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Ausstellung: Ingenieur mit Künstlerblick

Ausstellung : Ingenieur mit Künstlerblick

Norbert Bogusch aus Wachtberg ist eigentlich Ingenieur. Mit besonderem Blick für Kunst gestaltet er Bilder. Darüber hat er nun ein weiteres Buch geschrieben mit dem Titel „Aus Freude am Malen“.

Der Titel auch seines zweiten Bildbands sagt viel über diesen Künstler aus. „Aus Freude am Malen“ hat Norbert Bogusch es überschrieben. Mit feinem Pinselstrich und bunt ineinander fließenden Farben, „wie locker hingeworfen, wie hingetupft und stets verfremdet“, gehe der Maler ans Werk, schreibt im Vorwort Dieter Dresen.

Bogusch’ Werke können sich Interessierte nun in einer Ausstellung unter dem Titel „Stadt. Land Fluss“ ansehen. Dazu laden Bogusch, Mitglied im Kunstverein, und Jann Kaune ab Samstag, 3. Oktober, ins Glaskarree des Kunstvereins Bad Godesberg, Burgstraße 95, ein.

Man spüre den warmen, fröhlichen Blick, mit dem der Wachtberger die Welt betrachte. Gerade in seinen Aquarellen ist diese Handschrift erkennbar. Bogusch hat die Finca unter Mallorcas blauem Himmel ebenso gekonnt hingetupft wie das Muffendorfer Kirchlein Alt Sankt Martin unter dunklen Regenwolken und die im Wind plötzlich türkis leuchtende Godesburg.

Der 1951 in Bad Godesberg geborene Maler ist im Brotberuf Ingenieur und technischer Sachverständiger. Auf die Frage, wann er mit dem Malen begonnen habe, antwortet er entwaffnend: „Als ich einen Stift halten konnte.“ Und dann schiebt er hinterher: „Auch als Ingenieur muss man durchaus kreativ sein. Technik und Kunst sind kein Widerspruch.“ Vor 20 Jahren habe er begonnen, Kunstkurse zu belegen, wobei ihn der Kollege Holger Figge am stärksten geprägt habe. Aber wann hat denn ein Ingenieur Zeit für Kunst? „Zeit hat jeder. Es ist nur die Frage, was man mit dieser Zeit macht“, antwortet Bogusch. Auch bei starker Arbeitsbelastung habe er vor der Alternative Fernsehen, Ausgehen oder Malen gestanden. „Meist habe ich mich für das letztere entschieden.“

Heute habe er seine beruflichen Aktivtäten etwas reduziert und verbringe mehr Zeit in seinem Atelier. Motive finde er in der Natur, in Medien sowie bei Museumsbesuchen. „Sehr oft bin ich mit dem Fahrrad unterwegs und habe meinen Rucksack mit Aquarellutensilien dabei“, sagt Bogusch.

Im Buch sind sowohl Impressionen von Formel-1-Rennen als auch der Blick aus dem Biergarten auf den Kölner Dom zu sehen. Stimmungsvolle Stillleben mit Flaschen wechseln sich mit Aussichten auf einsame Dörfer ab. Und Bogusch hat auch eine intensivfarbige Version von Jan Vermeers berühmten „Mädchen mit dem Perlohrring“ gewagt. Anfangs habe er ausschließlich in Aquarell gemalt. Heute arbeite er auch mit Acryl, Öl, Rostpatina sowie Mixed-Media, sagt er. Dabei kämen auch Materialien wie Marmormehl, Asche oder Wachs zum Einsatz. „Die Aquarellmalerei bleibt jedoch mein künstlerischer Schwerpunkt.“

Über Wachtberg hat Bogusch zum 50-jährigen Bestehen ein großes Themenbild gemalt. Es hängt im Niederbachemer Hotel Dahl. Unter einem Abendsonnenhimmel ist darauf das Radioteleskop umringt von der Villiper Mühle, der Wasserburg Adendorf und anderen Wahrzeichen zu sehen. „Ich wollte die Schönheit des Drachenfelser Ländchens darstellen“, sagt Bogusch zu seiner künstlerischen Motivation.

Die Ausstellung im Glaskarree ist samstags und sonntags von 15 bis 20 Uhr sowie montags von 19 bis 21 Uhr geöffnet. Zudem ist das aktuelle Buch im Handel erhältlich: Norbert Bogusch, Aus Freude am Malen 2, Kid Verlag 2020, 16,80 Euro