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Gespräch am Wochenende mit Margit Günther: Von A wie Anstecker bis Z wie Zauberstab

Gespräch am Wochenende mit Margit Günther : Von A wie Anstecker bis Z wie Zauberstab

Wenn sich am Sonntag um 10 Uhr die Türen der Herseler Rheinhalle öffnen, machen sich wieder Hunderte Jecken aus der Region auf die Suche nach der ultimativen Verkleidung. Seit Oktober ist die Vorsitzende des Tambour-Corps, Margit Günther (53), mit den Vorbereitungen zur 13. Auflage der Karnevalsbörse beschäftigt.

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Im Januar 2004 veranstaltete der Tambour-Corps Germania Hersel zum ersten Mal eine Karnevalsbörse in der Herseler Rheinhalle. Wie kam es dazu?

Margit Günther: Nachdem ich 15 Jahre mit dem Tambour-Corps im Zug mitgegangen war, hatten sich in meinem Schrank sehr viele Kostüme angesammelt, für die ich keine Verwendung mehr hatte. Und weil ich mit diesem Problem nicht alleine war, kam ich auf die Idee, einen „Flohmarkt“ für Karnevalskostüme anzubieten.

Mit wie vielen Verkäufern sind Sie damals an den Start gegangen?

Günther: Angefangen haben wir mit zehn Anbietern, die überwiegend aus dem Dorf oder dem näheren Umfeld kamen. Dafür genügte zunächst ein Drittel der Rheinhalle. Doch das änderte sich schnell. Nachdem die ersten drei Jahre sehr erfolgreich verlaufen waren, wurden bei der vierten Auflage der Karnevalsbörse bereits zwei Drittel der Rheinhalle benötigt. Seit neun Jahren mieten wir nun die komplette Halle – und trotzdem reicht der Platz nicht aus, um alle Interessenten unterzubringen.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie am Sonntag zur 13. Herseler Karnevalsbörse?

Günther: Wir erwarten 35 Aussteller. Mehr kriegen wir nicht unter. Wir wollen schließlich jedem Verkäufer einen angemessenen Platz anbieten. Damit jeder die gleichen Verkaufschancen hat, nutzen wir nur die Halle selbst. Die Nebenräume sind für den Kartenvorverkauf reserviert. So kann man neben dem passenden Kostüm auch gleich Karten für die Konfettisitzung des Tambour-Corps Germania Hersel und des TV Hersel, für den Kaffeeklatsch der Männerreih oder eine andere Veranstaltung in der Rheinhalle erwerben.

Wie lange sind Sie mit der Organisation der Veranstaltung beschäftigt und wie viele Helfer sind im Einsatz?

Günther: Die Vorbereitungen beginnen im Herbst, wenn die interessierten Verkäufer angeschrieben und die Plätze vergeben werden. Dies ist mit viel E-Mail- und Telefonverkehr verbunden, weil natürlich viele Fragen zu klären sind. Einen Tag vor der Börse werden Tische und Kleiderständer in der Rheinhalle aufgebaut, sodass die Verkäufer ihre Kostüme nur noch auszupacken brauchen. Insgesamt helfen rund zwanzig Personen bei der Organisation, dem Auf- und Abbau und der Cafeteria.

Die Karnevalsbörse, die immer am ersten Januarwochenende stattfindet, ist für viele Jecken in der Region ein fester Termin im Kalender. Haben Sie viele Stammaussteller und Stammkunden?

Günter: Viele Aussteller sind natürlich schon oft dabei gewesen. Aber die Platzvergabe erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldung: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bereits während der Börse lassen sich einige Besucher für das nächste Jahr als Verkäufer vormerken. Im Herbst werden dann alle Interessenten angeschrieben. In der Regel sind alle Plätze binnen kürzester Zeit vergeben. Stammkunden haben wir natürlich auch einige. Viele Gruppen, aber auch Einzelpersonen nutzen die Gelegenheit, ein passendes Kostüm für Sitzungen, Proklamationen oder Züge zu erstehen. Das Einzugsgebiet geht weit über Bornheim hinaus.

Achten Sie auf eine bestimmte Mischung aus gebrauchten und handgefertigten Kostümen, Accessoires und Zubehör?

Günther: Weil wir uns strikt an die Reihenfolge der Anmeldung halten, haben wir darauf keinen Einfluss. Eine gute Mischung ergibt sich aber meist von selbst. Man kann alles bekommen, was mit Karneval zu tun hat: Von A wie Anstecker bis Z wie Zauberstab.

Was macht den Reiz der Karnevalsbörse aus?

Günther: Die Kunden genießen es zu stöbern, anzuprobieren, zu kombinieren und kreativ zu sein. Man kann fündig werden, wenn man eine bestimmte Verkleidung sucht – aber eben auch, wenn man keine genaue Vorstellung hat oder etwas Außergewöhnliches finden möchte. Die gebrauchten Kostüme in einem sehr guten Zustand und die selbst geschneiderten Stücke haben stets eine tolle Qualität. Für jeden Geschmack und jedes Portemonnaie ist etwas dabei. Nach einer anstrengenden Shopping-Tour ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Die Einnahmen aus unserer Cafeteria kommen der Jugendabteilung des Tambour-Corps zugute.

Wird bei der Karnevalsbörse viel um Preise gefeilscht?

Günther: Meiner Erfahrung nach wird nicht groß verhandelt. Viele Verkäufer fragen mich im Vorhinein, welche Preise sie für ihre Kostüme ansetzten können. Dazu kann ich nur sagen: Man sollte das verlangen, was einem das Stück noch wert ist. Oft stecken viele Stunden Arbeit in einem Kostüm. Ich denke, dass die meisten Kunden das auch zu schätzen wissen und deshalb bereit sind, einen angemessenen Preis zu zahlen.

Ist bei der Kostümierung ein bestimmter Trend zu erkennen?

Günther: Nein, eigentlich nicht. Einige Klassiker wie das Prinzessinnenkleid für kleine Mädchen werden wohl niemals aus der Mode kommen. Hoch im Kurs stehen seit einigen Jahren die Gruppenkostüme. Hier sind vor allem außergewöhnliche Ideen und Kreationen gefragt.

Ihr Konzept hat mittlerweile einige Nachahmer gefunden. Fürchten Sie die Konkurrenz?

Günther: Die Nachfrage ist so groß, dass wir uns ganz sicher keine Sorgen machen müssen. Sowohl Verkäufer als auch Kunden schätzen unser Angebot. Hersel liegt günstig zwischen Köln und Bonn und ist sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn gut zu erreichen. Solange wir die Halle vollkriegen, ist alles im grünen Bereich.

Die 13. Karnevalsbörse des Tambour-Corps Germania Hersel mit 35 Ausstellern findet am Sonntag, 8. Januar in der Rheinhalle Hersel, Werthstr. 13, statt. Der Eintritt ist frei. Für Speisen und Getränke ist in Form einer Cafeteria und eines kleinen Mittagssnacks gesorgt.