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Bornheim nimmt an Pilotprojekt zur Energieberatung teil: Wenn das Haus in die Jahre kommt

Bornheim nimmt an Pilotprojekt zur Energieberatung teil : Wenn das Haus in die Jahre kommt

Die Bornheimer Familie Stahl ärgert sich, nicht bereits vor der Sanierung ihrer Heizungsanlage eine Energieberatung zurate gezogen zu haben. Erst dreieinhalb Jahre ist es her, dass sie in die Heizung ihres 1952 erbauten Hauses investiert haben und nun erfahren die Stahls von der Diplom-Ingenieurin Petra Grebing, dass sie nicht die effizienteste Lösung gekauft haben.

Petra Grebing ist eine der Expertinnen der Verbraucherzentrale NRW, die in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Rhein-Sieg Hausbesitzern mit Sachverstand zur Seite steht, wenn es darum geht, ein in die Jahre gekommenes Haus für die Zukunft energetisch sinnvoll zu modernisieren.

Grebing und ihre Kollegen erfassen innerhalb eines Pilotprojekts, bei dem der Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW in den Kommunen Bornheim, Ruppichteroth und Lohmar Energieberatungen anbietet, vor Ort den Zustand eines Gebäudes und erarbeiten mit den Hauseigentümern erste konkrete Schritte zur energieeffizienten Modernisierung.

Meist geht es dabei um bauliche Veränderungen, in denen neue Fenster eingesetzt oder Dach und Fassaden gedämmt werden sollen. Auch bei der besseren Wärmenutzung oder der Erzeugung von erneuerbaren Energien kann eine unabhängige Beratung viel Geld sparen helfen, bevor eine neue Heizungsanlage angeschafft oder eine Solar- oder eine Photovoltaikanlage installiert wird.

Die Experten geben jedoch auch Tipps, die sich unmittelbar umsetzen lassen. So lassen sich schon durch Dämmung einer Zwischendecke zu Keller oder Dachgeschoss erhebliche Einsparungen erzielen.

Das Gleiche gilt für das Abdichten von Ritzen und die richtige Einstellung von Fenstern und Türen. "Über die Hälfte der Brennwertthermen sind nicht richtig eingestellt und arbeiten nicht so effizient wie sie könnten", ärgert sich Petra Grebing. "Bei jeder neu eingebauten Heizungsanlage ist es maßgeblich, dass sie auf das Haus eingestellt wird. Trotzdem machen wir häufig die Erfahrung, dass sie mit den Werkseinstellungen betrieben wird.

Da kann bereits mit der angepassten Einstellung die Energieeffizienz erheblich gesteigert werden." Bei einer Haus-zu-Haus-Aktion hat die Stadt Bornheim 350 Sechtemer Haushalte angeschrieben, bei denen Modernisierungs- und Beratungsbedarf bestehen könnte.

Wer Interesse hat, kann einen Termin für eine Energieberatung vor Ort ausmachen. Die eineinhalbstündige Fachberatung kostet 60 Euro. Innerhalb der Aktion erhalten die ersten 30 Teilnehmer einen Zuschuss von 50 Prozent von der Stadt Bornheim.

Natürlich sind darüber hinaus alle renovierungswilligen Bornheimer Hausbesitzer aufgerufen, sich an die Verbraucherzentrale zu wenden und die Aktionsleistungen noch bis voraussichtlich zum Ende des Jahres zu nutzen.

Aus aktuellem Anlass warnt die Verbraucherzentrale vor Anbietern, die Hausbesitzer an der Tür zu einer Energieberatung überreden, um sie später zu Handwerksleistungen zu nötigen.

Wer unsicher ist, ob er es mit einem "echten" Energieberater zu tun hat, kann sich bei der Energieagentur Rhein-Sieg, Bernadett Glosch, unter Tel. 0 22 41/13 22 14 oder der Energieberaterin der Verbraucherzentrale, Petra Grebing, unter Tel. 0 22 41/14 95 330 rückversichern. Unter diesen Rufnummern kann man sich auch zur Beratung anmelden.

Neben der Haus-zu-Haus-Aktion bietet die Energieagentur Rhein-Sieg in Kooperation mit der Stadt Bornheim regelmäßige kostenlose Energieberatungen im Bornheimer Rathaus, Rathausstraße 2, an. Die nächste "offenen Sprechstunde" von Energieexpertin Petra Grebing findet am Donnerstag, 18. Juni, von 14 bis 17.30 Uhr in Raum 553 statt.

Die Anmeldefrist für die Haus-zu-Haus-Aktion endet morgen, 29. Mai. Spätere Anmeldungen können gegebenenfalls noch berücksichtigt werden. Sparen kann allerdings, wer sich schnell entscheidet: Denn die nächsten 20 Teilnehmer erhalten von der Stadt Bornheim die Hälfte der Teilnahmegebühren erstattet.