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Wassersport in Corona-Zeiten: Staatssekretärin Milz besucht Sportverein in Bornheim

Wassersport in Corona-Zeiten : Staatssekretärin Milz besucht Sportverein in Bornheim

Sie wollte wissen, wie die Vereine in NRW mit Corona umgehen: NRW-Staatssekretärin für Sport, Andrea Milz, sprach vor Ort mit den Mitgliedern des Herseler Wassersportvereins. Diese freuen sich über die Lockerungen.

Ob Fußballplatz, Sporthalle oder Fitnessstudio – nach Wochen der Leere kann der Sport in NRW langsam wieder hochfahren: Kontaktloser Sport im Freien ist wieder möglich, ab Montag, 11. Mai, dürfen Tanzschulen, Sporthallen und Fitnessstudios unter Auflagen öffnen, ab dem 30. Mai ist sogar die Ausübung von Sportarten „mit unvermeidbarem Körperkontakt und in geschlossenen Räumen“ wieder erlaubt.

Um sich über die Lage der Vereine in Zeiten von Corona zu informieren, stattete die NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, dem Herseler Wassersportverein am Samstag einen Besuch ab. Den Kontakt hatte der Alfterer Landtagsabgeordnete Oliver Krauß hergestellt. Vom Vorsitzenden Wilhelm Witte (75) wollte Milz wissen, wie der Verein den Lockdown erlebt hat, ob sich die erzwungene Pause auf die Mitgliederzahl ausgewirkt hat und ob für die Sportler Alternativen wie etwa Online-Formate bereitgestellt wurden. „Wir waren nicht sehr stark von den Maßnahmen betroffen. Zwar mussten wir unser offizielles Training einstellen, aber unsere Mitglieder konnten weiterhin auf dem Rhein paddeln“, berichtet Witte, der seit 64 Jahren Vereinsmitglied ist.

Eine Demonstration ihres Könnens lieferten am Samstag Andreas Kurtenbach, Klaus Sigl und Ben-Noah, der mit 13 Jahren eines der jüngsten der rund 70 Mitglieder des Vereins ist. Normalerweise absolvieren die Wassersportler einmal wöchentlich ein Zirkeltraining in der Turnhalle der Herseler-Werth-Schule und können im vereinseigenen Kraftraum trainieren. Auf beides mussten sie lange verzichten. „In unserem Verein gibt es sehr viel langjährige Mitglieder“, teilte Wilhelm Witte der Staatssekretärin mit. Abgemeldet habe sich wegen Corona niemand.

Milz: Vertrauensvorschuss für Vereine

„Wir konnten für den Sport nur deshalb Lockerung beschließen, weil wir wissen, dass die Vereine verantwortungsvoll mit den Vorgaben umgehen“, erläuterte die Staatssekretärin. Die Öffnung der Sportanlagen erfolge unter genauen Abstands- und Hygieneauflagen. „Es sind sicher viele Zumutungen, aber keine, die man nicht überwinden kann“, so Milz. Bewusst habe man keine speziellen Sportarten oder Gruppengrößen bei den Lockerungen benannt. „Oberstes Kriterium ist, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können.“

Beim Paddeln auf dem Rhein rückt man sich für gewöhnlich wenig auf die Pelle – und auch im Kraftraum kann gut auf Abstand geachtet werden. Deshalb sieht der Vorsitzende des Herseler Wassersportvereins den kommenden Wochen positiv entgegen und hofft, im November das 90-jährige Vereinsjubiläum mit allen Mitgliedern, Musik, Ehrungen und karnevalistischen Auftritten feiern zu können.