nicht begeistert.

Warum Peta die Jagd in Sechtem verbieten will

Die Organisation fordert ein Verbot der Fuchsjagd in Deutschland und nutzte die Jagd in Sechtem, um für eine Petition zum Thema zu werben. Ein ähnliches Verbot gebe es bereits in Luxemburg, ohne dass ernste Probleme entstanden seien. „Viele Füchse sterben einen langsamen Tod durch Fehlschüsse oder bei der grausamen Fallenjagd“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. „Es gibt keinen Grund, die nützlichen Tiere zu töten. Die Politik muss endlich handeln.“

Die Jäger seien an den Füchsen vor allem als „lebende Zielscheibe“ interessiert, heißt es in der Mitteilung. Für das Schießen eines Fuchses gebe es keine legitimen Gründe, da Füchse keine Krankheiten übertragen und ein wichtiger Teil des Ökosystems seien, weil sie insbesondere kranke und schwache Tiere angriffen und so die Fitness der Gesamtherde erhöhen.

Was Jäger und Naturschützer zum Verbot sagen

Die meisten Jäger sehen das anders. So auch Lutz Schorn, der Vorsitzende der Bonner Jägerschaft. „Füchse sind Kulturfolger, die sich jedes Jahr vermehren“, sagt Schorn. Der einzige Weg, die Fuchspopulation im Rahmen zu halten, sei die gezielte Bejagung. Deswegen nehme der Bestand zu. Das sei ein Problem für Vögel, wie das Rebhuhn oder die Feldlerche, die auf dem Boden brüten, denn der Fuchs frisst gerne Vogeleier. Auch Hühnerzüchter und Gemüsebauern haben Probleme mit dem Fuchs, weil er ihr Geflügel jagt oder ihre Pflanzen mit dem Fuchsbandwurm kontaminieren kann, wenn er sich auf dem Feld erleichtert. „Füchse sind tolle Lebewesen, aber ich möchte im Frühjahr auch die Feldlerchen singen hören“, fordert Schorn. Der Fuchs sei nicht vom Aussterben bedroht, sodass nichts gegen eine Bejagung spreche. „Ich würde mir bei solchen Themen eine weniger emotionale Debatte wünschen“, sagt der Jäger.

Achim Baumgartner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Rhein-Sieg-Kreis ist skeptisch, was die Fuchsjagd angeht. Lediglich, wenn es um den Schutz seltener Vogelarten geht, sei sie sinnvoll. „Die Bejagung von Füchsen führt nicht zu einer dauerhaften Senkung des Bestandes“, ist er überzeugt. Eine Bejagung in einem Revier habe lediglich zur Folge, dass Füchse von außerhalb den freigewordenen Platz in Beschlag nehmen und mehr Welpen haben. „Die Natur reguliert sich selbst“, sagt Baumgartner.