Saisonbeginn im Vorgebirge Wann es den ersten Spargel aus der Region gibt

Rhein-Sieg-Kreis · Die Spargelbauern in Voreifel und Vorgebirge stehen in den Startlöchern. Allerdings sind die Böden noch nass. Wann sie mit dem Saisonstart rechnen und ob Ostern schon der erste Vorgebirgsspargel auf den Tellern liegen wird:

 Auf frischen Spargel aus der Region warten die Genießer schon. Anbauer aus dem Vorgebirge erklären, wann die Ernte beginnt.

Auf frischen Spargel aus der Region warten die Genießer schon. Anbauer aus dem Vorgebirge erklären, wann die Ernte beginnt.

Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Der viele Regen der vergangenen Monate hat die Böden bis in tiefere Schichten hinein durchfeuchtet. Noch sind auch die obersten Erdschichten zu nass, um mit einer Maschine durch die Reihen zu fahren. Zwar waren die Tage nun sonniger, das habe die Böden mittlerweile ein wenig angetrocknet. Aber es reiche noch nicht ganz. „Wenn das Wetter mit klaren Tagen und Sonnenschein so bleibt, können wir nächste Woche loslegen“, hofft Johannes Saß.

Es kommt auf Sonneneinstrahlung und Temperatur an

Das wünschen sich auch seine Kollegen Karl-Heinz Steiger aus Waldorf und Johannes Heck aus Swisttal, die ebenfalls in den Startlöchern stehen. Bis jetzt liegen die Bauern im Rhein-Sieg-Kreis im Zeitplan. Sie rechnen mit einem Erntebeginn Mitte April wie im vergangenen Jahr. Damit gibt es allerdings zu Ostern weder grünen noch weißen Spargel aus regionalem Anbau. Das findet Saß zwar schade, aber erklärt: „Ostern liegt für uns in diesen Jahr zeitlich zu früh.“ Dass die Dämme erst jetzt errichtet werden, ist aus Sicht des Uedorfers völlig in Ordnung. „Ob man im März die Dämme samt Folie errichtet wie 2022 oder schon im Februar wie 2023 - der Zeitpunkt beeinflusst nicht den Erntebeginn“, machte der studierte Betriebswirt deutlich.

Es komme auf die dann folgende Sonneneinstrahlung und Temperatur an. So sei es zum Beispiel im vergangenen Jahr bis Mai kalt und nass gewesen. Diese beiden Komponenten hätten den Ernteertrag dann deutschlandweit geringer ausfallen lassen als im Jahr zuvor, führte Saß aus. Man könne also keine Prognose über den Ertrag abgeben, man wisse nie, ob das Wetter dabei letztlich mitspiele. Für den Uedorfer weist der viele Regen auch Vorteile auf. So habe das Wasser tiefere Bodenschichten erreicht. „Wir können nun mit genügend Bodenfeuchtigkeit in die kommende Saison starten.“

Bisher gut in der Zeit

Auch bei Johannes Heck haben Nässe und Nachtfröste weder den Böden noch den Pflanzen geschadet. Bisher sei alles in Ordnung, stellte der 40-Jährige fest. Er wird mit dem „Aufdämmen“ nächste Woche beginnen – soweit das Wetter es zulässt. Dem kann sich Karl-Heinz Steiger vom gleichnamigen Gemüsehof in Waldorf nur anschließen. Beim Spargelanbau tue sich momentan nichts, betonte der 71-jähige Senior, der den Hof vor Jahren an Tochter Margarete Ribbecke weitergab. In ihrem Betrieb werden die Dämme frühestens in 14 Tage hochgezogen. „Ist der Boden zu nass, wird die Erde klumpig. Die Stangen wachsen dann krumm“, so der Rentner. Auch er macht sich keine Sorgen darüber, dass die Ernte später beginnen könnte. „2023 haben wir Ende März/Anfang April aufgedämmt. Wir sind also in diesem Jahr gut in der Zeit“, weiß Steiger aus Erfahrung. Dennoch können er und seine Kollegen kaum erwarten, dass es losgeht. „Das Schwierigste in der Landwirtschat ist, nichts zu tun und zu warten“, brachte Saß die Einstellung auf den Punkt.

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