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Coronavirus: Schulen im Vorgebirge werden geschlossen - so reagieren sie

Folgen des Coronavirus : So reagieren Schulen im Vorgebirge auf die Schließungen

Die Grundschulen bringen Lernmaterial per Internet zu den Schülern. Nur wenige Kinder brauchen Schulbetreuung.

Der Unterricht an den Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen ruht seit Montag – für drei Wochen plus die anschließenden zweiwöchigen Osterferien. Das beschloss das Landeskabinett am vergangenen Freitag, um die Ausbreitung des Corona-Virus Covid-19 zu verlangsamen. Ferien bedeutet das für die Schüler aber nicht: Wie eine Umfrage bei den Schulen in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal zeigt, versorgen die Lehrer ihre Klassen auf verschiedenen Wegen mit Lernmaterial. Die Übergangsbetreuung nahmen am Montag nur wenige Schüler in Anspruch.

Damit Eltern die Betreuung ihrer Kinder organisieren können, richtete die Landesregierung eine Übergangsphase bis einschließlich diesen Dienstag ein. An können Eltern mit Betreuungsbedarf ihre Kinder zur Schule schicken. Ab Mittwoch sollen der Landesregierung zufolge nur noch Schüler betreut werden, deren Eltern „in unverzichtbaren Funktionsbereichen“ arbeiten. Dazu zählen zum Beispiel Gesundheitsberufe oder Jobs, die die öffentliche Sicherheit und Infrastruktur sicherstellen.

Solche Eltern benötigen allerdings eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers, damit ihre Kinder ab Mittwoch weiterhin zu den regulären Schul- oder OGS-Zeiten betreut werden. Bevor die Planung dieser Notbetreuung konkret werden kann, wollten am Montag viele Grundschulen in Bornheim zunächst die Rückmeldung der Eltern abwarten, darunter die Johann-Wallraf-Schule im Zentrum, die Markus-Schule in Rösberg und die Martinus-Schule in Merten. An der Mertener Schule fanden sich am Montag laut Gabi Nagel von der Schulleitung noch 13 von 200 Kindern ein; an der Wendelinus-Grundschule in Sechtem waren es 14, wie Schulleiterin Andrea Strunk-Klein auf Anfrage mitteilte.

Doch nicht an allen Grundschulen waren es so viele Kinder: Überhaupt keine Mädchen und Jungen erschienen am Montag in der Katholischen Grundschule in Rheinbach-Merzbach. „Wir haben bislang nur zwei Anmeldungen für die Notfallbetreuung“, sagte Schulleiterin Sandra Bures. Bereits vor zwei Wochen hat die Rheinbacher Schule ein Notfallpaket mit Aufgaben für die Grundschüler erstellt. Diese werden wöchentlich an die Eltern per E-Mail versendet. Die Eltern sind angehalten, die Aufgaben gemeinsam mit den Kindern zu lösen.

Zur Freien Christlichen Gesamtschule in Alfter kamen am Montag laut der kommissarischen Schulleiterin Linda Quandel noch zwei von 264 Schülern. „Viele Schüler sind schon alt genug, um alleine zu Hause zu bleiben“, erklärte Quandel. Die Online-Lernplattform Moodle, welche die Schule schon vor der Ausbreitung des Virus teilweise nutzte, sei wegen Corona nun auf alle Klassen ausgeweitet worden. Als weiterführende Schule muss auch das Konrad-Adenauer-Gymnasium Meckenheim eine Notbetreuung bis zu den Osterferien nur für die Schüler der fünften und sechsten Klasse garantieren. „Bislang wurde kein Kind für die Notbetreuung angemeldet“, sagte Schulleiter Dirk Bahrouz am Montagmittag. Die Meckenheimer Familien seien grundsätzlich für die Betreuung gut aufgestellt. „Häufig helfen sich die Eltern auch gegenseitig aus“, weiß der Schulleiter.

Um dennoch den Lernfortschritt zu fördern, hat Bahrouz am Wochenende eine E-Learning-Plattform für die Schüler eingerichtet. „Wir Lehrer haben das Programm intern bereits genutzt. Jetzt können auch alle Schüler darauf zugreifen“, sagte Bahrouz. Diesen Dienstag soll auf freiwilliger Basis eine Art Fortbildung für die Lehrer stattfinden, um den Umgang mit der Plattform in den kommenden Tagen und Wochen zu optimieren. Am Montag wurden bereits Wochenarbeitspläne und entsprechende Lernmappen hochgeladen. Im Fach Deutsch sollen die Schüler zum Beispiel einen Roman lesen und dazu Tagebuch führen.

Bahrouz sehe seine Schule für die kommenden Wochen gut gewappnet. „Wir sollten die Krise vor allem dafür nutzen, uns digital weiterzuentwickeln. Es fehlen viele Ressourcen“, sagte der Schulleiter. Er bemängelt in diesem Zusammenhang, dass das Land und die Schulträger keine brauchbaren E-Learning-Programme zur Verfügung stellten. Bei manchen Programmen fehle die Funktion, dass auch Schüler hinzugefügt werden können, andere haben keine ausreichenden Kapazitäten. Das Meckenheimer Gymnasium arbeite jetzt mit einer Cloud. „Es bleibt jedoch spannend, wie das Programm bei hunderten von Nutzern in der Praxis funktioniert“, sagt Bahrouz.

Die Europaschule Bornheim nutze zwar die Online-Plattform HPI Schul-Cloud, arbeite aber an einer zusätzlichen eigenen Plattform. „Wir sind dabei, ein Unterrichtsportal zu erstellen, in dem Aufgaben für alle Klassenstufen und Wochen stehen“, berichtete Schulleiter Eike Brandt. Diesen Dienstag wolle die Schule den Link dazu veröffentlichen. Mindestens an zwei Terminen sollen die Schüler ihre Ergebnisse einreichen und Feedback ihrer Lehrer erhalten. „Wir müssen das Beste draus machen“, sagte Brandt.

Auch die Ursulinenschule in Bornheim-Hersel (Gymnasium und Realschule) nutze ein Cloud-System, sagte Schulleiter Karl Kühling. Ebenso würden Aufgaben über einen E-Mail-Verteiler verschickt.

Nicht alle Schulen arbeiten mit E-Learning-Plattformen: Die Geschwister-Scholl-Hauptschule in Meckenheim hat den Schülern am Freitag und am Montag Aufgaben mit nach Hause gegeben. „Die Schüler sollen täglich zwei Stunden an den Aufgaben arbeiten“, sagte Hille Enkler, Lehrerin an der Hauptschule. Bislang wurden zwei Schüler für die Notbetreuung ab Mittwoch angemeldet. In der Zeit bis zu den Osterferien würden täglich zwei Lehrer an Ort und Stelle vor Ort sein. Das Sekretariat sei zudem telefonisch erreichbar.