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Crashkurse in Meckenheim: Kinder lernen in den Herbstferien schwimmen

Im Crashkurs zum Seepferdchen : Kinder lernen in Meckenheim in den Ferien schwimmen

Meckenheim hat ein paar Nichtschwimmer weniger. Ermöglicht hat das eine Kooperation von Vereinen, der Stadt und dem Kreissportbund. Doch das Problem zu weniger Schwimmkurse bleibt akut.

Schwimmkurse für Kinder sind heiß begehrt. Eltern können sich tatsächlich glücklich schätzen, wenn sie einen Platz für ihren Nachwuchs bekommen. Nach den gerade zu Ende gegangenen Herbstferien gibt es in Meckenheim einige in dieser Hinsicht glückliche Eltern mehr. 96 Mädchen und Jungen haben in den vergangenen zwei Wochen im Meckenheimer Hallenfreizeitband das Schwimmen bis zum Seepferdchen-Abzeichen gelernt – in Form von Crashkursen.

„Normalerweise dauert ein Schwimmkurs zehn Wochen“, sagte Tatjana Jarow, Geschäftsstellenleiterin des Meckenheimer Sportvereins (MSV). Der MSV gehört zu den Akteuren, die diese Sonderschwimmeinheiten ermöglichten, zusammen mit dem Verein für Fitness und Gesundheitssport Meckenheim (VfG), dem Kreissportbund und der Stadt Meckenheim.

Zuschüsse vom Land

Die Hälfte der Kinder fanden den Weg von den Wartelisten der beiden Sportvereine – MSV und VfG stellten auch die Übungsleiter – ins Schwimmbad, die andere Hälfte kam über das Landesprogramm „NRW kann schwimmen“. Durch dieses Programm werden Schwimmkurse bezuschusst, sodass die Eltern dieser durch die Meckenheimer Schulen ausgewählten Kinder nur zehn Euro bezahlen mussten.

Die Stadt stellte das Schwimmbad zur Verfügung, Badleiterin Inge Amzehnhoff sperrte dafür je nach Bedarf ein bis zwei Bahnen ab, die für den normalen Schwimmbetrieb dann nicht zur Verfügung standen. Beschwerden von Badegästen habe es nicht gegeben, vielmehr sei das Projekt, verteilt auf täglich vier Kurse zu jeweils einer Stunde, auch bei ihnen gut angekommen, berichtete sie.

Lange Wartelisten

Im Jahr 2019 startete Meckenheim als Pilotkommune mit „NRW kann schwimmen“. Die Stadt sei froh, die Schwimmkurse anbieten zu können, sagte Bürgermeister Holger Jung. Dass die Schwimmkompetenzen in Deutschland immer mehr nachließen, habe verschiedene Gründe, meinte er. Es liege auch daran, dass landauf, landab Bäder geschlossen seien. „Schwimmen kann unter Umständen Leben retten“, so Jung.

Vonseiten des Kreissportbunds (KSB) koordinierte Joana Sam-Cobbah das Projekt. KSB-Präsident Wolfgang Müller mahnte an, dass ein großer Prozentsatz der Kinder nicht schwimmen kann. Das habe eine Abfrage des KSB unter Zweitklässlern im Jahr 2019 gezeigt. Und die Wartelisten für die Kurse seien lang und würden immer länger, wie Jarow erläuterte. „Wir bekommen täglich Anrufe“, sagte sie. Müller bestätigte das Problem und verwies ebenso auf fehlende Schwimmbad-Kapazitäten in der Region. „Die Wartelisten sind für die Eltern schon frustrierend“, befand er.