Neujahrsempfang FPD Alfter zeigt sich bereits im Wahlkampfmodus

Alfter · Beim Neujahrsempfang der FDP Alfter zeigt sich die Vorsitzende, Miriam Clemens, bereits im Wahlkampfmodus. Während der Veranstaltung wurde der Preis für umweltbewusstes Unternehmertum an Familie Paßmann vom Borkeshof in Heidgen verliehen.

 Mit dem Preis „Verantwortungsbewusstes Unternehmertum in Alfter“ zeichnet die FDP Alfter Jessica (3. v. l.) und Dominik Paßmann (4. v. l.) vom Borkeshof in Heidgen aus.

Mit dem Preis „Verantwortungsbewusstes Unternehmertum in Alfter“ zeichnet die FDP Alfter Jessica (3. v. l.) und Dominik Paßmann (4. v. l.) vom Borkeshof in Heidgen aus.

Foto: Matthias Kehrein

Das Scheitern einer Dependance der Gesamtschule Rheinbach, die Ablehnung des Förderantrags zur Umgestaltung des Herrenwingerts, die umstrittene Norderweiterung des Tontagebaus in Witterschlick: Miriam Clemens als Vorsitzende der FDP Alfter blickte beim traditionellen Neujahrsempfang kurz auf brisante Themen des vergangenen Jahres zurück. Vor zahlreichen Gästen aus Gemeinde- und Kreistag, den politischen Parteien, Vereinen und Institutionen sowie der Wirtschaft dankte Clemens im Gasthaus Spargel Weber Bürgermeister Rolf Schumacher und den Rats- und Parteimitgliedern für die „vertrauensvollen und faire Zusammenarbeit“.

Clemens schaltete bei dem Treffen am Montag schon in den Wahlkampfmodus. Sie bezog das diesjährige Motto „Bleiben wir frei. Denken wir groß“ des Dreiköngstreffens auf die Alfterer Politik. Besonders den zweiten Teil der Aussage. Diesen deutete sie als einen Abschied vom politischen Klein-Klein und als Aufforderung, Politik mutig, generationenübergreifend und innovativ zu gestalten. Mehr Generationengerechtigkeit werde allerdings, so Clemens, nur möglich durch den Ausgleich des Gemeindehaushalts, Einsparungen, interkommunale Zusammenarbeit und die Nutzung von Fördermitteln. Sie forderte eine zeitnahe Digitalisierung der Schulen und schnelles Internet als notwendigen Service in Privathaushalten, Pflegeeinrichtungen, im Rathaus und für das bestehende Gewerbe.

Als globale Herausforderung der Zukunft bezeichnete die Chefin der Liberalen den Bereich Klimaschutz, der auch in Alfter eine immer größere Rolle spiele. „Dafür müssen wir Mobilität neu und technologieoffen denken sowie die nötige Infrastruktur schaffen. Wir positionieren uns dabei klar gegen Verbote. Wir müssen Anreize schaffen, das Auto auch mal stehenzulassen“, so Clemens.

Ehrengast Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, bezeichnete Globalisierung, Digitalisierung, Klimaschutz sowie die Demographie besonders in China und Japan als Herausforderungen der Zukunft. „In Deutschland sind wir in der analogen Welt Perfektionisten. Bei der digitalen Umsetzung muss nicht alles perfekt sein“, so der Landespolitiker.

Im Fokus des Abends stand allerdings die Verleihung des Preises für umweltbewusstes Unternehmertum. Der ging in diesem Jahr an die Landwirte Jessica und Dominik Paßmann vom Borkeshof in Heidgen. „Wir möchten damit ein Zeichen setzen für die Bedeutung der Landwirtschaft in Deutschland und die Verantwortung, die Landwirte mit ihrer täglichen Arbeit wahrnehmen“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Albert Wulff.

Das Ehepaar Paßmann führt den Betrieb seit 2016 in vierter Generation. Die rund 120 Milchkühe leben in einem Laufstall. 2013 hat der Betrieb ein automatisches Melksystem installiert, sodass die Tiere selbst entscheiden können, wann sie gemolken werden. Das verkaufte Rindfleisch stammt von der weiblichen Nachzucht der Milchkühe, die Milch wird außerdem zu Rohmilchkäse verarbeitet.

Stolz ist der Betrieb auf die Freilandeier der mittlerweile 350 Legehennen. 2017 stieg der Betrieb in die Direktvermarktung ein, denn „wir wollten unsere hochwertigen Produkte nicht mehr zu Dumpingpreisen an die Genossenschaft abgeben“, so Jessica Paßmann.

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