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In Bornheim: Spatenstich für Neubau der Bonner Werkstätten

In Bornheim : Spatenstich für Neubau der Bonner Werkstätten

Insgesamt 60 zusätzliche Arbeitsplätze und ein neuer Inklusionsbetrieb kommen nach Hersel. Das Unternehmen investiert vier Millionen Euro.

Christoph Becker fühlte sich am Mittwoch bei seinem ersten Spatenstich als Bornheims Bürgermeister sichtlich wohl. Gemeinsam gab er mit Andreas Heß, Geschäftsführer Unternehmensverbund Lebenshilfe Bonn und Bonner Werkstätten sowie dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats Helmut Achtruth den Startschuss für den geplanten Werkstätten-Neubau an der Herseler Allerstraße.

Ab März werden auf der 10.000 Quadratmeter großen Fläche schräg gegenüber dem Altgebäude der Bonner Werkstätten nach langer Planung endlich die Bagger rollen. In drei Bauabschnitten werden dort in den nächsten Monaten um die 60 Parkplätze, zwei Gebäude in Massivbauweise mit rund 60 Werkstattplätzen, Büros, einem Pausen- und Schulungsraum, Sanitärräumen und Räumlichkeiten für ein neues Inklusionsunternehmen sowie zwei Werkhallen in Stahlkonstruktionen entstehen.

Neuer Inklusionsbetrieb für Gartenbau

Im Außenbereich sollen außerdem genügend Stellplätze für Container, Schüttgutboxen sowie für Busse mit Anhänger geschaffen werden. Im vorderen Bereich werden die rund 85 Mitarbeiter mit und ohne Behinderung des Garten- und Landschaftsbaus – seit 1988 im Bonner Stadtteil Dransdorf – einziehen, in deren bisherigen Räumlichkeiten werden dann die Geschäftsstelle und ein zentraler Mitarbeiter-Fortbildungsbereich untergebracht.

Der neue Inklusionsbetrieb wird ebenfalls im Garten- und Landschaftsbau unterwegs sein – allerdings mit anderem Portfolio. „Mit dem neuen Unternehmen wollten wir etwas Neues wagen. Inklusionsbetriebe verfolgen wirtschaftliche Ziele, die Hälfte der Arbeitsplätze wird allerdings mit Menschen mit Behinderung besetzt. Wirtschaftlichkeit und soziales Engagement schließen sich nämlich nicht aus“, erklärte Heß.

„Aktion Mensch“ hat sich beteiligt

Eingestellt werden zwölf Mitarbeiter, die außer Mäharbeiten, Heckenschnitte und Beetpflege auch noch Pflanz- und Rasenarbeiten, Baumkontrollen und Baumfällarbeiten erledigen werden. Rund vier Millionen Euro kostet die Bonner Werkstätten das Gesamtprojekt, mit 300.000 Euro hat sich die „Aktion Mensch“ an der Investition beteiligt, eine weitere Anschubförderung zur Finanzierung der Arbeitsplätze wurde bereits zugesagt.

Während die ersten beiden Bauabschnitte im Oktober abgeschlossen sein sollen, werden sich die baulichen Maßnahmen für das neue Unternehmen wohl verzögern, „da wir noch nicht alle Förderzusagen haben“, so Heß. Für ihn hat vor allem der Umzug des Werkstatteigenen Garten- und Landschaftsbetriebes nach Hersel für die Mitarbeiter nur Vorteile.

Ein strategischer Kauf

„Da wächst zusammen, was zusammengehört. Rein organisatorisch gehört der Bereich nämlich zu Werk I und da ist es nur logisch, dass er auch räumlich hierherkommt. Die Mitarbeiter können nun wesentlich einfacher unsere hiesigen Angebote wie Kantine und Weiterbildung nutzen“.

Als einst strategischen Kauf bezeichnete Achtruth, seit 35 Jahren Chef des Aufsichtsrates, den Kauf der städtischen Fläche vor gut vier Jahren. „Damals wussten wir nicht, wofür wir sie nutzen können. Jetzt ist es klar: die Entscheidung war richtig“. Die Einrichtung eines Inklusionsbetriebes begrüßte Becker ausdrücklich. Als ehemaliger Schulleiter der Bornheimer Europaschule hat er nur positive Erfahrungen mit der gemeinsamen Arbeit behinderter und nicht behinderter Menschen gemacht.

„Es gibt Menschen, die nach solch einem Arbeitsangebot suchen. Ich freue mich für unsere Stadt über die zusätzlichen Arbeitsplätze“.