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Bebauungsplan für den Meckenheimer Marktplatz wird aufgesplittet​

Stadtentwicklung : Bebauungsplan für den Meckenheimer Marktplatz wird aufgesplittet

Die Pläne für die Bebauung des Meckenheimer Marktplatzes gehen weiter. Damit die Vorhaben besser umgesetzt werden können, diskutierte der zuständige Ausschuss nun eine Aufteilung des Bebauungsplanes.

In vielen anderen Punkten herrschte am Ende bei den Abstimmungen Einigkeit in der aktuellen Sitzung des Meckenheimer Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr. Aber nicht bei der Entwicklung des Stadtzentrums. Hier war noch einmal die geplante Bebauung am Marktplatz Thema. Diesmal ging darum, den bisherigen Bebauungsplan mit der Nummer 120 „Hauptstraße West: 1 – Niedertor/Tombergstraße“ einzustellen und quasi in zwei aufzusplitten. Bebauungsplan 120A soll dann die Nachverdichtung der Flächen rund um den Marktplatz regeln, 120B die Gestaltung des Marktplatzes selbst. Mit dem knappen Ergebnis von jeweils sieben zu fünf Stimmen ging die Empfehlung an den Stadtrat, den Anträgen für diese beiden Bebauungspläne zuzustimmen.

Bauleitplanerin Leersch: Es ist wichtig, zu einer Nachverdichtung zu kommen

Der Plan Nummer 120 zur Entwicklung und Bestandsoptimierung des Bereichs zwischen Haupt-, Tomberg- und Klosterstraße im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes für Meckenheim war 2016 beschlossen worden. In dem Bereich soll gebaut werden. Denn: „Es ist wichtig, dass wir zu einer Nachverdichtung kommen“, sagte die Meckenheimer Bauleitplanerin Waltraud Leersch im Ausschuss. Nachdem Ende Mai eine zweijährige Veränderungssperre für diesen Bereich ausläuft, kann die Stadt ans Werk gehen, auch mit ihren Überlegungen für eine Gestaltung des Marktplatzes.

Ein Bieterverfahren wurde bereits in Gang gesetzt, ein Siegerentwurf ausgewählt und vorgestellt (der GA berichtete). Demnach soll ein „Marktplatz-Quartier“ entstehen. Geplant sind vier Baukörper mit kleineren Apartments für rund 120 Seniorinnen und Senioren, ambulanten Wohngruppen, einer Tagespflege mit 18 Plätzen, einer Sozialstation, einem Vollsortimenter und einem Marktcafé als Treff- und Kommunikationspunkt.

Um das umsetzen zu können, hielt die Verwaltung den bisherigen Angebotsbebauungsplan jedoch für unpraktisch. Vielmehr soll der Plan 120B ein dafür vorhabenbezogener sein, damit ein Investor eingebunden und unabhängiger vorgegangen werden kann. Christian Dickmann, sachverständiger Bürger für die CDU, hielt die Trennung der beiden Pläne für sinnvoll, Ralf Diekmann von den Bürgern für Meckenheim (BfM) war dagegen der Ansicht, man müsse das Gebiet als Ganzes planen. Die BfM hätten aber auch schon den Gesamtplan 120 abgelehnt. Brigitte Kutcha von der SPD kritisierte an 120B vor allem die angedachten Parkplatzzufahrten. SPD und BfM stimmten dementsprechend gegen beide Anträge.

Kritik an Gebäudehöhe und Parksituation

Kritik an den Vorhaben für den Marktplatz, der derzeit hauptsächlich als Parkplatz genutzt wird, hatte es auch an anderer Stelle schon gegeben. Als die Pläne den Bürgern vorgestellt wurden, fragten die vor allem nach der Parksituation in der Zukunft. Zwar ist eine Tiefgarage vorgesehen. Es sei aber auch durch den Vollsortimenter und durch Besucher mit zahlreichen weiteren Parkplatzsuchenden zu rechnen. Zudem sei der Platz derzeit schon stets gut gefüllt mit Mitarbeitern der umliegenden Gewerbebetriebe.

Anwohner des Markplatzes sorgen sich zudem um ihre Privatsphäre sowie um ihre Häuser. Bisher stehen neben dem Platz Bungalows. Der geplante Komplex soll bis zu viergeschossig werden.