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Fabian Wolff aus Meckenheim: 16-Jähriger als Naturfotograf im Ersdorfer Wald unterwegs

Fabian Wolff aus Meckenheim : 16-Jähriger als Naturfotograf im Ersdorfer Wald unterwegs

Der 16-jährige Naturfotograf Fabian Wolff ist regelmäßig im Ersdorfer Wald unterwegs. Im Interview berichtet der junge Meckenheimer, warum er mit Wonne Naturfotos auf Istagram postet.

Tiere in freier Wildbahn zu beobachten ist für Fabian Wolff mehr als ein Hobby. Bei seiner Fotopirsch nimmt der 16-jährige Meckenheimer in den Wäldern rund um seinen Wohnort Ersdorf Rehe, Hirsche, Füchse und Vögel in der ihnen ureigenen Umgebung in den Sucher seiner Kamera. Beeindruckende Fotos hat er schon geschossen und auf Instagram gepostet. Im Interview spricht er über seine Erlebnisse mit Vierbeinern und Vögeln sowie seinen „Job“ als Naturfotograf.

Was begeistert Sie an der heimischen Natur?

Fabian Wolff: Ich finde es einfach spannend, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Schon als Kind war ich mit meinen Eltern viel im Ersdorfer Wald unterwegs. Das war wohl der Initialimpuls für meine heutige Liebe zur Natur. Dabei haben es mir besonders die Tiere angetan. Gerade in der Voreifel lebt noch eine Vielfalt an Wildtieren, wobei ich Rehe, Hirsche oder auch Füchse, die ich immer wieder als unfreiwillige Models ablichte, ausgesprochen anziehend finde.

Und diese „Models“ präsentieren sie Sie anderen.

Wolff: Es ist einfach toll zu sehen, wie sich die Tiere verhalten und was sie tun. Und an diesen Erlebnissen möchte ich die Leute teilhaben lassen. Deshalb poste ich seit Monaten besonders schöne Aufnahmen regelmäßig auf Instagram unter fabianwolff.fotografie. Da können Interessierte, die sich nicht so in der heimischen Tierwelt auskennen, einen kleinen Einblick erlangen.

Gibt es einen Naturfotografen als Vorbild?

Wolff: Im weitesten Sinne haben mich die sehr beeindruckenden Fotos von Heinrich Pützler beeinflusst. Da der Rheinbacher schon ein Senior ist, hoffe ich, eines Tages in seine Fußstapfen treten und sein Nachfolger werden zu können. Ich finde es wichtig, wenn die Welt unserer tierischen Nachbarn auch in Zukunft gezeigt wird.

Welche Tageszeiten nutzen Sie für Ihre Aufnahmen?

Wolff: Im Sommer stehe ich gegen 4.30 Uhr auf, um noch vor Sonnenaufgang an meinen bevorzugten Plätzen im Wald oder am Waldrand – hiervon habe ich mehrere – zu sein. Im Winter mache ich mich ein wenig später auf den Weg, wegen der Schule meistens nur am Wochenende. Wegen Corona konnte ich in den vergangenen Monaten auch mal in der Woche losziehen. Das war schon ein schönes Gefühl – einfach mal zwischendurch bei der Beobachtung entspannen.

Das lange Warten vor dem Fuchsbau hat sich gelohnt: Die Fähe und ihr Welpe, die genau in die Kamera schauen, sind das Leiblingsbild von Fabian Wolff. Foto: Fabian Wolff

Welche Tiere lassen sich gut fotografieren?

Wolff: Eigentlich fast alle. Ob Rehe, umherstreifende Füchse, Wildschweine, Dachse, Marder oder die unterschiedlichsten Vogelgattungen. Alle Tiere haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt, dem muss man sich anpassen. Ruhe und Bewegungslosigkeit sind auf alle Fälle ein Muss.

Nehmen Sie ein besonderes Equipment mit?

Wolff: Außer meiner Kamera gehört dazu ein Tarnnetz in Camouflage. Vorne habe ich ein Loch für die Kameralinse hineingeschnitten, so dass ich die Bewegungen der Tiere im Detail verfolgen kann. Da mich die Tiere wegen der Farbe meines Netzes nicht als Mensch und somit nicht als Gefahr wahrnehmen, verhalten sie sich meist ganz natürlich. Damit sie auch meinen Geruch nicht wittern, achte ich bei der Wahl meines Standortes auf die Windrichtung. Der soll immer von vorne kommen.

Was war denn bisher das beeindruckendste Foto?

Wolff: Mein schönster Moment war, als ich eine Füchsin samt Welpen vor ihrem Bau sah. Beide verharrten einen Moment und schauten dann direkt in die Kamera – ohne mich zu bemerken. Da klickte ich auf den Auslöser. Für solche Fotos hat sich das Ausharren gelohnt.

Gab es auch einmal eine gefährliche Situation?

Wolff: Schwierige Situationen können immer vorkommen. Als ich einmal vor einem Fuchsbau saß, kamen die Welpen alleine heraus. Ich beobachtete sie aus einer Entfernung von 15 bis 20 Metern. Plötzlich hörte ich in meinem Rücken ein kräftiges Fauchen. Die Fähe, die von hinten kam und die ich nicht bemerkte, war auf der Jagd gewesen. Sie hatte mich gerochen und eilte zu ihren Welpen, um diese zu schützen. Wenn bei einer solchen Begegnung der Fuchs Tollwut gehabt hätte, dann wäre es schon gefährlich geworden. Daher ist es immer wichtig auf den notwendigen Abstand zu achten, damit die Tiere sich nicht bedrängt fühlen.

Haben Sie auch schon seltene Vögel gesehen?

Wolff: Hier und da flog mal ein Eichelhäher durch die Baumwipfel, was nicht ungewöhnlich ist. Wirklich seltene Vogelarten habe ich bisher allerdings noch nicht gesehen. Ich habe aber auch nicht nach ihnen gesucht. In erster Linie möchte ich Vierbeiner fotografieren. Seit Kurzem habe ich auch eine kleine Futterstelle eingerichtet. An der füttere ich auch im Sommer Vögel, die es durch das starke Insektensterben – zirka 75 Prozent weniger Insekten als noch vor 27 Jahren – und den ausgetrockneten Böden besonders schwer haben, Nahrung zu finden.

Werden Sie Ihre Naturfotografie weiter intensivieren?

Wolff: Wenn es meine Ausbildung in naher Zukunft erlaubt, würde ich meine Fotografien gerne in Ausstellungen zeigen oder auch Vorträge zur heimischen Tierwelt halten. Es kommt dabei auf die Gelegenheiten an. Es wäre aber toll, wenn es klappen würde.