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Betreuung an den Bornheimer Grundschulen: Steigende Nachfrage nach Ganztagsplätzen

Betreuung an den Bornheimer Grundschulen : Steigende Nachfrage nach Ganztagsplätzen

Immer mehr Eltern in Bornheim wünschen eine ganztägige Betreuung für ihre Grundschulkinder. An zwei Schulen im Stadtgebiet haben mehr als 80 Prozent der Eltern zukünftiger Erstklässler ihr Kind zum Schuljahr 2017/2018 für ein Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGS) angemeldet.

„Die Anmeldezahlen steigen stetig“, teilte Beigeordnete Alice von Bülow jüngst im Ausschuss für Schule und Soziales mit. Obwohl dies dem allgemeinen Trend entspreche, liege Bornheims Bedarf an OGS-Plätzen weit über dem anderer Kommunen.

Als Beispiel nannte von Bülow die Martinus-Schule in Merten. Dort sind 83 Prozent der 47 Erstklässler für das kommende Schuljahr zur OGS angemeldet. Im Vorjahr waren es 76 Prozent. An der Roisdorfer Sebastian-Grundschule sind es sogar 88 Prozent der 44 i-Dötzchen. Die Eltern an der vierzügigen Johann-Wallraf-Grundschule Bornheim wünschen zu 70 Prozent eine Ganztagsbetreuung, und in Waldorf, Walberberg und Sechtem liegt der Anteil um die 60 Prozent.

In der Grundschule Rösberg, in die im Sommer 24 Erstklässler eingeschult werden, meldeten 41 Prozent der Eltern Bedarf an. Die dreizügige Herseler-Werth-Grundschule bildet mit 79 Erstklässlern im kommenden Jahr eine Ausnahme: Hier liegen die Anmeldungen für die OGS nur bei 35 Prozent.

„In Zukunft ist von einem immer weiter steigenden, bis hin zu einem fast 100-prozentigem OGS-Bedarf auszugehen“, prognostizierte von Bülow. Es müsse daher nach Möglichkeiten gesucht werden, dieser Entwicklung zu begegnen. Ressourcen seien zu analysieren und neu zu koordinieren.

So müsse geprüft werden, wie es um die Raumsituation in den Schulen und die Kapazitäten der Mensen bestellt ist. Beispielsweise sollten zukünftig alle Räume einer Schule den ganzen Tag genutzt werden können.

Drängend ist aber vor allem die Finanzierung. Denn die Zuschüsse vom Land und der städtische Garantiebetrag, der an den OGS-Träger gezahlt wird, fließen pro Betreuungsplatz und nicht pro Gruppe (siehe Text unten). Zum Problem wird dies, wenn Klassen aufgrund hoher Anmeldezahlen geteilt werden. So kommt es zur Situation, dass eine OGS-Gruppe mehr betreut und somit auch eine Fachkraft mehr bezahlt werden muss. Hinzu kommt die Schwierigkeit, verschiedene Angebote zu vereinbaren: Die Halbtagesangebote sowie die „klassische OGS“ mit dem sogenannten rhythmisierten Ganztag, bei dem eine enge Verzahnung von Unterricht und Freizeitbereich am Vor- und Nachmittag zum Konzept gehört und Teile des Unterrichts von Lehrern gemeinsam mit den Mitarbeitern der OGS durchgeführt werden.

Gespräche zu dieser Thematik hat es jüngst mit der Verwaltung, den schulpolitischen Sprechern der Fraktionen und der Katholischen Jugendagentur (KJA) gegeben, die Träger des Offenen Ganztagsangebots an den Grundschulen Bornheim, Merten, Roisdorf, Walberberg und Waldorf ist.

„Wir stoßen an die Grenzen der Finanzierbarkeit“, erklärte Rainer Braun-Paffhausen, Geschäftsführer der KJA auf GA-Anfrage. „Die OGS soll schließlich kein Billigangebot sein, sondern eine fachlich und qualitativ hochwertige Betreuung der Kinder gewährleisten.“ Der Träger könne nicht jedes Jahr etwas drauflegen, sagte Braun-Paffhausen.

Zwar sei das „System OGS“ in Bornheim für das nächste Jahr gesichert. Die Frage sei aber, in welcher Form. „Wir setzten uns für eine gelingende Offene Ganztagsbetreuung ein und stehen in gutem Kontakt mit den Schulleitern und der Verwaltung“, so Braun-Paffhausen.

Sorgen machen, dass ein Kind im kommenden Schuljahr keinen OGS-Platz bekommt, müssen sich Eltern nach Aussage der Pressestelle der Stadt Bornheim nicht: „Ziel ist es, jedem Kind, das angemeldet wurde, einen OGS-Platz zur Verfügung zu stellen. Dies ist bisher gelungen. Denn auch mit Blick auf das kommende Schuljahr musste bisher kein Kind abgelehnt werden.“ Eine Rückmeldung sollen die Eltern voraussichtlich nach Ostern erhalten.