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Ferien in Zeiten der Pandemie : Bornheimer Ersatzprogramm für ausgefallenes Zeltdorf

Ferien in Zeiten der Pandemie : Bornheimer Ersatzprogramm für ausgefallenes Zeltdorf

Statt im 22. Zeltdorf verbringen Mädchen und Jungen spannende Tage im Breniger Pfarrheim und bei Ausflügen. Das Programm wurde innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft und daher nicht ganz so rund wie sonst - doch das fällt den Kindern kaum auf.

Für die Leiterrunde der katholischen Jugend St. Evergislus in Brenig ist es eine Premiere. Seit Montag und noch bis diesen Samstag schicken die Ehrenamtlichen 27 Kinder und Jugendliche mit Florian Mandt und Moritz Schramm – den beiden Medizin-Professoren „Dick und Doof“ – auf den Weg nach Afrika. Unter dem Motto „Weltreise“ steht das 22. Zeltdorf, bei dem die Zelte wegen Corona allerdings nicht wie geplant in Gersfeld bei Bad Kissingen aufgeschlagen sind, sondern Aktionen im und vom Pfarrheim an der Haasbachstraße aus gestartet werden.

Statt zehn Tage in der Ferne zu verbringen, erhalten die jungen Teilnehmer zwischen acht und 13 Jahren quasi vor der Haustür bei fantasievollen Spielen, Bastelaktionen (Strohhüte, Fächer und Sandalen wie in Asien) und Mitmachshows (eine afrikanische Safari durch Brenig mit als Tieren verkleideten Betreuern) kleine Einblicke in die Kulturen aller Kontinente. „In nur drei Wochen haben wir das Programm aus dem Boden gestampft. Wegen der kurzen Vorbereitungszeit gehen allerdings nicht alle Geschichten und Spiele so nahtlos ineinander über wie sonst. Aber das macht nichts, denn den Kindern fällt es gar nicht so auf“, erzählt Michael Sagert. Der 33-Jährige war 1998 Teilnehmer des damals ins Leben gerufenen Zeltdorfes und engagiert sich seit 2002 in der Leiterrunde.

Um 22 Uhr gehen im Pfarrheim die Lichter aus

Im Unterschied zur Traditionsveranstaltung, die seit ihrer Gründung an wechselnden Orten stattgefunden hat, sind die Ehrenamtlichen jetzt nicht durchgehend in Brenig zur Stelle. Nicht alle Leiter haben so kurzfristig von ihren Arbeitgebern Urlaub bekommen. „Da das Programm aber bis 22 Uhr läuft, sind einige Leiter erst abends im Einsatz“, erklärte Sagert.

Die zwölfjährige Janina Grube aus Bornheim ist seit mehreren Jahren im Zeltdorf dabei. „Ich finde es schön, dass die Veranstaltung doch stattfindet, auch wenn wir hier nicht zelten. Man hat immer Spaß, und es ist einfach lustig.“ Sie und der 13-jährige Timon Prehm aus Merten versuchen sich gerade im Paartanz. Der Wiener Walzer passt zwar nicht hundertprozentig zum Thema Amerika, aber der Spaß bei den Schrittfolgen und den ersten Drehungen ist den jungen Tänzern deutlich anzusehen. Auch Timon war schon mehrere Male im Zeltdorf dabei und findet es immer wieder schön, „alle wiederzusehen. Man kommt her und hat einfach gute Laune.“

Alle Mädchen und Jungen achten penibel auf die Einhaltung des von der Leiterrunde vorgegebenen Hygienekonzepts. Dazu gehören zwei feste Bezugsgruppen mit „festen“ Leitern und Maskenpflicht im Pfarrheim. Gegessen wird i und nur mitgebrachtes Mittag- beziehungsweise Abendessen. Nur am letzten Tag bereitet das Küchenteam, das sonst jedes Jahr für die Ernährung zuständig ist, die Speisen selber zu. „Dann gelten aber die Regeln aus der Gastronomie“, berichtete Sagert, der vom reibungslosen Ablauf mehr als begeistert ist. „Teilnehmer wie auch Leiter freuen sich, dass hier etwas passiert. Wir haben lange überlegt, ob wir die Freizeit im Mai absagen sollten, haben uns schweren Herzens dann aber dazu entschlossen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir unsere Veranstaltung im Kleinen doch noch auf den Weg bringen konnten“, so Sagert. Das Zeltdorf in Kurzversion soll dennoch einmalig bleiben.