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Oldtimer-Sammlung steht im Fokus: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Landwirt Ritter

Oldtimer-Sammlung steht im Fokus : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Landwirt Ritter

Die Vorwürfe drehen sich um illegale Geschäfte mit Fahrzeugen. Die Oldtimer-Sammlung des Landwirts steht nach GA-Informationen im Fokus.

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Ermittlungen gegen den Landwirt Claus Ritter aufgenommen. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage des General-Anzeigers mit. Demnach geht es bei den Ermittlungen gegen Ritter, dessen Betrieb Spargel Ritter insolvent ist, um illegale Geschäfte mit Fahrzeugen. Nachdem es zuvor schon eine Strafanzeige diesbezüglich gab, habe die Auswertung der Insolvenzakte Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht geliefert.

Im Mittelpunkt stehen nach GA-Informationen vorwiegend Oldtimer, die Ritter sammelte. Zum Teil soll er sie veräußert haben, obwohl er nicht der Eigentümer war.

Unklar ist darüber hinaus der Verbleib einiger Nutzfahrzeuge des Landwirtschaftsbetriebs. Wie der General-Anzeiger bereits berichtete, fand im Zuge der Insolvenz der öffentlich bestellte Sachverständige zwölf von 68 Fahrzeugen aus dem Fuhrpark nicht vor. „Ritter konnte sich zu dem Verbleib dieser Fahrzeuge nicht äußern“, ist im Bericht des Bonner Insolvenzverwalters Andreas Schulte-Beckhausen zu lesen. Zum Verbleib weiterer 13 Fahrzeuge, die der Sachverständige nicht fand, hat Ritter demnach erklärt, dass er einen Großteil dieser Fahrzeuge an den Obsthändler Frutania GmbH veräußert habe.

Plünderer auf Erdbeer-Feld

Indes hat der für die Geschäfte von Spargel Ritter verantwortliche Insolvenzverwalter die Ernte vorzeitig beendet. Zunächst die Spargelernte, da diese sich im Zuge der Krise um das Coronavirus mangels Gastronomen als Abnehmer nicht gelohnt habe. Kurz darauf war für Schulte-Beckhausen auch mit der Erdbeer-Ernte Schluss, nachdem Saisonarbeiter in Bornheim gegen schlechte Unterbringung und angeblich ausstehende Löhne protestiert hatten. Während der Proteste hätten Gewerkschafter die Arbeiter bedroht. Daher habe er die Sicherheit auf den Feldern nicht mehr gewährleisten können, ließ Schulte-Beckhausen damals über einen Sprecher ausrichten.

Die Rechte an der übrigen Erdbeer-Ernte hat Schulte-Beckhausen verkauft. Unklar ist allerdings, an wen. Die Felder scheinen dennoch verwaist zu wirken. So musste die Polizei am Donnerstag auf einem Feld in der Nähe von Dompfaffenweg und Lessenicher Weg in Alfter-Gielsdorf Platzverweise erteilen, da Menschen sich dort unerlaubterweise an den Erdbeeren bedienten.

Auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn angesprochen, lautet der einzige Kommentar von Claus Ritter indes: „Das ist sowieso alles Blödsinn.“