So gesehen Warum Kröten-Damen es in Brenig alles andere als leicht haben

Bornheim-Brenig · Die Amphibien in der Region verspüren schon Frühlingsgefühle. Warum ihre Hochzeitsreise mitunter im Eimer vonstatten geht und warum die Frauen es mal wieder am schwersten haben

Doppelpack: Das Weibchen hat die Arbeit, das Erdkrötenmännchen lässt sich auf dem Weg zum Laichplatz tragen. dpa

Doppelpack: Das Weibchen hat die Arbeit, das Erdkrötenmännchen lässt sich auf dem Weg zum Laichplatz tragen. dpa

Foto: dpa/Marcus Brandt

Eine Frau muss bekanntlich viele Frösche küssen, ehe sie einen Prinzen findet. Eine stattliche Auswahl an Bewerbern ist nach Informationen des Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge (LSV) derzeit im Breniger Mühlenbachtal zu finden. Denn hier verspüren immer mehr Frösche, Erdkröten, Molche und Salamander Frühlingsgefühle: Aus ihrem Winterversteck am Hang machen sie sich in diesen Wochen auf den Weg zum Entenweiher, um sich der Paarung zu widmen. Und dabei landen sie – ganz unromantisch – im Eimer.

Denn die ehrenamtlichen Helfer des LSV haben eine etwa 100 Meter lange Schutzplane ausgelegt und einen Krötenzaun aufgestellt, damit die Tiere auf ihrem Weg zum Entenweiher beim Queren des dort verlaufenden Wirtschaftsweges nicht dem Autoverkehr zum Opfer fallen. „Leider nutzen viele Autofahrer den Weg trotz Fahrverbot und trotz von der Stadt aufgestellten Hinweisschildern zur Krötenwanderung“, bedauert der LSV. Auf der Suche nach ihrem Laich-Gewässer wandern die Amphibien an der Plane entlang und fallen dann in die vom Verein aufgestellten Eimer. Daraus werden sie am nächsten Morgen von fleißigen Helfern gerettet und auf die andere Straßenseite gebracht. Von dort sind es laut LSV nur noch wenige gefahrlose Meter bis ins Wasser, wo sie dann ihre Eier ablegen können.

„Bisher konnten schon Hunderte Molche und Erdkröten in ihr Laichgewässer gebracht werden“, freut sich der LSV. Letztere oft im „Doppelpack“: „Da hatte ein paarungsbereites Männchen ein Weibchen erspäht, war auf den Rücken geklettert und hatte sich mit seinen Armen hinter den Achseln des Weibchens festgeklammert. So werden Nebenbuhler ausgeschaltet und der Pascha muss nicht zu Fuß gehen“, berichtet Helfer Klaus Fietzek.

Kröten-Damen haben es also im wahrsten Sinne des Wortes auch alles anderes als leicht bei der Partnerwahl. Und wahrscheinlich quaken die männlichen Junggesellen dann noch mal mehr, mal weniger weniger schön im Chor: „Eine Frau, die mich nach Hause trägt“ zum Beispiel oder „Steh auf, wenn du am Boden bist“. Kein Wunder, dass Herr und Frau Kröte nach dem Laichvorgang wieder getrennte Wege gehen.

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