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Frühjahrsputz im Bornheimer Freibad: So bereitet sich das Schwimmbad auf die Saison vor

Frühjahrsputz im Bornheimer Freibad : So bereitet sich das Schwimmbad auf die Saison vor

Der Frühjahrsputz im Hallenfreizeitbad (HFB) Bornheim läuft auf Hochtouren: Ab 1. Juni wäre das Freibad bereit für Gäste – falls die Corona-Verordnungen sie dann wieder erlauben. Unabhängig davon bahnt sich eine Entscheidung in der Frage Neubau oder Sanierung des baufälligen Schwimmbads an.

Frühjahrsputz im Freibad: Azubi Kai Dick schrubbt das Becken, während Kollegin Christina von der Ehe mit einer Maschine die Wege um das Freibad-Becken des Hallenfreizeitbads (HFB) in Bornheim reinigt. Wann die ersten Menschen dort wieder plantschen können, ist noch unklar. „Wir sind organisatorisch so darauf eingerichtet, dass wir am 1. Juni öffnen können“, sagt Stadtbetrieb-Vorstand Ulrich Rehbann. Normalerweise startet die Freibad-Saison am 15. Mai, aber die aktuellen Corona-Regeln erlaubten noch keine Öffnung. „Wenn die Inzidenzen weiter sinken, dann habe ich gute Hoffnung.“

Rehbann geht davon aus, dass das HFB das Hygiene-Konzept aus dem letzten Jahr wieder verwenden kann. „Das hat sich bewährt“, sagt er. Das Konzept trennt den Freibad- und Hallenbadbereich strikt voneinander ab. Die Gäste betreten die Bereiche über separate Eingänge. „Das müssen wir personell entsprechend besetzen.“ Da die Freibadbesucher so nicht mehr die Duschen im Hallenbad nutzen können, werden wieder entsprechende Container aufgestellt. Während der Saison werden Hallenbad und Außenanlage außerdem häufiger gereinigt: Immer zwischen den Zeitabschnitten, die die Gäste buchen können, werde alles desinfiziert.

Für das Freibad können die Besucher auch dieses Jahr wieder im Internet Zeit-Tickets für vormittags oder nachmittags kaufen, berichtet Rehbann. So kann der Einlass je nach aktueller Lage begrenzt werden. „Letztes Jahr haben wir maximal 300 Leute reingelassen. Das berechnet sich nach der Wasserfläche.“ Theoretisch hat das Bad Platz für 2000 Menschen. Die Preise sind durch die Corona-Beschränkungen nicht gestiegen. „Wir haben die Preise ermäßigt, weil die Gäste nicht wie sonst Hallen- und Freibad nutzen können.“

2020 Jahr hatte das Freibad 16 483 Besucher, berichtet Rehbann. In einer „normalen“ Saison seien es doppelt so viele. Dass eine Impf-Bescheinigung für den Einlass notwendig sein wird, kann sich der HFB-Vorstand nicht vorstellen. „Wir sind froh über jeden, der offiziell rein darf“, sagt Rehbann. Bis es soweit ist, muss das HFB-Team nur noch ein paar Witterungsschäden wie kaputte Fliesen beheben.

Sanierung oder Neubau? Entscheidung am 2. Juni

Die Debatte um Sanierung oder Neubau für das HFB wird laut Rehbann keinen Einfluss auf die diesjährige Saison haben. Seit Längerem steht fest, dass das Bad in schlechtem Zustand ist, im Dezember hatte die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen in einem Gutachten beide Modelle gegenübergestellt (der GA berichtete). „Selbst wenn die Sanierung beschlossen würde, müsste das mit Vorlauf sein wegen der Ausschreibungen“, sagt er. Die Arbeiten für einen Neubau würden frühestens Mitte nächsten Jahres starten.

Eine Entscheidung in der Frage Sanierung oder Neubau soll laut Rehbann im Haupt- und Finanzausschuss am 2. Juni fallen. Eine entsprechende Vorlage, die die Entscheidung für eine der beiden Varianten enthält, bereite er momentan vor. Das letzte Wort hat der Rat in seiner Sitzung am 22. Juni. Jetzt hat sich Rehbann zufolge der Arbeitskreis HFB zum ersten Mal per Videokonferenz getroffen. Dazu gehören neben ihm Bürgermeister Christoph Becker, Kämmerer Ralf Cugaly, der Leiter des HFB, Michael Kleist, und der Technische Leiter Lars Kaiser sowie Vertreter der Fraktionen.

Gezeigt worden sei ein etwa 20-minütiges Video, das die zahlreichen Schäden am Bad aufzeigte, die das Gutachten bereits attestiert hat. „Wenn man sieht, wo etwa überall der Beton abgeplatzt ist, hat das schon eine andere Wirkung, als nur das Gutachten zu lesen. Mein Eindruck war, dass die Teilnehmer beeindruckt waren vom Umfang der Schäden“, sagte Rehbann. Der geplante Beschluss werde als Grundlage für weitere Verhandlungen und die Finanzierung dienen, erklärt Rehbann.

Leiter des Stadtbetriebs wünscht sich Neubau

Als Leiter des Stadtbetriebs Bornheim, der das Bad betreibt, wünscht Rehbann sich einen Neubau. „Einfach weil man dann viele Aspekte einfließen lassen könnte, die der derzeitige Baukörper nicht mehr hergibt.“ Dazu zählen ihm zufolge vor allem energetische Fragen wie ein CO2-freier Betrieb. „Der lässt sich auch mit einer Sanierung nicht mehr herstellen.“ Weiterhin hatte das Gutachten darauf hingewiesen, dass die veranschlagten 19,8 Millionen Euro für die Sanierung kein Geld für eventuelle Funktionsverbesserungen enthalten, sondern nur das Nötigste zum Erhalt der Funktionen.

Bei einem Neubau könnte das HFB auch ohne lange Schließung auskommen, die bei Errichtung am selben Standort nötig werden würde. Laut Rehbann sei auf dem aktuellen Gelände auf der Freibadwiese Richtung Kindergarten ausreichend Platz für ein neues Gebäude.