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Baum soll gefällt werden: Anwohner in Heimerzheim wollen Robinie retten

Baum soll gefällt werden : Anwohner in Heimerzheim wollen Robinie retten

Die einen sehen Gefahren von ihm ausgehen und ihn ersatzlos beseitigen, die anderen wollen den "Straßenbild prägenden“ Baum erhalten: Eine Robinie an der Goethestraße in Heimerzheim beschäftigt Anwohner und Politik.

Eine Solitär-Robinie an der Heimerzheimer Goethestraße beschäftigt derzeit Anwohner, Nachbarn und Politik. Die einen sehen von dem Baum Gefahren ausgehen und wollen ihn ersatzlos beseitigen. Einen entsprechenden Mehrheitsbeschluss im Umweltausschuss hat die Kommunalpolitik schon gefasst. Bei Nachbarn und Anwohnern der Goethestraße jedoch regt sich seither Widerstand: Sie fühlen sich übergangen. Ihr primäres Ziel: Den „das Straßenbild prägenden“ Baum erhalten. Sollte das unter Beachtung von Sicherungspflichten doch nicht möglich sein, wollen sie eine adäquate Ersatzpflanzung an gleicher Stelle.

Ihre Forderungen haben 34 Anwohner der Goethestraße in einem Bürgerantrag formuliert. Demnach soll der Beschluss des Umweltausschusses zur Fällung zunächst ausgesetzt werden, bis über ihren Bürgerantrag entschieden ist.

Die Eigentümerin des Gebäudes, vor dem die Robinie steht, hatte gebeten, den Baum zu fällen, weil er ihr Grundstück beeinträchtige. Darauf hatten Mitarbeiter des zuständigen Fachgebiets bei einer Ortsbesichtigung festgestellt, dass der Baum schräg steht und seine Wurzeln die Oberfläche von Straße, Gehweg und dem Anliegergrundstück anheben. In dem Bereich befinden sich Versorgungsleitungen unter anderem für Strom und Gas. Zudem sei das Pflanzbeet für die Baumart Robinie zu klein, sodass Nährstoff- und Wasseraufnahme des Baumes eingeschränkt seien. Das wiederum führe zum Absterben von Ästen und zur Bildung von Totholz, das wegen der Gefährdung von Straßen- und Fußgängerverkehr regelmäßig entfernt werden müsse.

Anwohner wollen Baum erhalten

Im Gegensatz dazu sprechen sich die Anwohner in ihrem Bürgerantrag „entschieden gegen die Entfernung des Baumes aus“, weil sie glauben, dass diese Beeinträchtigungen mit geringen baulichen Mitteln beseitigt werden könnten. „Der Baum gibt Vögeln und Eichhörnchen Rückzugsmöglichkeit, spendet Schatten, sorgt für Klimaverbesserung und ist für Insekten und insbesondere die vom Aussterben bedrohten Bienen ein Lebensraum und ein Quell der Nahrung. In einer Zeit, in der landauf, landab immer mehr Vorgärten zu Steinwüsten umgestaltet werden und Lebensraum für Insekten verschwindet, sollte man jedes Fleckchen Grün energisch verteidigen“, schreiben die Anwohner. Und nachdem der Baum, der schon rund vier Jahrzehnte das Ortsbild präge, fachmännisch beschnitten worden sei, bestehe wohl auch keine Gefahr mehr. Sollte man dauerhaft dennoch nicht um die Fällung kommen, soll nach dem Bürgerantrag an gleicher Stelle eine Ersatzpflanzung erfolgen. Ein Baum an dieser Stelle bringe nämlich für den Autoverkehr die optische Einschränkung des Sichtfeldes mit sich und zwinge, die Geschwindigkeit auf die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer zu reduzieren.

Derweil unterstützt Monika Goldammer, Fachfrau der FDP in Sachen Umweltschutz und Planung, ausdrücklich das Votum des Umweltschutzausschusses. Zwar lobt sie die Initiative der Bürger, den solitären Baum zu retten. „Aber in diesem Fall steht der gesunde Baum einfach am falschen Platz“, teilt sie mit, denn der Baum stehe innerhalb der Grundstückseinfahrt. Zudem hätten die Eigentümer bereits auf ihrem eigenen Grundstück einen Ersatz gepflanzt.

Über den Bürgerantrag wird in der nächsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses (HFB) Anfang Dezember beraten.