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Sanierung in Bornheim: Streit um Zaun am „Heimatblick“

Sanierung in Bornheim : Streit um Zaun am „Heimatblick“

Die Pläne für das traditionsreiche Ausflugslokal „Heimatblick“ sollen im Bornheimer Ausschuss vorgestellt werden.

Ein „Ort des Verschnaufens, Verweilens, Erholens, des Wohlbefindens und der Geselligkeit“ soll der „neue Heimatblick“ oberhalb von Roisdorf und Alfter nach den Plänen von Marion Meyer werden.

Wie die Eigentümerin neues Leben in das traditionsreiche Ausflugslokal bringen möchte, das seit 2010 leer steht, wird am Mittwoch, 29. Juni, Thema im Bornheimer Stadtentwicklungsausschuss sein. Kritische Nachfragen hat die SPD bereits zur Umzäunung des Geländes gestellt – und als Antwort erhalten, dass diese zum Teil nicht zulässig ist.

Wie berichtet, hatten Meyer und ihre Ideengeberin Edeltraud Cebulla ihr Konzept für den „Heimatblick“ als „Agri-Kulturelles Modellprojekt für Genuss, Leben, Wohnen und Arbeiten im Einklang mit der Natur“ bereits Bürgermeister Wolfgang Henseler vorgestellt. Nach und nach sollten auch die Ratsfraktionen über die umfangreichen Pläne für das Areal rund um Eibenstock- und Brombeerweg informiert werden.

Neben einem Ausflugscafé mit Biergarten sind ein Tagungsrestaurant und ein -hotel mit Möglichkeiten zur Übernachtung in der Natur, etwa im Baumhaus, vorgesehen. Auch ein Gesundheitsressort mit Wellness-Bereich und ein Selbstversorgergarten beinhaltet das Konzept zur Umgestaltung des „Heimatblicks“.

Die SPD-Fraktion hakte in einer Anfrage an die Verwaltung nach, ob die weiträumige Umzäunung des Geländes zulässig sei. Wie aus der Antwort der Stadt hervorgeht, ist sie das nur in Teilen.

So bedürften zwar die Einfriedungen zu den Nachbargrundstücken keiner Baugenehmigung, da sie nicht höher als zwei Meter seien. Auch der Bauzaun, mit dem die untere Zufahrt zum „Heimatblick“ dicht gemacht worden sei, müsse nicht genehmigt werden. Die Absperrung des Eibenstockwegs, der zum Teil der Stadt gehört, sei allerdings nicht abgestimmt worden. Die Eigentümerin sei nun aufgefordert worden, diese zu entfernen.

Stadt verweist auf den Rhein-Sieg-Kreis

Für zwei weitere Fragen der SPD verweist die Stadt auf den Rhein-Sieg-Kreis als zuständige Behörde: Die Sozialdemokraten machen darauf aufmerksam, dass auf Alfterer Gebiet Zelte für Veranstaltungen aufgebaut worden seien und wollen wissen, ob eine Genehmigung erteilt wurde, diese zu errichten. Auch seien zwischen dem Wohnhaus „Eibenstockweg 1“ und dem Haus „Buchholz“ vor Jahrzehnten Gebäude in Holzbauweise errichtet worden.

Die SPD fragt, ob hier weitere bauliche Tätigkeiten erfolgt seien. „Die Zelte sind uns nicht bekannt“, sagt Katja Eschmann von der Pressestelle des Kreises. Insofern könne dafür auch keine Genehmigung erteilt worden sein.

Der Kreis ist in diesem Fall zuständig, da die Gemeinde Alfter keine eigene Bauaufsichtsbehörde hat. „Wir werden uns das jetzt vor Ort noch mal anschauen“, kündigt die Sprecherin auch für die Holzhäuser an. Vor Jahren sei der Kreis hier einmal involviert worden. Es müsse aber geprüft werden, ob es um dieselben Gebäude gehe. Die Eigentümerin selbst war gestern telefonisch nicht zu erreichen.

Das Vorhaben für den „Heimatblick“ gewinnt vor allem auch deshalb an Brisanz, da es nach den lange umstrittenen Bauplänen für den Reiterhof in direkter Nachbarschaft das nächste Projekt ist, bei dem es um die Vereinbarkeit mit dem Landschaftsschutz gehen wird.

Intensive Abstimmung mit Alfter

Eine rechtliche Beurteilung des Vorhabens sei bisher noch nicht erfolgt, sagt Bürgermeister Wolfgang Henseler. Die Vorstellung des Projekts im Ausschuss solle dazu dienen, ein Meinungsbild einzuholen. Je nachdem wie die konkreten Pläne der Eigentümerin aussähen, könne es erforderlich werden, einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan in Abstimmung mit der Bezirksregierung anzupassen. Mit der Gemeinde Alfter gelte es, sich „intensiv“ abzustimmen, so Henseler.

Er sei von der Eigentümerin noch nicht eingebunden worden, sagt Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher auf Anfrage. Henseler habe ihn aber über das Vorhaben informiert, man werde jetzt erst mal abwarten. „Es ist für uns natürlich auch von Interesse, dass der Heimatblick einer guten Nutzung zugeführt wird“, so Schumacher.

Fraglich ist, inwieweit nach dem Streit um den Reiterhof Bemühungen um zusätzlichen Schutz in dem betreffenden Gebiet greifen, die neue Bauvorhaben dort erschweren könnten. Das werde noch Thema im Umweltausschuss sein, sagt Henseler.

Auch im Landschaftsbeirat beim Kreis gebe es insgesamt Bestrebungen, den Naturschutz, der strenger als der Landschaftsschutz wiege, auszuweiten, bestätigt Eschmann. „Dem sind wir noch nicht gefolgt, weil es die aktuelle Schutzwürdigkeit noch nicht hergibt. Momentan ist der Landschaftsschutz aus fachlicher Sicht ausreichend“, erklärt sie.