Brauchtum im Vorgebirge Stadt Bornheim will Geld für die Dorfkirmessen ausgeben

Bornheim · Elf Kirmessen gibt es im Bornheimer Stadtgebiet. Allerdings werden diese nicht mehr von der Stadt organisiert, weil Personal fehlt. Das müssen nun andere tun. Dafür sollen sie allerdings Geld aus dem Rathaus erhalten – wenn die Politik zustimmt.

Vereine, die in Bornheim eine Kirmes organisieren, sollen dafür Geld von der Stadt erhalten.

Vereine, die in Bornheim eine Kirmes organisieren, sollen dafür Geld von der Stadt erhalten.

Foto: Axel Vogel

Die Stadt Bornheim möchte die Organisatoren der Kirmessen in den Stadtteilen mit jeweils 500 Euro unterstützen. Einen entsprechenden Vorschlag hat die Stadtverwaltung dem zuständigen Ausschuss für Sport, Kultur und Ehrenamt zur Beschlussfassung vorgelegt. Dieser tagt am Mittwoch, 24. April. Die Idee einer solchen Förderung hat eine Vorgeschichte. Schließlich hat die Stadt Bornheim bislang diese Feste in den Dörfern organisiert – was sie nun aber nicht mehr tut.

Bereits im November des vergangenen Jahres hatten es ein Gespräch zwischen der Stadtverwaltung sowie Ortsvorstehern, Vereinen und Dorfgemeinschaften zu den Kirmessen gegeben. Elf Veranstaltungen dieser Art stehen für gewöhnlich im Bornheimer Jahreskalender – bislang organisiert durch das Ordnungsamt.

Dass dies nicht mehr der Fall ist, liegt daran, dass laut Stadt eine Vollzeitstelle im Ordnungs- und Bürgeramt seit April 2023 trotz intensiver Bemühungen unbesetzt geblieben ist. Aufgrund dieses Personalmangels wurde die Organisationen der Kirmessen als freiwillige städtische Aufgabe gestrichen.

Nun sind die Vereine gefragt

„Die Ortsvereine haben damit die Chance, flexibler zu agieren, die Kirmessen attraktiver zu gestalten und möglicherweise mehr Einnahmen aus Standgebühren und Ausschank zu erzielen“, heißt es in den Unterlagen zur Kulturausschusssitzung am Mittwoch. Es muss sich nun zeigen, ob Ortsausschüsse, Dorfgemeinschaften und Co. überall die Möglichkeiten haben, eine Kirmes zu stemmen. In Hemmerich und Rösberg wird die Kirmes bereits seit Jahren von privater Seite beziehungsweise dem Kirchenvorstand organisiert, in Hersel gibt es wiederum seit längerem einen Kirmesverein.

Dort oder auch in Orten, in es denen solche Strukturen nicht gibt, will die Stadt die Vereine „weiterhin unterstützen und im Rahmen der Möglichkeiten begleiten“, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist. Dazu soll es auch Geld geben, sofern die Politik dem Vorschlag der Stadtverwaltung zustimmt.

Falls dem so ist, könnten die Vereine, die eine Kirmes organisieren, einen formlosen Antrag an die Stadt stellen, um den Zuschuss zu erhalten. Nach dem Fest müsste dann die zweckmäßige Verwendung des Geldes bestätigt werden.

Wo das Geld herkäme

Bei Bezuschussung aller Kirmessen müsste die Stadt 5500 Euro im Jahr ausgeben. Das ist nicht viel Geld für eine Kommune, allerdings muss die Stadt Bornheim ihre Ausgaben im Blick behalten. Laut Verwaltung kann der Betrag für 2024 aus dem Bereich Personalmanagement genommen werden, wo er nicht benötigt werde.

Nach dem Ende der Kirmessaison will die Stadt die Organisation der Feste durch die Ortsvereine evaluieren und über Zuschüsse für kommende Jahre nachdenken. Zunächst muss die Bornheimer Politik aber über die Gelder für dieses Jahr entscheiden.

Der Ausschuss für Sport, Kultur und Ehrenamt tagt am Mittwoch, 24. April, ab 18 Uhr im Bornheimer Ratssaal. Der Tagesordnungspunkt zu den Kirmessen ist öffentlich.

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