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Sandra Schidlowski: Sechtemerin entwickelt ein Kinderbuch zum Thema Akzeptanz

Sandra Schidlowski : Sechtemerin entwickelt ein Kinderbuch zum Thema Akzeptanz

Die Geschichte vom bunt karierten Elefanten Elmar, der unbedingt so grau sein möchte wie seine Artgenossen, kennt fast jedes Kind. Nun soll ein weiterer Dickhäuter mit besonderer Optik die Bücherregale der Kinderzimmer erobern.

Winsu, das rosa Nilpferd, das obendrein noch ein hübsches Blütenmuster auf der Haut trägt, stammt aus der Feder - oder besser gesagt aus dem Pinsel - der Sechtemerin Sandra Schidlowski.

Gemeinsam mit ihrem Freund Michael Corda aus Düsseldorf arbeitet die 25-Jährige an dem Buch "Winsu - das rosa Blütennilpferd". Kennengelernt haben sich der Autor und die Illustratorin während ihrer Mediengestalter-Ausbildung in Köln. Bereits 2013 fassten sie den Entschluss, ein gemeinsames Projekt zu starten.

"Michael hat in einer Werkstatt für geistig behinderte Kinder gearbeitet und dabei erlebt, wie wenig behinderte Menschen in unserer Gesellschaft akzeptiert werden", sagt Schidlwoski.

Intensiv beschäftigte sich das Paar mit dem Thema "Anderssein". "Behinderung, Homosexualität oder Vorurteile gegenüber Ausländern sind Themen, mit denen auch schon Kinder in Berührung kommen", ist Schidlowski sicher. "Wir haben festgestellt, dass es zwar Bücher zu einzelnen Themen gibt, aber keines, das seine unterschiedlichen Facetten aufgreift."

"In diesem Alter kann Ausgrenzung bereits beginnen"

Weil das rosa Nilpferd Winsu wegen seines Aussehens gehänselt wird, macht es sich mit seinem Freund Roboson auf den Weg, um irgendwo ein Nilpferd zu finden, das genauso aussieht wie es selbst. Auf ihrer Reise treffen die beiden viele verschiedene Tiere und lernen ganz allmählich, dass eigentlich nichts und niemand normal oder unnormal ist. 40 bis 50 Seiten soll das fertige Buch umfassen und Leser zwischen vier und sechs Jahren ansprechen.

"In diesem Alter kann Ausgrenzung bereits beginnen", meint die Zeichnerin. Jeden zweiten Tag arbeitet sie nach der Arbeit zwei bis drei Stunden an neuem Bildmaterial. "Ich habe mich für die Aquarelltechnik entschieden, weil ich damit schöne Effekte erzielen kann und weil ich glaube, dass sich Kinder von handgemalten Bildern eher angesprochen fühlen", meint die ehemalige Schülerin der Bornheimer Europaschule.

Text und Bild wollen gut aufeinander abgestimmt sein. Für die Zukunft planen Schidlowski und Corda Lesungen in Kindergärten, für die auch noch ein Winsu-Stofftier und passende Musik entwickelt werden sollen.

Zunächst gilt es jedoch, einen Verlag zu finden. Hier wollen sich die beiden soziale Netzwerke zunutze machen und über sogenanntes Crowdfunding Sponsoren für ihr Projekt gewinnen. Crowdfunding bedeutet, dass ein Projekt von einer Vielzahl an Menschen im Vorfeld finanziell unterstützt und somit überhaupt erst ermöglicht wird.

Um die erste Auflage im Selbstverlag drucken zu können und die Arbeitskosten zu decken, werden rund 1500 Euro benötigt. Auf Facebook erfreut sich Winsu bereits großer Beliebtheit. "Wir bekommen viele positive Rückmeldungen, sodass wir optimistisch sind, dass unser Traum wahr werden kann", meint Sandra Schidlowski.