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Neues Einzelhandelskonzept für Swisttal: Heimerzheim und Odendorf sind wichtige Zentren

Neues Einzelhandelskonzept für Swisttal : Heimerzheim und Odendorf sind wichtige Zentren

Das Zentrum Heimerzheim übernimmt Versorgungsfunktionen für das nördliche Gemeindegebiet mit den Ortsteilen Dünstekoven, Ollheim und Straßfeld, während Odendorf auch künftig für das südwestliche Gemeindegebiet einschließlich der Ortsteile Essig, Ludendorf und Miel die Versorgung sicherstellen soll.

Mit Heimerzheim und Odendorf soll die Gemeinde Swisttal zwei gleichrangige zentrale Versorgungsbereiche haben. Das empfiehlt der Entwurf der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts des beauftragten Büros BBE Handelsberatung, der dem Ausschuss für Umweltschutz, Wirtschaftsförderung und Energie (UWE) vorgelegt wurde.

Das Zentrum Heimerzheim übernehme Versorgungsfunktionen für das nördliche Gemeindegebiet mit den Ortsteilen Dünstekoven, Ollheim und Straßfeld, während Odendorf auch künftig für das südwestliche Gemeindegebiet einschließlich der Ortsteile Essig, Ludendorf und Miel die Versorgung sicherstellen soll.

Im Siedlungsbereich Buschhoven/Morenhoven übernehme der Nahversorgungsstandort Buschhoven ergänzende Versorgungsfunktionen, so die Gutachter, und zwar die acht Einzelhandelsbetriebe im Ortskern sowie der Lebensmittelmarkt Netto am Rand der Gewerbezeile Am Fienacker.

Potenziale auch im Zentrum von Buschhoven 

Entwicklungspotenziale sehen die Fachleute in einer kleinteiligen Weiterentwicklung des Einzelhandels- und Dienstleistungsangebots im dortigen Ortskern, ein Lebensmittelmarkt sei an diesem Standort aber nicht mehr zu realisieren. Somit stelle der Netto-Markt am Fienacker einen wichtigen Standort für die wohnungsnahe Grundversorgung für Buschhoven und Morenhoven dar.

In Heimerzheim habe laut Gutachter die Analyse der Einzelhandelsstrukturen im Ortskern gezeigt, dass sich der Einzelhandel und die privaten wie öffentlichen Dienstleister auf die Achse Kölner Straße sowie die Nebenbereiche Fronhof und Kirchstraße konzentrierten. Der Standort Metternicher Weg sei auch etabliert. Er stelle eine Ortskernerweiterung dar, die eine innerörtliche Entwicklung des nahversorgungsbezogenen Angebotes, vor allem Nahrungs- und Genussmittel, ermöglicht habe.

Dem Geschäftsstandort Metternicher Weg komme auch bei der weiteren Entwicklung eine wichtige Funktion zu. Empfohlen wird eine „moderate Weiterentwicklung“ des Einzelhandelsangebotes, sodass auch der ansässige Einzelhandel von Verbundeffekten profitieren kann. Wünschenswert sei eine Stärkung der Angebotssegmente Bekleidung und Schuhe. Wichtig ist nach Expertenansicht, dass sich weitere frequenzstarke Einzelhandelsbetriebe in den abgegrenzten zentralen Versorgungsbereich integrierten.

Dazu seien Entwicklungsflächen notwendig, um auch größere Angebotsformate anzusiedeln. Da in der zentralen Ortsmitte allerdings keine solchen Flächen zur Verfügung stehen, werde als Potenzialfläche der „Entwicklungsbereich Metternicher Weg“ im Vordergrund stehen. Die Planung sieht vor: Erweiterung der ansässigen Lebensmittelmärkte Rewe auf circa 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche und Netto auf circa 1050 Quadratmetern, die Verlagerung des Aldi-Marktes mit Erweiterung auf rund 1200 Quadratmetern sowie die Ansiedlung eines Drogeriemarktes mit circa 800 Quadratmetern und eines Textilfachmarktes mit rund 600 Quadratmetern.

Gemeinde Swisttal will dem Edeka in Odendorf Perspektiven geben

Eine Zukunftsperspektive will die Gemeinde Swisttal dem Edeka-Markt in Odendorf eröffnen. Denn weder eine Vergrößerung und Modernisierung des relativ kleinen Odendorfer Marktes auf den heute für einen Lebensmittelmarkt notwendigen Standard noch die Erweiterung der Parkflächen sind am aktuellen Standort an der zentral gelegenen Essiger Straße möglich (GA berichtete). Der Betreiber möchte deshalb den Markt auf ein derzeit ungenutztes Areal an der Essiger Straße verlagern.

Im Einzelhandelskonzept werden diese Pläne befürwortet, weil sich damit „Ansatzpunkte zur Entwicklung einer Einbindung in den zentralen Versorgungsbereich ergeben“. Hervorgehoben wird, dass der neue Standort sehr gut in den öffentlichen Nahverkehr integriert und fußläufig gut zu erreichen sei.

Kritisch gesehen wurde von Monika Goldammer (FDP) und dem Gewerbevereinsvorsitzenden Stefan Lütke, dass im Entwurf des Einzelhandelskonzepts die Odinstraße Odendorf nicht mehr komplett einbezogen wird, während man sich doch im Verfahren für die Integrierte Städtebauliche Entwicklung (ISEK) einig sei, dass die Odinstraße komplett einbezogen werden soll.

Wie Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner erläuterte, habe der Gutachter die Ist-Situation dargestellt. In der Odinstraße gebe es nur noch einen Friseur, einen Imbiss und eine Gaststätte, deshalb könne man nicht mehr von zentralem Versorgungsbereich sprechen. Für Lütke ist der Entwurf auf jeden Fall eine Diskussionsgrundlage. Eine Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange soll es erst geben, nachdem der Entwurf der Bezirksregierung vorgelegt wurde, denn es sei nicht auszuschließen, dass diese noch Änderungen in Sachen Raumplanung vornehmen wolle.