1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Teilstück der Freibadwiese freigegeben: Seniorenzentrum Bornheim: Die Weichen sind gestellt

Teilstück der Freibadwiese freigegeben : Seniorenzentrum Bornheim: Die Weichen sind gestellt

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat am Mittwochabend in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, ein Teilstück der Freibadwiese an die Bonifatius Seniorendienste aus Rheinbach zu verkaufen.

Diese wollen neben der bereits im Bau befindlichen Kita Rilkestraße ein Zentrum für Senioren sowie für Menschen mit Behinderung errichten. Im Raum stand wie berichtet eine Summe von rund 1,4 Millionen Euro. Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler auf Anfrage sagte, habe der Ausschuss dem Verkauf grundsätzlich zugestimmt, aber ergänzende Aufträge an die Verwaltung erteilt.

Nach GA-Informationen votierte eine große Mehrheit für den Verkauf. Auf viel positive Resonanz waren zuvor auch die Ausführungen von Geschäftsführer Werner Brungs zum Konzept für das dreiteilige Gebäude gestoßen, in dem einer der Komplexe für Angebote der Bonner Lebenshilfe vorgesehen ist.

Fast eineinhalb Stunden vergingen im öffentlichen Teil der Sitzung, bis schließlich auch die Fragen der Ausschussmitglieder zu dem Vorhaben auf der rund 6000 Quadratmeter großen Fläche beantwortet waren. Die Bürger sollen in einer Versammlung über die Pläne informiert werden, wie der Ausschuss einstimmig auf Basis eines von CDU und SPD angeregten Antrags beschloss.

Ebenfalls einstimmig unterstützten die Fraktionen den Vorschlag von Ute Kleinekathöfer (SPD), eine Empfehlung an den Sozialausschuss zu formulieren: Dieser soll den Rhein-Sieg-Kreis bitten, die für Bornheim prognostizierten Bedarfszahlen für Pflegeplätze zu überprüfen.

Auslöser für diesen Antrag waren Wortmeldungen während der Einwohnerfragestunde. Ein Bürger äußerte Bedenken ob der Ballung von Seniorenzentren im Umkreis des Rathauses. Aus seiner Sicht gehe der geplante Bau "eindeutig am Bedarf vorbei", und er bezweifelte, ob etwa Anwohner in Walberberg oder Waldorf davon profitierten. Ein weiterer Bürger meinte, die Bedarfszahlen des Kreises würden überschritten.

Der Erste Beigeordnete Manfred Schier erläuterte dazu allgemein, dass im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans für den Teil der Freibadwiese auch die Bedarfsfrage für ein Seniorenheim positiv beantwortet worden sei. Während es hier nun um die Frage der Bebauung gehe, wäre für die Frage des Bedarfs in anderen Ortsteilen der Sozialausschuss zuständig.

Die vom Kreis benannten Zahlen sehe er eher skeptisch. Dem stimmte auch Brungs zu, der betonte: "Wir haben überhaupt kein Interesse daran, Häuser am Bedarf vorbeizubauen." Die Bonifatius Seniorendienste betreiben unter anderem Einrichtungen in Rheinbach und in Swisttal-Odendorf.

In Bornheim sollen 72 Plätze in der stationären Pflege, zwölf in der Tagespflege und 35 Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen. In der stationären Pflege wohnen die Menschen laut Brungs nach dem Hausgemeinschaftsmodell in kleinen Gruppen zusammen.

Für die Lebenshilfe erläuterte die stellvertretende Geschäftsführerin Nina Momm, dass der gemeinnützige Verein interdisziplinäre Therapieangebote für Kinder sowie 16 Plätze für stationäres oder ambulantes Wohnen für Menschen mit Behinderung bieten wolle. Zusätzlich solle der ambulante Pflegedienst einziehen.

"Wir hoffen auf gute Synergien mit dem Kindergarten und dem Seniorenheim", sagte Momm. Über ein barrierefreies Plateau soll das Seniorenzentrum von der Königstraße aus zu betreten sein, führte Architekt Martin Becker aus. Damit das Gebäude nicht "erschlagend" wahrgenommen werde, habe man sich für den heterogenen, dreiteiligen Baukörper mit Innenhöfen entschieden, "der sich mit seinen Fingern in die Landschaft verzahnen soll": Die Freibadwiese solle in und am Gebäude erlebbar gemacht werden.

Skepsis wurde mit Blick auf die Zahl der Parkplätze laut. Vorgesehen sind 20 Stellplätze in einer Tiefgarage, 20 oberirdische sowie vier bis fünf für Taxen und Notärzte. Ein Antrag der CDU, zehn zusätzliche Parkplätze vorzusehen, wurde gegen die Stimmen von Grünen und UWG bei vier Enthaltungen beschlossen. In den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung wurde ein von der FDP eingebrachter Vorschlag verwiesen, eine noch verbleibende Teilfläche der Freibadwiese mitzuverkaufen.