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Neujahrsempfang des Kreises: Landrat wird „zur Goldhochzeit“ gratuliert

Neujahrsempfang des Kreises : Landrat wird „zur Goldhochzeit“ gratuliert

Ina Scharrenbach gratulierte Landrat Sebastian Schuster „zur Goldhochzeit“: Schauplatz war der Neujahrsempfang von Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Sieg-Anzeiger und Rundschau in Meckenheim mit rund 200 Gästen.

Liebeshochzeit oder Zwangsheirat? Ina Scharrenbach ließ die Beantwortung dieser Frage hinsichtlich der Bildung des Rhein-Sieg-Kreises vor gut 50 Jahren offen. Stattdessen gratulierte die Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung Landrat Sebastian Schuster „zur Goldhochzeit“. Die CDU-Politikerin sprach beim Neujahrsempfang von Rhein-Sieg-Anzeiger, Rhein-Sieg-Rundschau, Bonner Rundschau und dem Rhein-Sieg-Kreis in der Meckenheimer Jungholzhalle. Vor rund 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Sport, darunter die Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen (CDU), Katja Dörner (Grüne) und Nicole Westig (FDP), ging sie näher auf den Heimatbegriff ein.

„Heimat verbindet“, sagte sie. Heimat beschreibe eine gemeinsame Identität, gemeinsame Grundwerte, die es zu verteidigen gelte. Heimat grenze niemanden aus. Scharrenbach: „Wir sollten nicht sagen, wer nicht dazugehört. Wir sollten nicht das Trennende betonen, sondern das Verbindende.“ Nur so könnten gemeinsame Stärken zum Wohle einer Gesellschaft eingebracht werden.

Auf diese Weise bildeten sich wehrhafte demokratische Strukturen. „Unser Land ist stabil“, sagte sie mit Hinweis auf teils kriegerische Zustände in anderen Teilen der Welt. Sie schloss mit einem Lob aufs Ehrenamt, „ohne das dieses Land nicht denkbar wäre“. Die Rückfahrt nach Düsseldorf trat die Ministerin mit einem Korb Meckenheimer Äpfel an, den ihr Bürgermeister Bert Spilles überreichte.

Rundschau-Herausgeber Helmut Heinen plädierte in seiner Begrüßungsrede für einen wieder mehr sachlich geprägten öffentlichen Diskurs. Exemplarisch nannte er Teile der Klimadebatte. Es sei nicht zielführend, sich mit der Frage zu befassen, ob Greta Thunberg nun in einem Boot oder im Zug reise. Ebenso kritisierte er die pauschale Verurteilung von SUV-Fahrern. Wichtiger sei es, „nach effizienten Kompromissen“ in der Klimafrage zu suchen. Dazu könnten die Medien einen wichtigen Beitrag leisten. Schließlich bekannte sich Heinen zur „lokalen Berichterstattung als zentraler Teil unseres Angebots, eine verlässliche Quelle der Information“.

Landrat Sebastian Schuster blickte auf das Jubiläumsjahr 2019 zurück und sah den Rhein-Sieg-Kreis gut gerüstet. Er nannte den Ausbau der E-Mobilität und der Radwege als unabdingbar, um dem täglichen Stau zu entgehen. Jeden Tag fahren 137.000 Pendler nach Bonn, davon die Hälfte aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Als weitere Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche Entwicklung bewertete Schuster den Breitbandausbau, der Ende 2021 im Kreis weitgehend abgeschlossen sein soll. Bis 2030 müssten in der Zuzugsregion 30.000 Wohnungen gebaut werden.

Und zum Thema Bildung: Die Sanierung des Carl-Reuther-Berufskollegs des Kreises in Hennef werde in diesem Jahr abgeschlossen, Kosten: 60 Millionen Euro. Danach werde man das Berufskolleg in Troisdorf modernisieren. An Scharrenbach adressierte Schuster die Hoffnung, dass Landesfördergeld in die Sanierung des historischen Burgshofs am Aufstieg zum Drachenfels in Königswinter fließt.