1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Tobias Gethke ist nicht mehr interkommunaler Klimaschutzmanager

Kooperation der linksrheinischen Städte und Gemeinden : Tobias Gethke ist nicht mehr interkommunaler Klimaschutzmanager

Rund sieben Jahre war Tobias Gethke für den Klimaschutz im Linksrheinischen zuständig. Nun brauchen die Kommunen eine neue Person für den Posten. Gethke arbeitet fortan nämlich nur noch für eine Stadt im Kreis.

Am 1. März 2015 hatte Tobias Gethke den Job des interkommunalen Klimaschutzmanagers für das Linksrheinische übernommen. Nun müssen die Städte und Gemeinden eine neue Person für die Aufgabe suchen. Zwar bleibt der studierte Umweltwissenschaftler der Region erhalten, allerdings arbeitet er seit dem 1. Januar 2022 ausschließlich für die Stadt Bornheim.

Das bestätigte die städtische Pressestelle auf Anfrage des General-Anzeigers. Dafür wurde in der Stadtverwaltung eigens eine neue Stelle geschaffen. „Die Stadt Bornheim hat das Ziel, bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität zu erreichen“, sagte Pressesprecher Rainer Schumann. Die Bedeutung des Anliegens werde mit der Stelle eines eigenen Klimaschutzmanagers unterstrichen.

Konzept für Klimaneutralität in Bornheim

Tatsächlich ist es für Kommunen eine große Aufgabe, in ihrem Zuständigkeitsbereich klimaneutral zu werden – also nur so viel CO2 zu emittieren, wie kompensiert werden kann. „Ein erstes wichtiges Projekt des Klimaschutzmanagers wird es sein, ein entsprechendes Konzept zur Zielerreichung mit externer Unterstützung zu erarbeiten“, so Schumann weiter. Das fertige Konzept soll ihm zufolge noch in diesem Jahr vorliegen.

Darüber hinaus sei das Aufgabenfeld vergleichbar mit dem Aufgabengebiet des interkommunalen Klimaschutzmanagements, nur dass der alleinige Fokus auf der Stadt Bornheim liege.

Was ein interkommunaler Klimaschutzmanager so macht, ist der Stellenanzeige zu entnehmen, die die Gemeinde Wachtberg jüngst veröffentlicht hat. Grundlegend geht es darum, Konzepte und Projekte zu erarbeiten und zu begleiten, um einerseits das Klima zu schützen, und andererseits den bereits jetzt zu spürenden Folgen des Klimawandels zu begegnen: Hitzeperioden oder heftige Unwetter.

Kommunen bezahlen Klimaschutzmanager aus eigener Tasche

Und das möglichst auf interkommunaler Ebene, also in der Zusammenarbeit aller linksrheinischen Kommunen. Ebenso soll die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber Fördergelder akquirieren, Vorträge halten oder Beratungen für Bürger organisieren.

Die Stelle, dessen erster Inhaber Gethke war, war zunächst durch ein Förderprojekt des Bundes finanziert worden, später dann in Eigenregie durch die Kommunen. Und das soll so bleiben, und auch weiterhin mit Bornheim.

„Die Stadt Bornheim wird sich weiterhin zu einem Sechstel an der Stelle des interkommunalen Klimaschutzmanagements beteiligen“, so Schumann. Wie bisher soll der neue Klimaschutzmanager oder die neue Klimaschutzmanagerin formal bei der Gemeinde Wachtberg angestellt sein, mit dem Bornheimer Rathaus als Dienstsitz. Da sind die Wege zu Gethke natürlich kurz.

Welche Projekte der Klimaschutzmanager umgesetzt hat

„Die knapp siebenjährige Tätigkeit im interkommunalen Klimaschutzmanagement für die Kommunen der Klimaregion Rhein-Voreifel war sowohl inhaltlich als auch administrativ eine spannende, herausfordernde und schöne Zeit“, teilte Gethke auf Anfrage mit. In den vergangenen Jahren seien Projekte umgesetzt worden, die für eine Kommune alleine nicht möglich gewesen wären.

Beispielhaft nannte Gethke die interkommunale Energieberatung, das E-Bike-Verleihsystem, ausgehandelte Sonderkonditionen zur Einführung des Jobtickets für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen und die Erarbeitung des interkommunalen Klimafolgenanpassungskonzepts.

Die Stadt Bornheim ist laut Gethke indes bisher die erste linksrheinische Kommune, die „den nächsten Schritt gegangen ist und sich auch kommunal eigene, konkrete und ehrgeizige Ziele im Klimaschutz gesetzt hat.“

Wie berichtet, hat der Bornheimer Stadtrat beschlossen, bis 2045 im Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung eine Klimaneutralität zu erreichen. Die Herausforderung, die die Stelle eines städtischen Klimaschutzmanagers mit sich bringt, habe er annehmen wollen und sich daher beworben, so Gethke.