1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge

Coronavirus im Rhein-Sieg-Kreis: Kommunen ziehen positive Bilanz

Nach zwei Wochen Kontaktverbot : Kommunen im Linksrheinischen ziehen positive Bilanz

Kaum Bußgelder, viel Einsicht: Kommunen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ziehen eine positive Bilanz nach zwei Wochen Kontaktverbot.

Das Kontaktverbot in NRW im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus gilt seit dem 23. März, und die Kommunen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ziehen nach zwei Wochen eine recht positive Bilanz.

Alfter: „Das Kontaktverbot wird eingehalten, die allermeisten halten sich an die Vorgaben. Diesen Eindruck bestätigt auch das Ordnungsamt nach dem vergangenen Wochenende“, sagt Gemeindesprecherin Maryla Günther. Bürgermeister Rolf Schumacher appelliert: „Es kommt mehr denn je auf die Solidarität aller an, um die aktuelle Lage schnellstmöglich zu verbessern. Bitte verzichten Sie am Osterwochenende auf nicht dringend erforderliche Kontakte und touristische Ausflüge.“

Die Gemeinde hat auf ihrer Website unter der Rubrik „Hilfen Corona-Krise“ Hilfsangebote für Privatpersonen aber auch Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen und Selbstständige veröffentlicht. Laut Günther litten Unternehmen und Betriebe, insbesondere die von einem Beschäftigungsverbot betroffenen, unter der Situation. „Hier gilt es, Unterstützung zu leisten und alternative, lokale Angebote wie kontaktlose Lieferdienste oder Abholservices zu nutzen.“

■ Bornheim: Bürgermeister Wolfgang Henseler sagt auf GA-Nachfrage: „Wir haben insgesamt das Gefühl, dass die Menschen in unserer Stadt sehr bemüht sind, das Kontaktverbot einzuhalten.“ Aber: „Je schöner das Wetter, desto schwerer fällt das.“ Am Wochenende wären die Außendienstmitarbeiter sehr aktiv gewesen, seien bei etlichen Verstößen eingeschritten und hätten Gruppen auflösen müssen. Dabei wurden rund 60 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. „Manchmal weist man auch nur auf den Abstand hin, aber wenn wir das Gefühl haben, da ist jemand nicht einsichtig, gibt es die Geldbuße von 200 Euro“, erklärt Henseler. Zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen hatte außerdem eine Gaststätte weiterhin unerlaubterweise geöffnet. Der Inhaber musste 4000 Euro zahlen, die Gäste entsprechend 200 Euro.

Teilweise gäbe es mit Gruppen jüngerer Menschen ein „Katz und Maus Spiel“: „Von der einen Stelle werden sie verwiesen, lösen sich auf und einen halben Tag später sieht man sie an einem anderen Treffpunkt“, sagt Henseler. Auch er bittet alle um gegenseitige Rücksichtnahme, betont aber auch: „Wir wollen keine Blockwartmentalität.“ Oftmals könne man mit anderen reden, bevor man direkt das Ordnungsamt rufe.

Meckenheim: Marion Lübbehüsen, Pressesprecherin der Stadt, berichtet: „Die Kontaktsperre wird sowohl von den Bürgern als auch von den Gewerbetreibenden sehr gut angenommen. Es ist auf allen Seiten spürbar die Bereitschaft vorhanden, die erforderlichen Schritte zur Eindämmung der Pandemie mitzutragen.“ Die Verwaltung habe mehr Außendienstmitarbeiter eingesetzt, die im Stadtgebiet bis in die Nachtstunden hinein Präsenz zeigten. „Es sind so gut wie keine Verstöße feststellbar. Auch das Betretungsverbot für Spiel- und Sportflächen stellt sich als unproblematisch dar“, so Lübbehüsen. Vereinzelt seien kleine Gruppen von Jugendlichen unterwegs, die aber meist direkt beim Eintreffen der Ordnungskräfte „das Weite suchen“.

Bei Geschäften und Restaurants seien keine Verstöße festgestellt worden und keine Bußgeldverfahren eingeleitet worden. „Für die kontakt­reduzierenden Maßnahmen besteht großes Verständnis und Einsicht. Allerdings ist bei Gewerbetreibenden, die ihre Restaurants schließen mussten, die Sorge um die eigene Existenz deutlich spürbar.“

Swisttal: Mit Blick auf die vergangenen zwei Wochen sagt Bernd Kreuer, Pressesprecher der Gemeinde: „Die Situation zeigt, dass die Bürger die Regelungen zu Kontaktsperren beachten und sich verantwortungsvoll verhalten. Bei Verstößen sind in Einzelfällen Ansprachen durch den Ordnungsaußendienst erfolgt, die verständnisvoll aufgenommen und denen umgehend nachgekommen wurde.“ Besonders in der Anfangsphase habe ein verstärkter Informationsbedarf bestanden, wie etwa zur Regelung des Außerhausverkaufs in der Gastronomie, dieser konnte laut Kreuer durch entsprechende Beratung abgedeckt werden. Auch bei kleineren Verstößen wirkten Betroffene konstruktiv mit.

„Sich ergebende Fragen werden gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Gemeinde und dem Gesundheitsamt des Kreises geklärt“, sagt Kreuer. Von Bürgern gingen beim Ordnungsamt nur wenig Meldungen ein. „Es gab zu Beginn vereinzelte Informationen zu Treffpunkten, die im Wesentlichen mit den deckungsgleich waren, die uns schon vor Corona bekannt waren .“