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Schüsse in Bonn-Tannenbusch: Bornheimer auch wegen Corona-Betrugs angeklagt

Tannenbusch-Center : Mutmaßlicher Parkplatz-Schütze wegen Corona-Betrugs angeklagt

Hilfe für Selbstständige beantragt zu haben, ohne selbstständig zu sein: Das wirft die Staatsanwaltschaft einem 25-Jährigen vor. Der Bornheimer sitzt bereits in Untersuchungshaft - wegen versuchten Mordes.

Ein 25-jähriger Bornheimer muss sich Ende November vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage davon aus, dass der junge Mann am 25. April dieses Jahres 9000 Euro Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmer beim Land NRW beantragt hatte, ohne überhaupt selbstständig zu sein. Angeklagt wird der 25-Jährige deshalb wegen des Verdachts der Subventionserschleichung.

Dem Angeklagten drohen aber größere Probleme, als nur der anstehende Betrugsprozess: Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft, weil parallel Ermittlungen wegen versuchten Mordes gegen ihn laufen.

Sparkasse meldet verdächtiges Verhalten

Doch zunächst zum Betrugsprozess: Die Soforthilfe war so schnell und unbürokratisch geflossen, wie vom Gesetzgeber beabsichtigt, geht aus der Anklage hervor: Bereits am 30. April ging das Geld demnach auf dem Konto des Antragstellers ein. Der mögliche Betrug mit der Corona-Hilfe fiel allerdings relativ schnell auf: Die Sparkasse, bei der der Mann sein Konto führte, wandte sich mit einer Verdachtsmeldung über die zuständige Behörde Financial Intelligence Unit (FIU) an die Bonner Staatsanwälte. Die FIU analysiert als Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen Verdachtsmeldungen, die Banken dem Geldwäschegesetz zufolge machen können.

Die Umsätze auf dem Girokonto sähen nicht aus wie die eines Selbstständigen, hieß es in der Mitteilung der Bänker: Ihr Kunde erhalte mehrere Löhne und Gehälter sowie Kindergeld. Eine Internetrecherche nach dem Namen der vom Kontobesitzer angegebenen Firma sei ebenso erfolglos verlaufen. Nach Prüfung sprach ein Ermittlungsrichter dann am 12. Mai einen sogenannten Vermögensarrest aus. Der Kontoinhaber kann seither nicht mehr auf die 9000 Euro zugreifen, die sich auf dem Konto befinden.

U-Haft wegen Schüssen auf Mercedes

In Untersuchungshaft befindet sich der 25-Jährige allerdings wie erwähnt aus einem anderen Grund: Es laufen derzeit Ermittlungen wegen des Verdachts auf versuchten Mord gegen ihn und zwei weitere mögliche Tatbeteiligte. Demnach soll das Trio am 22. Mai auf einen schwarzen Mercedes geschossen haben. Dessen Fahrer soll auf dem Parkplatz des Tannenbusch-Centers von den Männern ins Visier genommen worden sein. Zu den genauen Hintergründen ist noch nichts bekannt, die Spuren scheinen aber ins Drogenmilieu zu führen.