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Bornheimer Jugendhilfeausschuss lehnt Anerkennung ab: Youthclub plant jetzt juristische Schritte

Bornheimer Jugendhilfeausschuss lehnt Anerkennung ab : Youthclub plant jetzt juristische Schritte

Die etwa 20 Jugendlichen und der Vorsitzende der Elterninitiative Youthclub, Guido Kornwolf, die die gleichnamige Jugendeinrichtung in Sechtem betreibt, waren enttäuscht. Sie waren zur jüngsten Sitzung des Bornheimer Jugendhilfeausschuss gekommen, in der über die Anerkennung des Youthclubs als freier Träger der Jugendhilfe entschieden wurde.

Ohne Diskussion folgten die Kommunalpolitiker dem Verwaltungsvorschlag und lehnten einstimmig die Anerkennung ab. Seit 2007 betreibt der Youthclub im Geschwister-Scholl-Haus in Sechtem einen Jugendtreff für Jugendliche ab zwölf Jahren. Die Stadt stellt dem Verein die Räume mietfrei zur Verfügung und übernimmt die Nebenkosten. Außerdem zahlt die Stadt jährlich 4500 Euro für Honorarkräfte.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte der Beigeordnete Markus Schnapka in der Sitzung. Aber nach sorgfältiger Abwägung könne die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfehlen, den Youthclub als freien Träger der Jugendhilfe anzuerkennen.

Der Youthclub leiste unbestritten einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit in Sechtem. Aufgrund der personellen, fachlichen und finanziellen Ressourcen erfülle er aktuell jedoch nicht die Voraussetzungen für eine Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. "Für uns ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar", sagte der Vorsitzende des Vereins, Kornwolf.

,Eine hochqualifizierte Arbeit sei von den Jugendlichen nicht gewünscht und auch nicht Voraussetzung für die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe. Die beiden Betreuer hätten einen guten Bezug zu den Jugendlichen und hätten auch schon mehrere problematische Situationen mit Jugendlichen gelöst. "Wir würden gerne mehr machen", sagte er. Aber dafür fehlen dem Verein die Mittel.

Die Ablehnung der Anerkennung des Youthclubs als freier Träger der Jugendhilfe begründete die Stadt damit, dass die Mitarbeiter nicht über die fachliche Qualifikation verfügen und auch nicht auf Grundlage eines qualifizierten pädagogischen Konzepts arbeiten. Außerdem gestalte sich die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Jugendamt oft problematisch.

Schließlich fehle dem Verein die notwendige Solidität der organisatorischen und finanziellen Verhältnisse, heißt es in der Begründung der Verwaltung. "Wir beziehen weiterhin den Youthclub in unsere Überlegungen ein", sagte der Beigeordnete Schnapka auf Nachfrage.

Das Ziel der Stadt sei ein gutes Angebot für Jugendliche an zwei Tagen in der Woche. Mit welchem Träger dieses Angebot realisiert werden soll, werde derzeit überlegt. Er wünsche sich möglichst bald eine Lösung. Ob es diese Lösung mit einem Konsens gibt, ist fraglich. Der Youthclub plant gegen die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses juristisch vorzugehen, kündigte deren Vorsitzender Kornwolf an.