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Tierschutz im Vorgebirge: Freiwillige retten Kröten und Molche

Tierschutz im Vorgebirge : Bornheimer retten Kröten und Molchen das Leben

Mit einem Zaun und Eimern bewahren Umweltschützer Tiere in Brenig davor, von Autos überfahren zu werden. Und dabei geht es nicht nur um wenige Molche und Kröten.

Hunderte von Kröten und Molchen sind in den vergangenen Wochen sicher an ihrem Fortpflanzungsgewässer bei Bornheim-Brenig angekommen. Zu verdanken haben sie das engagierten Naturschützern des Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge (LSV).

Kröten, Frösche, Molche und Salamander seien immer stärker gefährdet, erläutert LSV-Vorsitzender Michael Pacyna. Viele dieser Amphibien fielen dem Autoverkehr zum Opfer, wenn ihre Landlebensräume und Laichgewässer durch Straßen getrennt werden. Nach Angaben des LSV leben noch zahlreiche Erdkröten, Grasfrösche, Molche sowie seltene Feuersalamander im Naturschutzgebiet „Mühlenbachtal“ bei Brenig. LSV-Mitglied Ulrike Beitzen hatte allerdings Alarm geschlagen, als sie in den vergangenen Jahren während der Amphibienwanderung zu Fortpflanzungsstätten am Entenweiher und im Mühlenbach zahlreiche getötete Lurche entdeckte.

Die Tiere wurden laut LSV Opfer des starken Verkehrs auf dem Wirtschaftsweg, der den Hang von ihren Laichgewässern trennt. Also wurde gehandelt. Unter Leitung des LSV-Ehrenvorsitzenden Klaus Fietzek und beraten durch Fachleute vom Bund für Umwelt und Naturschutz hatten LSV-Mitglieder Ende Februar und Anfang März an zwei Samstagen einen 90 Meter langen Amphibienzaun mit Fangeimern hangseits des Wirtschaftswegs am Naturschutzgebiet aufgestellt. „Den Zaun lieferte völlig unbürokratisch Irmgard Mohr vom Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Bornheim“, erläutert Pacyna.

Bis Ende April im Einsatz

Schon in den ersten Tagen hätten die Helfer zahlreiche Erdkröten und Molche mit den täglich kontrollierten Eimern sicher über die Straße zum Entenweiher gebracht. Bis Ende April werden LSV-Mitglieder die Eimer täglich kontrollieren und darin befindliche Amphibien zum Entenweiher bringen. „Da lohnt sich der hohe Arbeitsaufwand“, meint Fietzek. Allerdings zeigten die Warnschilder „Krötenwanderung“ kaum Wirkung. Fietzek: „Der Zaun ist bitter nötig. Das Verbot, den Wirtschaftsweg unberechtigt zu befahren, wird ständig missachtet. Die Stadt hat die Polizei deshalb gebeten, während der Amphibienwanderung hier häufig Kontrolle zu fahren.“

Beitzen erläutert, dass bei feuchter und warmer Witterung – also aktuell eher nicht – Massenwanderungen von Kröten, Fröschen und Molchen bevorzugt in der Dämmerung und nachts stattfinden. Sie weist darauf hin, dass der Schutzzaun nur den am stärksten betroffenen Bereich absichert, die Tiere aber auch an anderen Stellen über die Straße wechseln.