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Kommentar zur Premieren-Ratssitzung in Meckenheim: Angriff  und Konter saßen

Kommentar zur Premieren-Ratssitzung in Meckenheim : Angriff  und Konter saßen

Einen munteren Schlagabtausch lieferten sich die beiden früheren Bürgermeisterkandidaten Holger Jung (CDU) und Stefan Pohl (SPD) während der ersten Ratssitzung: Jung als neuer Bürgermeister, Pohl als neuer SPD-Fraktionschef. Der Schlag von Pohl und der Konter Jungs saßen, findet GA-Redakteur Mario Quadt.

Das ging ja gut los für Holger Jung: Es ist gewiss keinem Zufall geschuldet, dass die erste Wortmeldung im gerade erst vereidigten Rat der Stadt Meckenheim von dem Politiker kam, gegen den Jung im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt gerungen – und gewonnen – hat: Stefan Pohl von der SPD. Das zeigt deutlich, dass der Sozialdemokrat keine Zeit verschwenden will, um Jung alt aussehen zu lassen.

Zwar ist das Auffinden von vertauschten Paragrafen in einer Verwaltungsvorlage keine linke Gerade auf das Kinn des neuen Bürgermeisters, aber der Nadelstich dürfte dem Christdemokraten gezeigt haben, dass seine politischen Gegner schon vor der Gratulation mit den Hufen gescharrt haben Einen satten Treffer landeten Pohl und seine Genossen aber mit ihrer Ansicht, dass hinter all den neuen Paragrafen in der Vorlage ein massiver Eingriff in die Kontroll- und Mitwirkungsrechte des Rates steckt.

Und: Trotz der nur zwei Tage zuvor geschlossenen Kooperation von CDU und Grünen forderten die Grünen-Ratsherrn Tobias Pötzsch und Wolfgang Philipp Nachbesserungen zum Vorschlag des CDU-Bürgermeisters. So muss auch die CDU erkennen: Eine Kooperation ist keine Koalition, in der automatisch der Arm zur Abstimmung in die Höhe schnellt, wenn der Partner es vorgibt. Aber: Jung hat den offenbar überraschenden Schwinger elegant pariert. Er machte klar, den Beschluss durchsetzen zu wollen, aber über die Details verhandeln zu wollen. Diese Taktik ging auf: Trotz der vielen Gegenreden billigte der Rat die Zuständigkeitsordnung einstimmig.

Die erste Ratssitzung in Meckenheim zeigte zweierlei: Die SPD hat sich für die nächsten Jahre in der Opposition einiges Menge vorgenommen, und Jung ist kein Neuling und weiß sich zu wehren.