Pläne für Schwimmbad SSV Merten denkt über Bau von Therapiebecken und Turnhalle nach

BORNHEIM-MERTEN · Für Theo Riegel drängt die Zeit. Der Vorsitzende des SSV Merten muss sich nach einem neuen Schwimmbecken für die 15 Aquafitnesskurse des Vereins umsehen.

 Stall Laub könnten hinter dem Fußballplatz des SSV Merten eine Schwimm- sowie eine Turnhalle entstehen. "Unsere Überlegungen gehen in alle Richtungen", sagt der Vorsitzende Theo Riegel.

Stall Laub könnten hinter dem Fußballplatz des SSV Merten eine Schwimm- sowie eine Turnhalle entstehen. "Unsere Überlegungen gehen in alle Richtungen", sagt der Vorsitzende Theo Riegel.

Foto: Roland Kohls

Denn: Wird das Krankenhaus in Merten wie angekündigt 2015 geschlossen, steht das Klinik-Schwimmbad, das der Verein derzeit nutzt, voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung. "Wir müssen sehen, dass wir dann nicht vor verschlossener Türe stehen", sagt Riegel. Deshalb überlegt der Verein derzeit, ein eigenes Schwimmbad am Sportplatz in Merten zu bauen.

Dort sollten zunächst lediglich neue Sanitäranlagen entstehen. Nach und nach hätte der Vorstand die Pläne aber um ein Schwimmbad von der Größe eines Therapiebeckens und eine 27 mal zwölf Meter große Turnhalle erweitert, sagt Riegel. "Die Wartelisten für unsere Aquafitnesskurse sind lang. Wir könnten eigentlich noch viel mehr anbieten." Derzeit sei der Verein bei den Nutzungszeiten eingeengt, sagt Riegel. Ähnliche Probleme gebe es beim Kinderturnen. "Wegen der offenen Ganztagsschule können wir die Turnhalle erst ab 16 Uhr nutzen", sagt Riegel. Zum Teil sei die Halle sogar doppelt belegt.

Erste Gespräche mit der Stadt sind laut dem Vorsitzenden positiv verlaufen. "Nach Ansicht des Stadtbetriebs ist ein Bad in Merten für das Bornheimer Hallenfreizeitbad unproblematisch", sagt auch Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler. Es sei ja als Ersatz für das Becken im Krankenhaus gedacht. "Wir sehen das schon mit einem gewissen Wohlwollen", ergänzt Henseler.

Für die Planungen sollen 3000 Euro in den städtischen Haushalt 2014 eingestellt werden. Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss am Mittwoch zudem, 19.000 Euro aus der Sportpauschale für Bauarbeiten beim SSV zur Verfügung zu stellen.

Entstehen könnte der Anbau am südlichen Ende des Fußballplatzes - und so gleichzeitig als Lärmschutzwall zur Griegstraße hin dienen. Auch über die mögliche Wärmeversorgung hat sich der Vorstand bereits Gedanken gemacht: Die könnte über ein Blockheizkraftwerk laufen. Das koste etwa 25.000 Euro im laufenden Betrieb, sagt Riegel. "Bei dem, was wir im Moment an Miete ans Krankenhaus bezahlen, sind wir schon in Regionen, wo wir das finanzieren können." Übrig blieben die Investitionskosten. Riegel rechnet damit, das diese "auf eine Million Euro zumarschieren". Für die Kursteilnehmer würde das bedeuten, dass die Gebühr leicht steigen könnte. Riegel geht von 10,50 statt 9,50 Euro aus.

Noch sei aber nichts entschieden, sagt Riegel. "Unsere Überlegungen gehen in alle Richtungen." Etwa: Besteht vielleicht auch die Möglichkeit Schwimmbäder in Bornheim, Wesseling oder Brühl zu nutzen? Oder: Ergeben sich mit dem Träger des Mertener Krankenhaus vielleicht neue Perspektiven? Einige dieser Überlegungen scheinen allerdings bereits auszuscheiden. Im Bornheimer Hallenfreizeitbad könnte laut Riegel zwar Platz sein, allerdings müssten sich die Aquagruppen dann das Becken mit den weiteren Schwimmern teilen.

"Außerdem beträgt die Wassertemperatur nur 26 Grad, wir brauchen aber 32 Grad." In Wesseling gebe es die gleichen Probleme. Auch dort müssten die Kurse parallel zum normalen Betrieb laufen. In Brühl stehen zwei Schwimmbecken zur Verfügung. Eines im Altenheim sowie eines vom Turnverein. Letzteres sei allerdings zu klein und scheide deshalb aus. Riegel ist zudem sicher: "Die Leute sagen ganz klar: Im Winter fahren wir nicht noch weit."

Derzeit läuft eine Fragebogenaktion, mit der Riegel das Interesse der Vereinsmitglieder an einem eigenen Schwimmbad abfragen möchte. Ende der kommenden Woche sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Spätestens im Januar will der 800 Mitglieder starke Verein auf seiner Mitgliederversammlung dann eine Entscheidung treffen. Riegel: "Wenn das Krankenhaus Ende des kommenden Jahres schließt, müssen wir eine Lösung haben."

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