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Andachten in Meckenheim und Bornheimf ür die Opfer und Helfer

Andachten in Meckenheim und Bornheim : Evangelische Gemeinden beten für die Opfer und Helfer der Flutkatastrophe

Auf Initiative der Evangelischen Kirche sind Meckenheim und Bornheim Menschen zu Andachten nach der Hochwasserkatastrophe zusammengekommen.

Freitagabend, 18 Uhr. Die Glocken der evangelischen Christuskirche in Meckenheim begannen zu läuten – zum Gedenken an die Opfer der Hochwasserkatastrophe. Im Anschluss kamen Menschen in der Kirche zusammen. Zwischen Fürbitten und Gesang gab es immer wieder Momente der nachdenklichen Stille, der Anteilnahmen, der Trauer und vielleicht auch der Hoffnung.

Wie in Meckenheim wurde am Freitag in vielen evangelischen Gemeinden für die Opfer  und  die Helfer gebetet. Es handelte sich um eine bundesweite Aktion der Evangelischen Kirche in Deutschland, mit der die Gläubigen ihre Anteilnahme und Solidarität für die Opfer des Hochwassers ausdrücken sollten. Ausgegangen war die Initiative von den Landeskirchen in Rheinland und Westfalen.

Viele Kirchengemeinden selbst betroffen

„Wir wollen gemeinsam hörbar machen, dass wir uns gegenseitig unterstützen, füreinander beten und uns in der Nachfolge Christi gegen die zerstörerischen Mächte des Chaos stemmen“, hatte Initiator Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in einem Brief im Vorfeld geschrieben. Für Mathias Mölleken, Pfarrer der Meckenheimer Christus-Kirchengemeinde und Supe­rintendent des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, war die spontane Andacht eine Herzensangelegenheit.

Acht von 13 Gemeinden seines Kirchenkreises wurden schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen. „Wir bieten Räume für das, was uns fassungslos macht. Wir wenden uns Gott als spiritueller Dimension zu und begegnen Menschen in einer Gemeinschaft der Not. Hier ist ein Raum zum Nachdenken, zur Klage und zur Hoffnung. wie es weitergeht“, sagte Mölleken.

Dankbarkeit für die Hilfe

Heide Fischer aus Oberdrees, die nach eigenem Bekunden „recht glimpflich“ davongekommen ist und zurzeit bei ihrem Bruder in Adendorf wohnt, musste am Freitag einfach kommen. „Ich habe so viel Hilfe erfahren, dass ich in meine Fürbitten alle Betroffenen, die Schaden erlitten haben, einbeziehe. So viele Menschen haben selbstlos geholfen, das ist einfach toll“, sagte die 79-Jährige. Durch Gebete den Betroffenen innerlich nahe sein wollten Sigrid und Heinz Henkel aus Meckenheim. „Die Situation war für andere so dramatisch und bewegend, dass wir dabei sein mussten“, berichteten sie.

 Mathias Mölleken entündet in der Christuskirche eine Kerze.
Mathias Mölleken entündet in der Christuskirche eine Kerze. Foto: Axel Vogel

In der Versöhnungskirche an der Bornheimer Königstraße waren rund 20 Menschen zusammengekommen, um Gott um Kraft, Schutz und Hoffnung für die Betroffenen, die freiwilligen Helfer und die Notfallseelsorger zu bitten. Während der Andacht berichteten Menschen, die als Helfer an Ahr und Swist im Einsatz waren, von ihren Eindrücken. „Ich glaube, dass die Menschen erzählen möchten, was sie umtreibt“, sagte Pfarrer Dieter Katernberg.

Für Presbyter Thomas Geupel bedeutet Gemeinde nicht nur der Besuch von Gottesdiensten, sondern ein Miteinander in ungewöhnlichen Zeiten. Die Kollekten in den evangelischen Gottesdiensten von Sonntag sollen unter dem Motto „Gemeinden helfen Gemeinden“ in die betroffenen Gebiete gehen.