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Seit zehn Jahren an der L300 geplant: Vereinbarung beendet Gerangel um Radweg in Bornheim

Seit zehn Jahren an der L300 geplant : Vereinbarung beendet Gerangel um Radweg in Bornheim

Nach fast zehn Jahren unterzeichnen die Stadt Bornheim und Straßen NRW eine Vereinbarung zum Bau eines 2,3 Kilometer langen Radweges an der L300. Zuvor wurde jahrelang um das Projekt gerungen.

Radwege möglichst schnell und unkompliziert bauen – das versprach das Projekt „Bürgerradwege“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Weniger gut geklappt hat das an der Landesstraße 300 in Bornheim: Dort hatte sich die Stadt schon 2011 für die Aufnahme in das Förderprogramm beworben. Gebaut wurde bis heute nichts. Konkret geht es um einen 2,3 Kilometer langen Radweg entlang der L300, von Höhe Richard-Piel-Straße in Hersel bis zur Stadtgrenze in Widdig. Nach langem Ringen heißt es nun aus dem Rathaus, dass Stadt und Land dabei sind, eine sogenannte Vertragsvereinbarung zu unterzeichnen. Diese regelt unter anderem, wer welche Kosten trägt.

Bürgermeister Wolfgang Henseler berichtet, er sei mit dem Beigeordneten Manfred Schier und dem Landtagsabgeordneten Oliver Kraus (CDU) kürzlich zwecks Abstimmung des Projekts bei der Regionalniederlassung Ville-Eifel in Euskirchen gewesen und habe mit dem Leiter der Niederlassung eine Lösung gefunden. Die Verwaltungsvereinbarung befinde sich gerade in der Umsetzung und werde für die entsprechenden Ausschüsse vorbereitet. „Die formelle Planung ist auf dem Weg, sie wird vermutlich Anfang 2021 von einem Büro übernommen“, sagte Henseler. Die Kosten für den Bau trage Straßen NRW, die Kosten für möglichen Grunderwerb gingen zulasten der Stadt.

Straßen NRW bestätigt auf Anfrage, dass sich die Vereinbarung im Unterzeichnungsprozess befindet. „Wir warten darauf, dass die Stadt sie zurücksendet“, sagte Pressesprecher Bernd Aulmann. Bei dem Treffen am 17. Juli mit der Stadtspitze seien inhaltliche Fragen geklärt worden, vor allem zur Planung. Die Stadt übernehme die Planung nun, nach deren Fertigstellung könne eine sogenannte Durchführungsvereinbarung unterzeichnet werden.

Diese stelle aber kein Risiko dar, dass der Radweg in letzter Minute doch nicht gebaut werden könnte. „Von uns aus ist das Ding klar“, versichert Aulmann. Planung und Bau bezahle der Landesbetrieb, die Stadt müsse lediglich einen Anteil der Kosten tragen, sollte der Radweg an den Ortsdurchfahrten in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.

Zum Hintergrund: Im Jahr 2012 hatten sich die Stadtverwaltung und der Landesbetrieb geeinigt, den Bürgerradweg an der L300 zu bauen. Im Sommer 2015 stand das Projekt jedoch wegen Uneinigkeit bei der Kostenverteilung vor dem Aus. Die Stadt Bornheim sollte wegen neuer Richtlinien deutlich mehr übernehmen als gedacht und wollte das Projekt beerdigen. Im Sommer 2017 hieß es aus dem Rathaus, der Radweg solle doch gebaut werden. Danach ging die Verwaltungsvereinbarung in immer wieder überarbeiteter Version zwischen Stadt und Landesbetrieb hin und her.

Warum der Prozess sich nun schon seit Jahren hinzieht, vermochten weder Henseler noch Aulmann wirklich zu erklären. „Im Zweifel schieben wir es auf Corona“, scherzte der Pressesprecher.