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René Klammer aus Roisdorf schreibt einen Bonn-Krimi

René Klammer schreibt einen Bonn-Krimi : Eine Schmiergeldaffäre und ein tragischer Todesfall in Bonn

Schmiergeld, Wahlen und ein mysteriöses Verschwinden: Um all das geht es in dem Bonn-Krimi, an dem René Klammer arbeitet. Eine wichtige Sache fehlt dem Autor aus Roisdorf aber noch.

Schreiben ist für René Klammer eine Art von Meditation. „Es bringt mich ins Gleichgewicht“, sagt der 42-Jährige. Als Grundschüler sowie später als Gymnasiast in Köln-Pesch war er Redakteur der jeweiligen Schülerzeitung. Nach dem Abitur textete Klammer als Mitarbeiter einer PR-Agentur und später nebenberuflich als Vertriebsmitarbeiter eines Anzeigenblattes.

Heute ist Klammer – er lebt seit 15 Jahren in Bornheim, seit zweieinhalb Jahren in Roisdorf – freiberuflich in der PR-Branche unterwegs. Seit mehr als 20 Jahren veröffentlicht er zudem Kurzgeschichten und Erzählungen und produziert Hörspiele. Auch einen Kurzfilm hat er schon gedreht. Gerade arbeitet er am Feinschliff seines ersten Bonn-Krimis. Dieser soll im kommenden Frühjahr erscheinen. Allerdings fehlt dem Autor noch etwas Wichtiges dafür: ein Verlag.

Es geht um den Oberbürgermeister

Die Handlung dreht sich um den Oberbürgermeister der Bundesstadt, der kurz vor der Wahl in eine Schmiergeldaffäre verwickelt wird, die Wiederwahl verliert und vor der juristischen Aufarbeitung untertaucht. Bei einer Bootsfahrt geht er „über Bord“, was ein Journalist allerdings anzweifelt und daher dem Sachverhalt nachspürt. „Es ist zwar ein Krimi, aber ob ein Tod willkürlich herbeigeführt wird oder nicht, ist für mich nicht so wichtig. Ich habe mich vielmehr gefragt, wie ein Politiker das Aus nach den Wahlen verkraftet“, erklärt Klammer.

Wie bei seinem Kriminalroman thematisiert der Autor in seinen Kurzgeschichten auf vielfältige Weise das neurotische Individuum, das am Rande der Gesellschaft steht. „Wobei ich immer wieder feststelle, dass jede Geschichte auch immer eine Liebesgeschichte ist“, erläutert er.

Typische Schreibzeiten kennt er nicht. „Es muss Spaß machen. Wenn ich schreibe, schreibe ich allerdings am liebsten nachts, wenn alles ruhig ist“, so Klammer. Nach eigenem Bekunden braucht er lange, bis ein Text fertig ist – manchmal bis zu zehn Jahre. Bis sich ein Wort oder Satz in den Zusammenhang richtig einfügt, wird immer wieder gefeilt.

Probleme mit den Textlängen

Denn die Sprache ist für Klammer das A und O. „Es ist die unverwechselbare Schreibe, die den jeweiligen Schriftsteller ausmacht“, sagt er. „Jede Sprache hat einen gewissen Rhythmus. Daher versuche ich für mich eine entsprechende Schreibe zu finden.“

Seinen Geschichten liegt stets ein satirisch-sarkastischer Unterton zugrunde. „Bei manchen Themen würde man sich sonst aufregen. Da mache ich mich lieber lustig“, meint er. Sein schriftstellerisches Vorbild ist der Roman „Betty Blue“ des französischen Schriftstellers Philippe Dijan. Klammer: „Der Plot ist genial. Die Sprache ist einprägsam und zieht den Leser in die Geschichte hinein“.

Aber auch die Ausdrucksfähigkeit von Thomas Mann findet er toll, obwohl dessen Werke ihm durch seinen früheren Chef als großer Fan des Schriftstellers ein wenig verleidet worden seien. Klammers Erzählungen umfassen manchmal auch nur zwischen 70 und 100 Seiten. Aufgrund der Kürze der Texte ist es laut Klammer schwierig, diese auf den Markt zu bringen, da größere Verlage es als unwirtschaftlich ansehen. Eine Entwicklung, die er sehr bedauert, denn in manchen Texten sei trotz Kürze alles gesagt.