Bauarbeiten in Waldorf Sanierung der Nikolaus-Grundschule schreitet voran

Bornheim-Waldorf · Nach dem Fund von PCB wird das Waldorfer Schulgebäude umfassend saniert. Dafür investiert die Stadt Bornheim eine große Summe in die seit Aprill 2015 laufende Sanierung.

 Schüler und Bürgermeister Wolfgang Henseler zerschneiden das Einweihungsband zum sanierten Schultrakt. FOTO: AXEL VOGEL

Schüler und Bürgermeister Wolfgang Henseler zerschneiden das Einweihungsband zum sanierten Schultrakt. FOTO: AXEL VOGEL

Foto: Axel Vogel

„Ungefähr so viel wie 15 neu gebaute Einfamilienhäuser“, lautete Wolfgang Henselers kindgerechte Antwort auf die Frage eines Schülers, der sich nach den Kosten für die Sanierung der Waldorfer Nikolaus-Schule erkundigte. Der Drittklässler fragte Bornheims Bürgermeister nicht ohne Grund: Seit vergangener Woche können Frosch-, Bienen-, Delfin-, Pinguin- und Löwenklasse in topmodernen Räumen mit gelben Böden und grünen Fenstern lernen. Am Freitag wurde die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts an der Schule im Rahmen einer kleinen Feier gewürdigt.

Dass den Mädchen und Jungen ihre neuen Klassenräume gefallen, daran ließen sie keinen Zweifel. Während die einen die „schönen hellen Räume“ lobten, fanden andere „die neuen Waschbecken mit Spiegel“, oder die „vielen Techniksachen“ toll. Bevor Henseler das Flatterband zum zweiten Obergeschoss durchschnitt, nutzte er die Gelegenheit, sich bei Schülern, Eltern und Kollegium für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Auch blickte er auf den eigentlichen Anlass der Sanierung zurück. 2013 waren in der Schule erhöhte PCB-Werte festgestellt worden.

Daraufhin wurde ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, bei dem die Schadstoffsanierung mit der energetischen Sanierung und der Betonsanierung verbunden werden sollte. Für die Gesamtmaßnahme hatte die Stadt fünf Millionen Euro veranschlagt. Es sei wichtig gewesen, für die Schule Geld in die Hand zu nehmen, so Henseler.

Schulleiterin Petra Domscheit fand lobende Worte für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Architekturbüro Ideos aus Köln. „Viele unserer Ideen sind aufgenommen und auch umgesetzt worden.“ Seit April 2015 wird gearbeitet. Als erstes wurde die Sanitäranlage im Pausenhof erneuert, die bereits im September 2015 in Betrieb genommen wurde. Das nun fertiggestellte zweite Obergeschoss der Schule, das fünf Klassenräume, einen Medienraum, einen Ruheraum und einen Konferenzraum umfasst, ist der erste von insgesamt vier Bauabschnitten. Hier mussten nicht nur die alten Fenster und Teppichböden weichen.

Es wurden – und das gilt für das gesamte Schulgebäude – ein komplett neues Brandschutzsystem erarbeitet und die Klassen mit Beamern und flächendeckendem kabellosen Internet ausgestattet. Die aufwendigste Arbeit stellte die Dachsanierung dar. Witterungsbedingt konnte die große Schrägdecke nicht wie geplant fertig gestellt werden. Die Malerarbeiten sollen aber zeitnah nachgeholt werden. Damit ein angemessener Unterricht gewährleistet werden konnte, wurden für die Zeit der Sanierungsarbeiten vier Klassen in Containern, die auf dem Pausenhof installiert wurden, untergebracht.

Der kürzlich begonnene zweite Bauabschnitt umfasst das erste Obergeschoss. Betroffen sind Klassenräume und der Flur sowie die Forscherräume und die Therapieräume. Dort werden Fenster, Böden, Decken, und Türen erneuert sowie der Brandschutz und die technische Gebäudeeinrichtung optimiert. Die Arbeiten sollen Ende September abgeschlossen sein. Im dritten Bauabschnitt erfolgt die Sanierung des Aulabereichs. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, soll dieser Abschnitt parallel zu den anderen Arbeiten in den Ferien vonstatten gehen.

Voraussichtlich ab Ende September folgen im vierten Abschnitt der Verwaltungstrakt im ersten Obergeschoss, die Räume der offenen Ganztagsschule, die Räume im Erdgeschoss und die Sanitäranlagen der Turnhalle. Der Abschluss aller Arbeiten ist für Ende Januar 2017 geplant.

Aufgrund der Kostendeckelung auf fünf Millionen Euro mussten die Planungen zwischenzeitlich angepasst werden. So wurde unter anderem auf eine Außendämmung des Gebäudes verzichtet. Die Schule erhält lediglich einen neuen Anstrich. In einigen Bereichen wird eine Innendämmung vorgenommen. Auf einen rollstuhlgerechten Ausbau mit Aufzug musste ebenfalls verzichtet werden, es gibt jedoch ein behindertengerechtes WC im Aulabereich.

Die Neugestaltung des Schulhofes ist nicht im Sanierungsplan enthalten. Hier will die Schule selbst aktiv werden. Die Einnahmen des Sommerfestes, das am Samstag gefeiert wurde, sollen diesem Zweck zugute kommen.

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