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Grüne Pflanzenbank in Niederdrees: Ehepaar aus Rheinbach bietet Setzlinge gegen Spenden

Grüne Pflanzenbank in Niederdrees : Ehepaar aus Rheinbach bietet Setzlinge gegen Spenden

Setzlinge statt Setzen – Auf der Grünen Pflanzenbank in Niederdrees können Gartenfreunde sich Jungplanzen gegen eine Spende abholen. Das Ehepaar Lohoff-Erlenbach bestückt die Bank mit unterschiedlichsten Setzlinge aus ihrem Gewächshaus und Garten.

Dass eine Bank direkt an einem Radweg steht, ist nicht weiter ungewöhnlich. Die „Grüne Pflanzenbank“ in Rheinbach-Niederdrees ist aber nicht zum Ausruhen für Spaziergänger und Fahrradfahrer gedacht, sondern bietet Gartenfreunden Setzlinge gegen eine Spende. Es gibt Chili, Peperoni, Paprika, Bohnenkraut, Grünlilien, Oregano, Haselnüsse, Beeren, Tomaten und vieles mehr, was Gewächshaus und Garten des Ehepaars Ulrike Lohoff-Erlenbach und Walter Erlenbach hergeben.

Ihr rund 800 Quadratmeter großer Garten liegt an dem Radweg, der die Kreisstraße zwischen Niederdrees und Miel begleitet. Als sie im vergangenen Jahr viel zu viele Tomatenpflänzchen hatten, war sich das Ehepaar einig: Wegwerfen kam nicht infrage. Ulrike Lohoff-Erlenbach, die seit Jahren Kurse an der Kreativitätsschule Morenhoven gibt, hatte dann die Idee: Wieso nicht eine Pflanzen-Bank am Radweg aufstellen, wo viele Menschen vorbeikommen? Da beide im Partnerschaftsverein „Rheinbach - Kamenický Šenov (Steinschönau) und Umgebung“ engagiert sind, dessen Vorsitzender Walter Erlenbach ist, war für sie klar: „Wir bitten im Tausch für die Setzlinge um Spenden für das Projekt der Sanierung der Denkmale auf dem historischen Friedhof in Kamenický Šenov.“

Setzlinge von 36 unterschiedlichen Tomatensorten

Das Projekt „Grüne Pflanzenbank“ war im ersten Jahr ein voller Erfolg, erzählt das Paar: „Es hat schon im letzten Jahr so was von eingeschlagen, zuerst im Dorf und dann übers Internet auch darüber hinaus.“ In diesem Jahr haben die Erlenbachs an Gründonnerstag zum Beginn der Gartensaison die Bank wieder aufgestellt. Das Angebot ist wieder reichlich. „Allein 600 Tomatensamen von insgesamt 36 verschiedenen Tomatensorten haben wir gelegt, das dürften etwa 400 Tomatenpflänzchen geben“, sagt Walter Erlenbach. „Es gibt auch schon Bestellungen für die Pflänzchen.“

Etwas leid tat Erlenbach im letzten Jahr das Bohnenkraut. „Das wurde nicht so gut angenommen“, sagt der Geograph und Mathematiker im Ruhestand, der lange an der Uni im Geo- und Mikromarketing gearbeitet hat. In diesem Jahr hat er deshalb eigens Informationen zur Verwendung von Bohnenkraut in der Küche und als Heilkraut verfasst und an den Zaun gehängt. Ebenso zum Gewürzkraut Beifuß. Auch über den Partnerschaftsverein und die Restaurierung der Denkmale auf dem alten Friedhof können sich Interessierte dort informieren.

Dass es in diesem Jahr auf der „Grünen Pflanzenbank“ auch bunte Glas-Ostereier gab, war der Verbindung des Ehepaars Erlenbach zur Glasszene zu verdanken. Allerdings hatten diese gläsernen Ostereier schon nach wenigen Minuten eine begeisterte Liebhaberin gefunden.