Internet-Offensive Widdig wirbt als „Perle“ für sich

Bornheim-Widdig · In einer Web-Galerie stellt die Dorfgemeinschaft den Rheinort in Fotos und Beiträgen vor. Das zum Teil mehrsprachige Angebot bietet zudem auch Platz für Terminankündigungen.

 Das Vorstandsteam der Dorfgemeinschaft (v.l.): Christoph Kany, Ulrike Dehenn, Horst Waldschicht und Hans-Jürgen Eusterholz. Es fehlt der Vorsitzende Werner Bamberg.

Das Vorstandsteam der Dorfgemeinschaft (v.l.): Christoph Kany, Ulrike Dehenn, Horst Waldschicht und Hans-Jürgen Eusterholz. Es fehlt der Vorsitzende Werner Bamberg.

Foto: Sonja Weber

Die erste Offensive startete die Dorfgemeinschaft zur Karnevalszeit, als die Widdiger Kindertollitäten Lukas I. und Eva I. durch die Straßen zogen und die jubelnde Jeckenschar mit reichlich Kamelle versorgten. Dabei landete in so manch prall gefüllter Tasche auch eine einem gelben Ortsschild nachempfundene Visitenkarte mit der Aufschrift „Widdig – Die Perle am Rhein“. Nicht nur für die Einwohner, sondern auch für Besucher von außerhalb dürfte dieser „Fang“ nicht uninteressant sein. Schließlich führt der auf der Kartenrückseite abgedruckte QR-Code zu einer Web-Galerie, die jede Menge Informationen über das Widdiger Ortsleben bereithält.

Die digitale Präsentation des Dorfes war ein Schwerpunkt bei der Teilnahme Widdigs am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Spontan hatte sich der Rheinort 2017 erstmals an der 22. Auflage des Wettbewerbs beteiligt und wurde – ebenso wie die Bornheimer Ortsteile Uedorf und Rösberg – im September mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Dabei soll es nicht bleiben.

Auf den Weg gebracht hat das Angebot Christoph Kany, der sich über die Dorfgemeinschaft für seinen Wahl-Heimatort einsetzen möchte. „Wer nicht im Netz präsent ist, den gibt es nicht“, weiß Kany, der seit Anfang 2014 in Widdig lebt und als Account-Manager in einem IT-Unternehmen arbeitet.

Bei den Vorstandswahlen der Dorfgemeinschaft im März, bei der der Vorsitzende Werner Bamberg, sein Stellvertreter Hans-Jürgen Eusterholz, Kassiererin Ulrike Dehenn und Geschäfts- und Schriftführer Horst Waldschicht für zwei Jahre wiedergewählt wurden, übernahm Kany das Amt des „Beisitzers für besondere Aufgaben“. Sein Ziel ist es, Widdig im Netz präsent zu machen und das Projekt „Unser Dorf hat Zukunft“ weiter voranzutreiben.

Kooperation mit der Stadt Bornheim

Aktuell präsentiert der Ort sein Angebot in einer Webgalerie auf einer cloudbasierten Kartendarstellungsplattform. Dazu kooperiert Widdig mit der Stadt Bornheim. Diese stellte den Widdigern kurzfristig einen Zugang zu ihrem Geodatenportal zur Verfügung. Langfristig betreut und pflegt die Stadt die Anwendung. Das zum Teil mehrsprachige Angebot umfasst themenbezogene Web-Anwendungen rund um das Widdiger Ortsleben: den Karneval, die Freiwillige Feuerwehr, Streckenverläufe, Besichtigungstouren oder Presseveröffentlichungen. Eine Ansicht zum Vergleich historischer und aktueller Luftbilder ermöglicht es, die bauliche Entwicklung der vergangenen 20 Jahre aus der Vogelperspektive zu betrachten. Aber auch auf den ersten Widdiger Dorfflohmarkt am 17. Juni und auf das große Dorffest am 26. August soll hingewiesen werden. Beim Zusammentragen der Informationen haben sich viele Bürger mit kleinen Beiträgen, Fotos und Dokumenten beteiligt. Besonders unterstützt wurde und wird das Ganze durch Ortsvorsteher Konrad Velten.

„Um das digitale Angebot zu bewerben, werden unter anderem die lokalen Facebook-Gruppen genutzt“, erklärt Christoph Kany. „Außerdem ist eine Integration in die Internetseiten der Stadt Bornheim angedacht.“ Auch eine eigene Homepage will die Dorfgemeinschaft, zu der unter anderem die Freiwillige Feuerwehr, die KG Blau-Gold Widdig, der SC Widdig, der Martinsausschuss, der TC Hersel-Widdig, der Pfarrausschuss, die Chorgemeinschaft TonArt, der Kirchenchor, der Bäumchensverein, die kfd und die Interessengemeinschaft Pater Schauf gehören, in absehbarer Zeit aufbauen. Doch nicht nur im World Wide Web, sondern auch im Bücherregal darf Widdig nicht fehlen: Als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk eignet sich der kleine Bildband, der zur Ortsbegehung erschienen ist und mittlerweile mit einer Auflage von 250 Exemplaren nachgedruckt wurde, ganz hervorragend.

Weiterhin genutzt werden soll auch der „analoge“ Weg zur Verbreitung von Neuigkeiten – beispielsweise mit einem zweiten Schaukasten, den die Dorfgemeinschaft möglicherweise am Lichtweg aufstellen möchte und der vom Wettbewerbs-Preisgeld finanziert werden könnte. Zudem ist bereits die zweite Auflage von Postkarten im Umlauf, die mit Widdiger Motiven und einem QR-Code auf der Rückseite Grüße von der „Perle am Rhein“ in die Welt sendet. Den „Slogan“, den der in Widdig lebende Radio Bonn/Rhein-Sieg-Moderator Volker Groß prägte, hat sich der Ort mittlerweile zu Eigen gemacht und möchte mit diesem Selbstverständnis auch 2020 wieder beim Wettbewerbe „Unser Dorf hat Zukunft“ antreten.

Die Web-Galeriefindet man hier.

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