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Landgericht Bonn: Sieben Jahre Haft für Einbruchserie

Landgericht Bonn : Sieben Jahre Haft für Einbruchserie

22 Einbrüche zwischen Hürth und Königswinter gehen auf das Konto eines 36-Jährigen. Auch in Berlin war der Mann aktiv gewesen und ist dort ebenfalls verurteilt worden.

Über fünf Winter kam ein heute 36-jähriger Serbe regelmäßig nach Deutschland, um hier seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Allerdings nicht mit legaler Tätigkeit, sondern mit Wohnungseinbrüchen. Nun wurde der bereits in Berlin verurteilte Mann auch vor dem Bonner Landgericht schuldig gesprochen. Unter Einbeziehung von knapp vier Jahren Haft aus der Hauptstadt wurde der Mann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag bestätigte.

Die Bonner Kammer befand den Mann des Wohnungseinbruchdiebstahls in 22 Fällen für schuldig, elf davon schwer. Die Tatorte sind über die ganze Region verstreut, von Brühl und Hürth über Bornheim, Siegburg, Sankt Augustin und Bonn bis hinunter nach Königswinter war der Einbrecher aktiv. Alle verurteilten Taten hatte der Mann im Laufe des Verfahrens zugegeben. Ursprünglich waren neben diesen vollendeten Einbrüchen auch mehrere Versuche angeklagt, die entsprechenden Verfahren wurden aber eingestellt.

Täter ist studierter Wirtschaftsfachmann

Offenbar fand der studierte Wirtschaftsfachmann infolge der Nachkriegswirren in Serbien keinen Job und geriet auf die schiefe Bahn: Bereits in den frühen Nullerjahren kassierte er in seinem Heimatland eine elfjährige Freiheitsstrafe unter anderem wegen schweren Diebstahls. Nach seiner Entlassung verlegte er die Tatorte ins Rheinland und an die Spree; im November 2014 reiste er wohl erstmals nach Deutschland.

Ungelernt war er offenbar auch bei seiner illegalen Tätigkeit nicht: Die Einbrüche zeugten von einer hohen Professionalität, es gab nur geringe Kollateralschäden, stellte das Gericht in seinem Urteil fest. So hätten viele Opfer nach ihrer Rückkehr zunächst gar nicht bemerkt, dass in ihre Häuser beziehungsweise Wohnungen eingebrochen worden war. Dass eine Terrassentüre offenstand oder eine Fensterscheibe beschädigt war, sahen viele Opfer erst, nachdem sie schon längere Zeit wieder zu Hause waren.

57.000 Euro im Rheinland erbeutet

Der Einbrecher hatte es vornehmlich auf Schmuck und Bargeld abgesehen. Auf rund 57.000 Euro bezifferte die Kammer den Wert der allein im Rheinland gemachten Beute. Höchster Einzelposten war Schmuck im Wert von rund 10.000 Euro: Der Einbruch in ein Reihenhaus in Hürth am 11. November 2014 gehörte zu den ersten verurteilten Taten.

Das 64-jährige Opfer litt seinem eigenen Bekunden nach nicht nur unter dem finanziellen Verlust. Die gestohlenen Kommunionskränze aus Weißgold, eine goldene Armbanduhr und ein Goldring mit Perle hätten für sie auch einen starken immateriellen Wert als Erinnerungsstücke besessen, so die bestohlene Besitzerin vor Gericht.

Die Tatserie endete erst im Jahre 2019: Offenbar hatte die Berliner Polizei den Mann schon länger im Visier und nahm ihn am 16. Dezember fest. DNA-Spuren wiesen den Ermittlern schließlich den Weg ins Rheinland.