An Blutkrebs erkrankt Mertener organisieren Registrierungsaktion für Leonhard

Bornheim-Merten · Der fünf Monate alte Leonhard aus Merten hat Krebs. Während für das Baby die nächste Chemotherapie ansteht, wollen Menschen aus dem Ort helfen: mit einer Registrierungsaktion. Dabei steht auch eine besondere Ansprechpartnerin für Fragen bereit.

 Unterstützung für den kleinen Leonhard: Mit einer Registrierungsaktion beim SSV Merten wollen Ehrenamtliche helfen, einen Stammzellspender für das krebskranke Baby zu finden.

Unterstützung für den kleinen Leonhard: Mit einer Registrierungsaktion beim SSV Merten wollen Ehrenamtliche helfen, einen Stammzellspender für das krebskranke Baby zu finden.

Foto: Deutsche Knochenmarkspenderdatei

Er ist gerade fünf Monate alt und hat einen großen Teil seines Lebens im Krankenhaus verbracht: Das Schicksal des kleinen Leonhard, der an Blutkrebs erkrankt ist und eine Stammzellspende benötigt, geht vielen Menschen nahe. In Merten, dem Wohnort der Familie, haben sich jetzt ehrenamtliche Helfer zusammengeschlossen, um am kommenden Sonntag, 17. März, gesunde Menschen dazu aufzurufen, sich als potenzielle Spender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eintragen zu lassen. Von 10 bis 16 Uhr bieten sie im Vereinsheim auf der Sportanlage des Spiel- und Sportvereins (SSV) Merten am Rüttersweg 175, eine Registrierungsaktion an.

Mehr als 1000 Personen haben sich bereits über einen Online-Aufruf von Leonhards Eltern und der DKMS registriert. Mutter Julia und Vater Thomas, die ihren Nachnamen nicht öffentlich machen möchten, um Leonhard zu schützen, hoffen darauf, einen Menschen zu finden, dessen entscheidende Gewebemerkmale mit denen ihres ersten Kindes übereinstimmen. Und der ihrem Baby dann Stammzellen spendet.

Sven Petersen, Trainer bei der Fußballjugend des SSV Merten, sah den Flyer der DKMS mit dem Aufruf zur Spendersuche für Leonhard in der Kita seiner Kinder. „Das ist schon mehr als tragisch, was den Dreien passiert ist“, erklärt er, warum er sich mit dem Wunsch zu helfen an die DKMS wandte. „Als Vater von vier Jungs bin ich sehr glücklich, dass ich ihnen beim Fußballspielen zusehen kann. Und das wünsche ich den Dreien auch.“ Auch wenn er sie gar nicht kennt.

Der 48-Jährige, der auch dem Jugendvorstand des SSV angehört, nutzte seine ehrenamtlichen Kontakte und mailte unter anderem verschiedene Vereine an, die die Idee für eine Registrierungsaktion weitertrugen. „Im Grunde habe ich nur versucht, unterschiedliches Engagement zu bündeln“, sagt Petersen.

Unter der Beteiligung vieler Einzelpersonen und von Vereinen aus Merten sowie aus dem weiteren Vorgebirge werde nun das Angebot „für eine physische, eine Offline-Registrierungsaktion“ gemacht, wie Petersen es nennt: „Online ist für manche auch eine Hemmschwelle. Das Thema Stammzellspende ist ja auch mit vielen Fragezeichen verbunden.“

Stammzellspenderin aus Bornheim steht für Fragen bereit

Deshalb sei am Sonntag auch eine Bornheimerin vor Ort, die selbst über die DKMS Ende 2022 einer Frau in den USA Stammzellen gespendet hat, so Petersen. Sie werde voraussichtlich zwischen 11 und 15 Uhr Besuchern für Gespräche zur Verfügung stehen. Circa 15 ehrenamtliche Helfer unterstützen zudem beim Ausfüllen der nötigen persönlichen Angaben und erklären, wie die Probenentnahme per Wattestäbchen an der Wangeninnenseite funktioniert, die jeder selbstständig vor Ort durchführt.

Als „eine Brücke zur Familie“ von Leonhard habe ihm die DKMS zudem Kontakt zu einer Freundin von Julia und Thomas vermittelt, erzählt Petersen weiter. Das sei sehr hilfreich gewesen, um abstimmen zu können, wie die Registrierungsaktion und Hinweise auf diese in Medien und sozialen Netzwerken ablaufen dürfen.

„Wir sind froh und dankbar, dass so eine Aktion organisiert wird“, sagt Leonhards Mutter Julia, „und total sprachlos, dass es so viele liebe Menschen gibt, die uns unbekannterweise unterstützen.“ Auch in Herne gebe es am Sonntag eine Typisierungs-Aktion für Leonhard und einen weiteren Jungen mit Namen Jonas, im Zuge eines Benefiz-Eishockeyspiels. Der Kontakt sei über ihren Cousin entstanden, erzählt die 38-Jährige, die ursprünglich aus Oberhausen kommt.

Mehr Neuregistrierungen bedeuteten auch mehr Optionen, einen potenziellen Spender zu finden, sagt Julia – und das nicht nur für Leonhard. Für den Kleinen steht in Kürze der nächste Chemotherapie-Block in der Bonner Uniklinik an. Die Hoffnung der Eltern: dass sie nach mehreren Chemos und einer erfolgreichen Stammzellspende im Herbst mit Leonhard das Krankenhaus verlassen können. Und er als gesundes Kind weiterleben kann.

Eine Online-Registrierung ist weiterhin unter www.dkms.de/leonhard möglich.

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