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Kommentar zu fehlenden Erntehelfern: Landwirte entschädigen

Kommentar zu fehlenden Erntehelfern : Landwirte entschädigen

Der Coronavirus setzt auch der Landwirtschaft masisv zu. Am Ende bleibt wohl eine Ernte mit weniger Helfern und weniger Ertrag. Das lässt sich nur verkraften, wenn die Landwirte für ihre Ausfälle angemessen entschädigt werden.

Die Spargelsaison steht bevor. Das frühlingshafte Wetter in den vergangenen Tagen macht Appetit auf das edle Gemüse und lässt eigentlich auf eine gute Ernte hoffen. Doch wegen des Coronavirus, das sich immer weiter ausbreitet, ist in diesen Tagen alles anders. Denn Saisonarbeiter für die Ernte sind kaum zu finden. Oftmals stammen sie aus Osteuropa. Angesichts der Krise um Corona sind viele von ihnen auf dem Weg in die Heimat. An den Grenzübergängen zu Polen beispielsweise kam es schon zu erheblichen Staus. Das ist verständlich, wirft allerdings die Frage auf: Wer sticht in den kommenden Wochen den Spargel? Wer pflückt die Erdbeeren?

Wenn jetzt Menschen die Lücke schließen wollen, die zur Kurzarbeit oder gleich ganz zum zu Hause bleiben gezwungen sind und deshalb Zeit haben, ist das einerseits aller Ehren wert. Andererseits sollten größere Gruppen von Menschen momentan gemieden werden. Das gilt für Spargelstecher auf dem Feld ebenso wie für Redakteure im Großraumbüro, weshalb übrigens auch dieser Text beim Autor Daheim entstanden ist.

Keine Option sollten Schüler als Erntehelfer sein. Wenn sie dicht an dicht schwitzend auf dem Acker Spargel stechen oder Erdbeeren pflücken und sich gegenseitig anstecken, würde dies die Schulschließungen ad absurdum führen. So bleibt am Ende eine Ernte mit weniger Helfern und wohl weniger Ertrag. Das lässt sich nur verkraften, wenn die Landwirte für ihre Ausfälle angemessen entschädigt werden. Dass abseits der Landwirtschaft Betriebe schon jetzt Probleme bei der Beantragung von Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter haben, ist da kein gutes Zeichen.