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Dorfplatz Waldorf: Senioren beklagen zu viele Stolperfallen

Dorfplatz Waldorf : Senioren beklagen zu viele Stolperfallen

Zu viele Stolperfallen: Bornheims Seniorenbeirat ärgert sich über den neu gestalteten Dorfplatz in Waldorf. „Da ist viel Geld mit wenig Sinn und Verstand ausgegeben worden“, ärgert sich Helmut Görgen.

 Seit dem Frühjahr ist die Neugestaltung des Waldorfer Dorfplatzes abgeschlossen. Die Spielplatzanlage wurde im Winter bereits feierlich eröffnet und erfreut sich trotz Corona großer Beliebtheit. Ganz anders verhält es sich mit der von zwei Seiten nur über einige Stufen zu erreichenden Fläche des eigentlichen Dorfplatzes, der außerhalb von Festveranstaltungen als Parkplatz dient. Um auch ihn attraktiver zu machen, hat die Stadt dort neben der bereits am Sportplatz vorhandenen Boulebahn einen zusätzlichen Bouleplatz eingerichtet und Bänke um einen mit Schach- und Mühlebrettern ausgerüsteten Tisch installiert.

Hölzerne Barriere

„Wenn so etwas gemacht wird, was für die Senioren sein soll“, ärgert sich Helmut Görgen, „dann hätte man zumindest den Seniorenbeirat der Stadt Bornheim in die Planung einbeziehen sollen.“ Nun haben der Waldorfer Architekt zusammen mit dem Vorstand des Beirats zu einem Ortstermin mit dem GA eingeladen, um auf den baulichen Missstand vor Ort hinzuweisen. „Da hat man um eine zu kleine Boulebahn eine hölzerne Barriere gebaut, die beim Spiel der Senioren die Anwesenheit eines Krankenwagens notwendig macht“, formuliert Görgen mit leichter Übertreibung die Tatsache, dass bei einem unachtsamen Zurücktreten während des Boulespiels das Hinfallen eines Spielers unausweichlich ist.

„Da ist viel Geld mit wenig Sinn und Verstand ausgegeben worden“, so Görgen. „Die bis zu 30 Zentimeter hohe Balkenanlage rund um die Boulebahn hätte man sich sparen können“, meint auch Seniorenbeirat und Boulespieler Josef Düx. „Wenn man jetzt wieder viel Geld dafür ausgibt, die Umrahmung wegzunehmen“, so der Architekt, „dann ist das ja wie im Hänneschen-Theater“.

Nicht seniorengerecht gestaltet

Madeleine Will vom Vorstand des Seniorenbeirats macht zudem darauf aufmerksam, dass der Platz insgesamt nicht seniorengerecht gestaltet sei. Das betreffe nicht nur den Zugang zur Boulebahn, sondern auch die Zugänge zum Platz selbst sowie auch die Aufstellung von Bänken, die nur über Schwellen zu erreichen sind. Völlig ungeeignet, um Platz und Sitzplätze mit Rollator oder Rollstuhl zu erreichen. „Es gibt so viel schönere Beispiel, wie solche Plätze zu gestalten sind“, ärgert sich Will über die Baumaßnahme, die ohne Beteiligung des Seniorenbeirats vorgenommen wurde. „Wir sind überrascht und überrumpelt, sagt sie. Der Platz sei rein „technisch“ und „ohne einen Anspruch an Gestaltung“ konzipiert.

Dass der Platz über die Bergstraße barrierefrei erreichbar sei, betont Bornheims Pressesprecher Christoph Lüttgen auf Anfrage des GA. Je nachdem von wo man komme, müsse man allerdings ein paar Meter mehr zurücklegen. Der Zugang an der Schmiedegasse habe sich baulich aufgrund der Gegebenheiten kaum anders als über eine Treppe lösen lassen. „Eine Rampenlösung wäre an dieser Stelle auch nur unter enormem Aufwand möglich gewesen. Unter anderem hätte dort der gesamte Baumbestand entfernt werden müssen“, so Lüttgen. Nun hofft der Seniorenbeirat auf Nachbesserung, die Boulebahn ohne Stolperfallen und Tisch und Bänke ohne Stufen erreichbar zu machen.