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Bauplanung in Meckenheim: Keine Schottergärten in Meckenheim

Bauplanung in Meckenheim : Meckenheim will keine Schottergärten mehr

In Meckenheims Neubaugebiet darf es keine Schottergärten geben. Was das genau bedeutet, hat die Stadtverwaltung nun erklärt.

Die große Mehrheit der Meckenheimer Politiker will keine Schottergärten. Das wurde in den Sitzungen des Rates und der Ausschüsse in jüngster Zeit immer wieder deutlich. Solche Vorgärten seien temperaturanheizend und insektenfeindlich, so die Argumentation. Der Umwelt zuliebe lehnen die meisten Kommunalpolitiker diese Form der Gärten ab und fordern entsprechende Bauvorgaben seitens der Stadt. Ebendiese stellte der Fachbereichsleiter Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt Meckenheim, Gerd Gerres, jetzt dem Bauausschuss vor. Zudem kündigte er mehr Kontrollen der Gärten an.

Zum in Meckenheim postulierten Ziel „Gerne im Grünen leben und arbeiten“ wolle auch der Bereich Bauordnung seinen Teil beitragen, sagte Gerres. Dazu gehöre eine ausführliche Bauberatung schon vor der Antragsstellung und die Festsetzung rechtsverbindlicher Bebauungspläne. Auf diesen Plänen seien neben anderen Regelungen die Bereiche festgelegt, die zu begrünen sind. Allerdings biete nicht nur die Stadt Beratungen auf diesem Gebiet an. Auch Baumärkte, Gartenbaubetriebe oder Fachplaner informierten über entsprechende Bepflanzungsmöglichkeiten, so Gerres. Zudem weise der aktuelle Flyer „Grün statt Grau“ auf die Problematik der Schottergärten hin.

Bußgelder möglich

Künftig wolle die Stadt das Problem stärker in den Blick nehmen, erfuhren die Ausschussmitglieder. Das bedeutet, dass die Begrünung bei der Bauabnahme stärker kontrolliert wird. Sind die Außenanlagen bis zur Bauabnahme noch nicht hergestellt, kontrolliert die Stadt später  erneut. Sollte die Außenanlage nicht dem Bebauungsplan entsprechen, so werde dem Bauherrn eine Frist gesetzt, innerhalb derer der vorgegebene begrünte Zustand herzustellen sei, so Gerres. „Unter Umständen muss man in ein ordnungsbehördliches Verfahren einsteigen“, stellte er klar.

Ferdinand Koll (CDU) wollte wissen, ob man eine Grünfläche umwandeln könne, wenn etwa ein junger Unternehmer einen Betrieb vergrößern wolle, dazu aber der Parkplatz fehle. „Dazu wäre eine Einzelbetrachtung notwendig“, sagte Gerres. Es müsse immer eine Abwägung stattfinden und man lege Wert auf die Beratung, um dem ursprünglichen Ziel so nahe wie möglich zu kommen. Roland Nestler (BfM) regte an, auf öffentlichen Flächen mit gutem Beispiel voranzugehen. Der technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt nahm die Anregung auf, wies aber darauf hin, dass die Kosten dafür in die Haushaltsplanungen eingebracht werden müssten.

Unkraut wächst durch die Folie

Lothar Zschaubitz (CDU) brachte einen Gartenwettbewerb ins Spiel und fragte nach der Zulässigkeit neuartiger Zäune, die mit Plastikfolie versehen sind und sich im Sommer deutlich aufheizen. Witt informierte darüber, dass derartige Zäune nicht zulässig seien und die Stadt gerade in Neubaugebieten diesem Problem  begegnen wolle. Die Frage von Martin Hörnig (UWG) nach dem  Personal für die Kontrollen beschied Gerres positiv. Mit geschickter Terminlegung sei eine mehrfache Kontrolle möglich. Stefan Ummenhofer (Grüne) befürwortete die Vorgehensweise der Stadt, weil Schottergärten die Artenvielfalt beeinträchtigen.

Anne Viehmann (CDU) wies darauf hin, dass es schon einen Fall gab, in dem ein Schottergarten kostenaufwendig wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt worden sei. Der Besitzer hatte festgestellt, dass er mit diesem Garten entgegen seiner Annahme mehr anstatt weniger Arbeit hatte. Koll bestätigte ein Problem, das durch Samen- und Staub­eintrag in den Schotter entsteht: Dort beginnt das Unkraut zu wachsen und schlägt  Wurzeln durch die Folien unter den Steinen.